Wie Begrünung das Büroklima prägt

Interview mit Markus Mohr, Geschäftsführer der Mohr Hydrokultur

Wirtschaftsforum: Herr Mohr, was zeichnet die Mohr Hydrokultur aus – und wie hat sich das Unternehmen entwickelt?

Markus Mohr: Mein Großvater hat das Unternehmen Ende der 1960er-Jahre als klassische Gärtnerei gegründet – mit Anzucht und Aufzucht von Pflanzen und Privatverkauf. Mit der nächsten Generation kam die Neuausrichtung: Mein Vater hat die Firma in ein reines B2B-Geschäft umgewandelt – und die Pflanzenvermietung ist ein Bestandteil davon.

Wirtschaftsforum: Wie sieht Ihr Pflanzen-Mietmodell konkret aus?

Markus Mohr: Aktuell ist es ein großer Bereich der klassischen Bürobegrünung, weil wir damit unsere direkten Kunden am besten erreichen können. Entscheidend ist dabei nicht nur das Grün an sich, sondern das Gesamtpaket. Unser Modell bietet viele Vorteile – und der Kunde hat im Idealfall ein Rundum-sorglos-Paket.

Wirtschaftsforum: Was unterscheidet Ihr Mietmodell von anderen Angeboten am Markt?

Markus Mohr: Wir haben das Konzept der Vermietung relativ früh angeboten – mittlerweile gibt es das auch von anderen Anbietern. Die Vorteile liegen aus meiner Sicht im Detail: Bei uns gibt es in der Regel keine Vertragslaufzeit, eine feste Preisbindung, kostenlosen Austausch und die Pflanzenpflege ist inkludiert. Wichtig ist außerdem die Anpassbarkeit: Der Kunde kann die Anzahl der Gefäße jederzeit hoch- oder runterschrauben – je nach Bedarf und Budget.
 

Wirtschaftsforum: Wie starten Sie ein Projekt – was passiert vor der Installation?

Markus Mohr: In der Regel ist das mit einer kostenlosen Erstberatung verbunden. Dabei schaut unser Außendienst sehr konkret auf die Rahmenbedingungen: Was möchte der Kunde, was sind die Wünsche, was sind die Anforderungen – und was sind auch unsere Anforderungen: genug Tageslicht, Zugang zu Wasser und dass die Pflanzen für unsere Gießwege erreichbar sind. Neben Lösungen mit Standardgefäßen und Standardpflanzen sind auch individuelle Varianten möglich. 

Wirtschaftsforum: Welche Trends sehen Sie in der Bürobegrünung?

Markus Mohr: Aktuell erleben wir verschiedene Strömungen und Trends – zum Beispiel Richtung vertikale Begrünung, also begrünte Wände, abgehängte Lösungen und Moosbilder.

Gleichzeitig beobachte ich, dass viele Wünsche an Grenzen stoßen: Kunden hätten gerne eine begrünte Wand mit echten Pflanzen und stellen dann fest, dass das teuer, technisch herausfordernd und in der Instandhaltung sehr aufwendig ist. Dann wird oft auf Moos oder klassische Lösungen ausgewichen.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt das Thema Arbeitswelt insgesamt – jenseits der Optik?

Markus Mohr: Ein Trend ist, dass moderne Bürowelten viel stärker mit Mitarbeiterwohlbefinden verknüpft sind. Begrünung wird häufiger zusammen mit Akustik und Einrichtung gedacht. Da reden wir von Akustikthemen und von der Fusionierung von Büromöbeln und Begrünung.

Wirtschaftsforum: Viele Anbieter werben mit Gesundheits- und Produktivitätseffekten. Wie bewerten Sie das?

Markus Mohr: Pflanzen haben nachweisliche Vorteile – vor allem für Psyche, Mitarbeiterwohlbefinden, Akustik und die Schadstoffbelastung in der Luft. Wie stark das messbar ist, ist aber immer die Frage. Wenn der Kunde zweimal am Tag stoßlüftet, habe ich auch Frischluftzufuhr – das relativiert die Sache dann oftmals. 

Wirtschaftsforum: Wie ist die Mohr Hydrokultur organisatorisch aufgestellt?

Markus Mohr: Wir haben sieben Niederlassungen in Deutschland und decken das komplett mit eigener Belegschaft ab – von Akquise und Vertrieb über Auslieferung und Einkauf bis zur Pflanzenpflege. Beim Personal setzen wir auch auf Entwicklung: Wir haben viele Quereinsteiger – das schaffen wir über Einarbeitung durch erfahrene Mitarbeitende, Teamleiter und Leitfäden.

Wirtschaftsforum: Wohin soll die Reise in den nächsten Jahren gehen?

Markus Mohr: Wir durchleben gerade einen Generationenwechsel – nicht nur in der Geschäftsführung, sondern auf mehreren Ebenen. Strategisch steht Wachstum im Vordergrund. Wir wollen uns in Deutschland als führender Anbieter etablieren und primärer Ansprechpartner für unsere Zielgruppen werden. Gerade in einer schwächelnden Wirtschaftslage geht es darum, sichtbar zu bleiben. Wir schauen uns neue Vertriebswege an und wollen weiter auf uns aufmerksam machen.

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