Integrierte Gebäudetechnik als Erfolgsmodell

Interview mit Thomas Liebisch, Geschäftsführer der TL Concept GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Liebisch, TL Concept wächst nicht trotz Krisen, sondern gerade wegen seiner breiten Aufstellung – in Leistungen, Branchen und Märkten. Würden Sie sagen, dass genau darin Ihr Erfolgsmodell liegt?

Thomas Liebisch: Ja, absolut. Wir haben uns ganz bewusst breit aufgestellt und kombinieren verschiedene Leistungen mitei­nander. Wir decken Lüftungstechnik, Isolierung, Brandschutz und Blechverarbeitung ab – und das alles integriert. Dadurch begleiten wir Projekte von der Planung über die Fertigung bis zur Montage und auf Wunsch auch darüber hinaus im Betrieb. Diese Verbindung aus Breite und Tiefe macht uns flexibel und in vielen Bereichen unabhängig. Schwankungen in einzelnen Segmenten fangen wir durch andere Geschäftsfelder auf. Gerade in den letzten Krisenjahren hat sich das deutlich gezeigt: Während andere zurückgefahren haben, sind wir bewusst einen

anderen Weg gegangen, haben Kapazitäten gehalten und zusätzlich Material eingekauft. Dadurch waren wir lieferfähig und konnten Projekte zuverlässig umsetzen. Diese Fähigkeit, Veränderungen nicht nur auszugleichen, sondern aktiv darauf zu reagieren, ist für uns ein entscheidender Faktor für nachhaltiges Wachstum.

Wirtschaftsforum: Wie ist dieses Modell entstanden?

Thomas Liebisch: Ich habe das Unternehmen 2007 aufgebaut, damals noch unter dem Namen einer Schweizer Gesellschaft. Gemeinsam mit meiner Frau und einem kleinen Team haben wir hier in Deutschland alles entwickelt – Mitarbeiter, Kunden und Strukturen. Wir sind Schritt für Schritt gewachsen. Früh haben wir erkannt, dass es sinnvoll ist, Leistungen zu bündeln, statt sie einzukaufen. 2018 habe ich die Firma übernommen und unter dem Namen TL Concept neu ausgerichtet. Seitdem haben wir unser Portfolio konsequent erweitert und die heutige Struktur aufgebaut. Diese Entwicklung war kein kurzfristiger Plan, sondern ist aus der Praxis heraus entstanden, weil wir immer nach Möglichkeiten gesucht haben, für unsere Kunden Mehrwert zu schaffen.

Wirtschaftsforum: Was bedeutet ‘integriert’ in Ihrem Fall konkret?

Thomas Liebisch: Dass unsere Leistungen eng ineinandergreifen und wir Projekte ganzheitlich steuern können. Für den Kunden bedeutet das vor allem weniger Schnittstellen, effizientere Abläufe und eine konstant hohe Qualität. Gleichzeitig können wir flexibler auf Änderungen reagieren, weil wir viele Leistungen im eigenen Haus haben – gerade bei größeren Projekten ein klarer Vorteil. Ein wichtiger Baustein ist unsere eigene Fertigung. Sie macht uns unabhängiger von externen Lieferanten und ermöglicht es, schnell zu reagieren und auch größere Mengen abzudecken. Das hat sich besonders in Zeiten von Lieferengpässen bewährt.

Wirtschaftsforum: Ihre Kundenstruktur ist sehr breit. Ist das ein weiterer Baustein Ihrer Strategie?

Thomas Liebisch: Ja. Wir arbeiten für Industrieunternehmen, im Infrastrukturbereich und bei öffentlichen Gebäuden – also in ganz unterschiedlichen Branchen und Projekttypen. Der Markt verändert sich ständig: mal stehen Automobilprojekte im Vordergrund, dann wieder Pharma oder aktuell auch Batteriefabriken. Diese Dynamik gehört heute dazu. Durch unsere breite Aufstellung können wir solche Veränderungen gut abfedern und bleiben insgesamt stabil. Das ist ein wichtiger Bestandteil unseres Geschäftsmodells, weil wir nicht von einzelnen Entwicklungen abhängig sind.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielen Digitalisierung und künstliche Intelligenz bei Ihnen?

Thomas Liebisch: Vor allem in der Verwaltung setzen wir künstliche Intelligenz ein. Im Rechnungswesen oder bei der Verarbeitung von Ausschreibungen laufen viele Prozesse heute digital und automatisiert. Das schafft Effizienz, sorgt für mehr Transparenz und entlastet die Mitarbeiter. Auf der Baustelle und in der Fertigung bleibt der Mensch aber entscheidend. Dort sind Erfahrung und handwerkliches Können nach wie vor durch nichts zu ersetzen, weil jede Baustelle anders ist und viel Flexibilität verlangt.

Wirtschaftsforum: Was ist Ihnen für die Weiterentwicklung von TL Concept besonders wichtig?

Thomas Liebisch: Wir wollen unsere Präsenz in Europa weiter ausbauen. Neben Deutschland sind wir bereits in Dänemark und Bosnien aktiv, weitere Märkte wie Polen oder Skandinavien sind für uns interessant. Dabei geht es uns nicht um Wachstum um jeden Preis, sondern um eine stabile und nachhaltige Entwicklung. Wir bleiben bei unserer Strategie: breit aufgestellt sein, verschiedene Branchen bedienen und unsere integrierten Leistungen weiter stärken. Gleichzeitig ist mir wichtig, dass wir unsere Kultur bewahren. Wir sind ein Unternehmen, das stark über die Menschen funktioniert – über Erfahrung, Zusammenhalt und Verlässlichkeit. Entscheidend ist für mich, dass unsere Mitarbeiter zufrieden sind und sich langfristig entwickeln können. Wachstum ist wichtig, aber es muss zu uns passen – nur so bleiben wir auch in Zukunft erfolgreich.

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