TRIPLAN – Fit für die Zukunft

Interview mit Dr. Andreas Bonhoff, Vorstand der TRIPLAN AG

Es war noch nicht die Zeit der großen digitalen Lösungen, als Reinhard Meier 1967 TRIPLAN als Modellbaufirma in Frankfurt-Höchst gründete. Deshalb gingen die 60 Mitarbeiter bei der Visualisierung der Planung von Anlagen noch handwerklich zu Werke: „Damals wurden 3-D-Modelle aus Holz und Kunststoff gefertigt“, berichtet Vorstand Dr. Andreas Bonhoff und erklärt: „Die Möglichkeiten und Mittel in der IT waren noch begrenzt. Man konnte mit ihr nur zweidimensionale Darstellungen erzeugen.“

Schon in ihren Anfängen begann die Firma, auch verfahrenstechnische Anlagen als Modell zu bauen. Durch die Möglichkeiten der neuen Technologien wuchsen das Know-how und das Unternehmen selbst. Neben der Hauptverwaltung, die 1990 nach Bad Soden umsiedelte, wurden weitere Standorte aufgebaut.

Heute unterhält die Gruppe, die einen Jahresumsatz von 50 Millionen EUR generiert, Niederlassungen in Bad Soden, Leverkusen/Krefeld, Burghausen, Karlsruhe und Merseburg sowie in der Schweiz und in Indien. „So sind wir in der Nähe unserer Kunden und können sie gut betreuen und begleiten“, sagt Andreas Bonhoff.

Die zwischenzeitliche Börsennotierung wurde 2017 beendet. Heute gehört das Unternehmen mit seinen 450 Mitarbeitern mehrheitlich der luxemburgischen PRIME CAPITAL DEBT SCS, SICAV-FIS.

Kundenmix für Sicherheit

In seinem größten Bereich Engineering begleitet TRIPLAN meist den Um- oder Ausbau von Bestandsanlagen. Gelegentlich steht auch ein Neubau an. „Wir bieten unseren Kunden einen vollumfänglichen Service an, von der Machbarkeitsstudie über die Planung bis zur Inbetriebnahme“, so der Vorstand.

Dr. Andreas Bonhoff, Vorstand der TRIPLAN AG
„Die Chemiebranche brummt. Das wird auch so bleiben. Um- und Ausbauten werden immer notwendig sein. Damit ist das Geschäftsmodell auf Zeit gesichert.“ Dr. Andreas BonhoffVorstand

Der bisher noch relativ kleine Technologiebereich ist vor allem auf Raffinerien ausgerichtet. „Unser eigenes patentiertes Produkt CCSS, Closed Coke Slurry System, wird am Ende eines Kokers eingesetzt, um die Schadstoffemissionen zu reduzieren“, erklärt Andreas Bonhoff.

Darüber hinaus hat das Unternehmen eine eigene Software zur digitalen Fabrikplanung entwickelt, die ständig weiterentwickelt wird und individuell an die Kundenwünsche angepasst werden kann. Sie beinhaltet auch die Module Gebäudetechnik und Anlagenplanung.

Die Kunden sind große Konzerne, aber auch mittelständische Unternehmen, überwiegend aus der chemischen, der Pharma- und der Life Science- Industrie und Raffinerien. Einige kommen aus der Lebensmittel- sowie der Duft- und Aromaindustrie.

„Dieser Mix ist wichtig, da es Konjunkturzyklen gibt und wir Schwankungen so ausgleichen können“, betont Andreas Bonhoff. Für international agierende Kunden ist TRIPLAN auch für deren ausländische Niederlassungen tätig.

Digitalisierung nutzen

Die Beziehung zwischen Kunden und Mitarbeitern sind oftmals langjährig und persönlich. „Wir sind ein People-Business. Viele unserer Mitarbeiter sind schon lange bei uns und haben gewachsene Beziehungen zu unseren Kunden“, erklärt Andreas Bonhoff.

Das hat nicht nur den Vorteil, dass sie sehr viel Wissen aufbauen. „Unsere Kunden sind langfristig orientiert. Für sie ist es wichtig, immer den gleichen Ansprechpartner zu haben.“ Viele Planungsarbeiten, besonders die einfacheren, würden heute durch die Digitalisierung erleichtert. „Durch die Hilfestellung, die sie uns bei der einfachen Planung gibt, können wir uns mehr auf die komplexen Aufgaben konzentrieren. Wir sehen in der Digitalisierung eine deutliche Bereicherung und eine große Chance.“

Wachsen und gestalten

Andreas Bonhoff kann sich für das Unternehmen weiteres organisches Wachstum durch neue eigene Niederlassungen, aber auch anorganisches durch Partnerschaften mit externen Anbietern vorstellen. „Die Chemiebranche brummt. Das wird auch so bleiben. Um- und Ausbauten werden immer notwendig sein. Damit ist das Geschäftsmodell auf Zeit gesichert“, ist er überzeugt.

Noch größeres Potenzial sieht er in der Pharmabranche. Im Engineering werde an eine überregionale Ausbreitung auch über die Grenzen Deutschlands hinaus gedacht. Sein persönliches Ziel: „Ich möchte die Zukunft des Unternehmens aktiv mitgestalten und mit ihm in diesem spannenden Markt eine entscheidende Rolle spielen.“

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