Arbeitssicherheit strategisch gedacht

Interview mit Marc Riegel, Geschäftsführer und Jennifer Stöckel, Chief of Staff der SAFETEE GmbH

Die SAFETEE GmbH wurde 2013 gegründet und entstand aus der Überzeugung, dass Arbeitssicherheit mehr sein muss als Kontrolle und Dokumentation. Geschäftsführer Marc Riegel, ausgebildeter Sicherheitsingenieur, setzte von Beginn an auf einen Ansatz, der Management, Projektverantwortliche und Baustellenpraxis miteinander verbindet. Erste Projekte in der Windkraft legten den Grundstein für das heutige Geschäftsmodell, das sich bewusst branchenübergreifend aufgestellt hat. Mit wachsender Projektgröße und zunehmender Internationalität wurden die internen Strukturen professionalisiert, um Sicherheit ganzheitlich, skalierbar und nachhaltig umzusetzen.

Stabilität in Krisenzeiten und klare Perspektiven

Besonders prägend waren die Jahre ab 2020. Zu Beginn der Pandemie herrschte auch bei SAFETEE Unsicherheit, doch das Unternehmen reagierte mit intensiver Akquise und der Entwicklung pragmatischer Sicherheitskonzepte. Baustellen liefen weiter, während internationale Einreisebestimmungen, Teststrategien und die Unterbringung von Fachkräften eine Herausforderung darstellten. „Abwarten war keine Option – wir mussten handlungsfähig bleiben“, sagt Marc Riegel. 2020 entwickelte sich trotz der äußeren Umstände zum wirtschaftlich stärksten Jahr bis dahin. Auch der Ukrainekrieg und die daraus resultierenden geopolitischen Spannungen erhöhten den Bedarf an verlässlichen Sicherheitsstrukturen. Heute beschäftigt SAFETEE in etwa 50 feste Mitarbeitende sowie etwa 15 Freelancer und erzielt einen Jahresumsatz von rund 6,5 Millionen EUR. Das Unternehmen verbindet HSE-Management auf Baustellen mit Safety Consulting und Interimsmandaten auf Managementebene und zählt in den erneuerbaren Energien zu den größten spezialisierten Anbietern. Eigene Systeme, Kennzahlen und standardisierte Prozesse sichern die Qualität über den gesamten Projektverlauf hinweg. Referenzen sind neben der Betreuung von mittlerweile 3.000 Windkraftanlagen unter anderem der Bau einer Bioraffinerie in Leuna mit einem Investitionsvolumen von rund 1,5 Milliarden EUR sowie internationale Projekte in Skandinavien, Benelux, Polen, Österreich, der Schweiz, Italien, Spanien und Frankreich, darunter ein Pipeline-Projekt von Italien über Österreich bis nach Deutschland. Parallel investiert SAFETEE gezielt in Mitarbeitende und Strukturen. Fehlerkultur, die Ausbildung junger Absolventen, Stipendien an der Universität Wuppertal sowie klare Recruiting-Strategien prägen den Wachstumskurs. Die Werte Loyalität, Agilität, Fairness und Vertrauen bilden dabei die Grundlage. „Uns geht es nicht um schnelles Wachstum, sondern um Menschen, die fachlich wie menschlich zu uns passen“, betont Jennifer Stöckel. Digitalisierung unterstützt diesen Ansatz: Eine eigene App, entwickelt in Kooperation mit einem Softwareunternehmen, digitale Lösungen im Recruiting und Projektmanagement sowie der gezielte Einsatz von KI schaffen Effizienz, ohne den Menschen aus dem Fokus zu verlieren. Für 2026 stehen weiteres qualitatives Wachstum und zwei bis drei neue Großprojekte im Vordergrund; langfristig verfolgt SAFETEE die Vision, sich bis 2030 mit rund 100 Mitarbeitenden als führende Marke für Arbeitssicherheit in Europa zu etablieren.

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