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Interview

Die Geschichte der Andechser Molkerei Scheitz begann mit einer bescheidenen Käserei in dem Ort Andechs südlich von München vor über hundert Jahren. 1976 baute Landwirt und Molkereimeister Georg Scheitz die Milchsammelstelle zur Molkerei aus und legte somit den Grundstein für ein modernes Unternehmen. Er nahm Kontakte zu heimischen Bauern auf und vermarktete bereits 1980 die ersten ökologischen Produkte. Als 1986 Tschernobyl die Welt erschütterte, betrafen die kurzfristigen Folgen vor allem die Lebensmittelindustrie. Die Lage normalisierte sich, aber das Interesse und die Nachfrage an Bioprodukten nahmen in den darauffolgenden Jahren stetig zu.

Preisgekrönte Produkte

Von diesem Ereignis bestärkt und von den Verbrauchern bestätigt entwickelte sich die Molkerei Scheitz zu einem hundertprozentigen Ökobetrieb, in dem heutzutage um die 200 Mitarbeiter tätig sind. Seit 1994 wird auch Bioziegenmilch verarbeitet, zurzeit beliefern 500 Kuhmilchbauern und 100 Ziegenmilchbauern die Molkerei Scheitz. Insgesamt 14.000 Kühe und 12.000 Ziegen produzieren jährlich 92 Millionen Liter Biomilch, davon 84 Millionen Liter Kuhmilch und acht Millionen Liter Ziegenmilch. „Wir haben heute 140 verschiedene Produkte von A wie Almbutter bis Z wie Ziegenkäse im Sortiment, dies alles sind Andechser Natur Produkte“, erklärt Irmgard Strobl, Leiterin des Marketings bei der Molkerei Scheitz.

Und das Angebot wird stetig erweitert und verbessert. „Wir sind ständig auf der Suche nach neuen innovativen Produkten, die unseren hohen eigenen Ansprüchen entsprechen“, versichert Irmgard Strobl. Ein Qualitätsmerkmal ist die garantierte ökologische Herkunft. Neu im Angebot ist der Stevia-Jogurt, der mit Tee aus der Stevia-Pflanze verfeinert wird. „Da stecken drei Jahre Entwicklungszeit drin“, verrät Irmgard Strobl.

„Unsere Philosophie ist: Natürliches belassen, wie es die Natur uns gibt.“ Irmgard StroblLeiterin Marketing

Bei so viel Engagement wundert es nicht, dass die Molkerei Scheitz zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen gewonnen hat. Sie ist beispielsweise 2006 auf der BioFach in Nürnberg, der wichtigsten Messe für das Unternehmen, für ihren Trinkjogurt Himbeere in der PET-Flasche geehrt worden und auf der BioFach 2011 wurde der neue Stevia-Jogurt mit dem Best New Product Award ausgezeichnet. Als zusätzlichen Nachweis für den hohen Qualitätsstandard verfügt die Molkerei Scheitz über zahlreiche Zertifizierungen, unter anderem nach EMAS.

Erhältlich sind die Produkte in Bioläden oder im gut sortierten Lebensmittelhandel mit Bioprodukten im Sortiment. Für den Export sind Italien, Frankreich, die Niederlande und weitere Länder in Europa von Bedeutung. „Hier sehen wir noch Potential“, verrät Irmgard Strobl.

Bio aus Überzeugung

Im Jahr 2010 konnte die Molkerei Scheitz einen Umsatz von 100 Millionen EUR verzeichnen. Allerdings finden sich mit dem wachsenden Interesse der Verbraucher auch zunehmend Anbieter. „Leider müssen wir beobachten, dass dies oft nur aus wirtschaftlichen Gründen geschieht“, meint Irmgard Strobl. Ein gewisses Risiko geht auch von der Gentechnik aus, die für die Molkerei Scheitz selbstverständlich außer Frage steht. Nicht nur die Herkunft der Milch ist biologisch, auch während der Verarbeitung und des Vertriebes wird der Energie- und Rohstoffverbrauch so weit wie möglich minimiert. Das Unternehmen glaubt daran, dass regionales Engagement globale Auswirkungen haben kann. „Sicherlich ist es der falsche Weg, an Lebensmitteln zu sparen“, warnt Irmgard Strobl. Sie ist überzeugt, dass Qualität sich letztendlich durchsetzt.

Daher spielt die Vermarktung auch eine große Rolle. Die Molkerei Scheitz verfügt über einen eigenen Außendienst und entwickelt regelmäßig Verkaufsförderungsmaßnahmen für unterschiedliche Produkte. Neben den umfassenden Aktivitäten in den sozialen Medien sucht das Unternehmen auch den direkten Kontakt zum Kunden, indem es beispielsweise Verkostungen veranstaltet. „Wir wollen viele Verbraucher mit unseren Produkten überzeugen“, erklärt Irmgard Strobl.

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