Zwischen Hand­werk und Kunst

Interview mit Steffen Bayer, Geschäftsführer der METALLART Treppen GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Bayer, die METALLART Treppen GmbH ist Inbegriff für außergewöhnliche Treppen, die auf Jachten, in exklusiven Juwelierläden, gestalterisch anspruchsvollen Privathäusern und Hotels als hochfunktionale und besonders ästhetische Bauelemente wahrgenommen werden. Wie kam es dazu? 

Steffen Bayer: Die Wurzeln der METALLART Treppen GmbH, die als kleine Schmiedewerkstatt begann, reichen mehr als 100 Jahre zurück. Im Laufe der Zeit entwickelte sich aus dem kleinen Handwerksbetrieb ein leistungsfähiges, hochmodernes Unternehmen. Ausgehend von der Fertigung von Treppen, Vordächern, Wintergärten und Automatiktüren entwickelte sich der Treppenbau im Laufe der Zeit zu unserem zentralen Geschäftsfeld. Der Schwerpunkt liegt heute auf der Herstellung hochwertiger Stahltreppen und moderner Glasgeländer. Das kontinuierliche Wachstum machte in der Folge umfassende interne Umstrukturierungen erforderlich. Vor diesem Hintergrund kam ich 2023 als Fertigungsleiter ins Unternehmen und übernahm die Aufgabe, diesen Veränderungsprozess aktiv zu gestalten.

Wirtschaftsforum: Heute sind Sie alleiniger Geschäftsführer der METALLART. Wie ist das Unternehmen aufgestellt? 

Steffen Bayer: Die METALLART ist einer von 50 Betrieben, die unter dem Dach der DIVACO-Holding agieren, und beschäftigt aktuell 85 Mitarbeitende. Derzeit verfügt das Unternehmen über vier Standorte. In Salach bei Göppingen befinden sich Werk 1 mit Lager und Edelstahlfertigung sowie Werk 2, in dem die Treppen gefertigt werden. Im benachbarten Süßen konzentriert sich Werk 3 auf die Laservorfertigung, die Lackierung und den Versand. Die Verwaltung ist derzeit noch an einem separaten Standort in Salach untergebracht, soll jedoch in absehbarer Zeit in die Werke 1 und 2 integriert werden.

Wirtschaftsforum: Sie konzen­trieren sich auf Treppen, die oft extravagant und preisgekrönt sind. Was genau macht METALLART Treppen anders als andere Treppenbauer? 

Steffen Bayer: Zu uns kommen nur selten Kunden, die eine Standardtreppe für ihr Eigenheim suchen. Viel häufiger wenden sich Menschen an uns, die das Besondere suchen und individuelle Lösungen erwarten. Genau darin liegt unsere Stärke: Wir realisieren anspruchsvolle Treppenprojekte aus einer Hand, von der ersten Idee über die Planung und Fertigung bis hin zur fachgerechten Montage. Jede Treppe ist ein Unikat, das passgenau nach den Wünschen unserer Kunden entsteht. Ob freitragende Treppe, Wendel- oder Spindeltreppe oder markante Faltwerktreppe, wir begleiten jedes Projekt mit handwerklicher Präzision, technischem Know-how und einem Netzwerk ausgewählter Partner bis zur erfolgreichen Umsetzung. Unsere Kunden erhalten ein umfassendes Servicepaket; wir übernehmen Verantwortung für jedes Projekt und kümmern uns um alle Herausforderungen auf dem Weg zur perfekten Lösung. Von Anbauten über Bodenbeläge bis hin zu Holz- und Wandverkleidungen übernehmen wir die Koordination aller beteiligten Gewerke und sorgen dafür, dass die Arbeiten nahtlos ineinandergreifen. Dieser ganzheitliche Ansatz rund um die Treppe unterscheidet uns vom Wettbewerb. Dabei behalten wir nicht nur Gestaltung und Qualität im Blick, sondern stellen bereits in der Planungsphase sicher, dass jede Idee auch technisch präzise und wirtschaftlich umsetzbar ist. Durch unsere eigene Kon­struktionsabteilung mit zehn Mitarbeitenden haben wir eine hohe Fertigungstiefe und sind damit in der Lage, komplexe Ideen umzusetzen. Bei unseren Projekten spielt Statik eine zentrale Rolle, insbesondere, wenn es um freitragende Treppen geht. Hier haben wir immer den Anspruch, überzeugende Lösungen zu finden. 

Wirtschaftsforum: Mit welchen Materialien arbeiten Sie? 

Steffen Bayer: Grundsätzlich arbeiten wir mit Stahl, bei ausgewählten Projekten auch mit Edelstahl. Die Oberfläche des Stahls wird geschliffen, gespachtelt, grundiert und nach Kundenwunsch lackiert. Aktuell sind spezielle Metalloberflächen in Gold und Silber und unterschiedlichsten Schattierungen besonders gefragt. Unter Umständen sind diese Metallbeschichtungen teurer als die gesamte Treppe. Exklusive Juweliere entscheiden sich häufig für diese außergewöhnlichen Oberflächen, da sie hervorragend zu ihren glänzenden Produkten passen. 

Wirtschaftsforum: Die Treppen sind exklusiv und komplex. Wie erfolgt die Montage?

Steffen Bayer: In der Regel werden die Treppen in Einzelteilen in ein Gebäude gebracht und vor Ort zusammengebaut, geschliffen, gespachtelt und grundiert. 

Wirtschaftsforum: Wer zählt zu den Kunden von METALLART? 

Steffen Bayer: Es sind Unternehmer und Marken von internationalem Rang, darunter einige der größten Global Player weltweit. Wir bauen Treppen für die größten, exklusivsten Schiffe, für Juweliere, Autohäuser, wohlhabende Geschäfts- und Privatleute. Wir sind nicht die günstigsten Anbieter am Markt, überzeugen aber mit ausgereiften Gesamtlösungen, die dank unseres Know-how und unserer Erfahrung dauerhaft funktionieren. 

Wirtschaftsforum: Wo sehen Sie das Unternehmen angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen in den kommenden Jahren? 

Steffen Bayer: Unser Fokus für die kommenden Jahre liegt darauf, unsere Prozesse weiter zu stabilisieren, Strukturen zu optimieren und Kosten effizienter zu gestalten. Der Markt ist derzeit von hoher Dynamik und großer Unsicherheit geprägt, was langfristige Prognosen erschwert. Wir werden einzelne Bereiche gezielt verschlanken, unsere Effizienz steigern und unsere Marktposition nachhaltig sichern. Gleichzeitig erschließen wir neue Geschäftsfelder: Neben der Ausweitung unserer Fertigungskompetenzen durch Lohnfertigung entwickeln wir einen Webshop und sehen insbesondere im Kunstbereich interessante Möglichkeiten. In der Vergangenheit haben wir immer wieder Kunstprojekte mitgeliefert; jetzt arbeiten wir an eigenen Kunstprojekten. Wir haben den Namen und die Fertigkeiten dafür. 

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