Die Mischung macht‘s

Interview mit Martin Aeschlimann, Geschäftsführer der WMK Plastics GmbH

Martin Aeschlimann ist nun schon seit über 30 Jahren im Kunststoffgeschäft unterwegs. Zunächst war er in der Materialherstellung tätig, dann ist er in die Verarbeitung gewechselt, bis er schließlich im Januar 2018 als Geschäftsführer von WMK wieder beim Compounding angekommen ist.

„WMK wurde bis 2015 als inhabergeführtes Unternehmen vorangetrieben und zu dem gemacht, was es heute ist“, erklärt er. „Der Eigentümer hat sich dann entschieden auszusteigen, und die LEHVOSS-Gruppe hat die Firma übernommen.“ Diese ist in Hamburg ansässig und beschäftigt sich mit Hightech Compounds und individuellen Lösungen.

Eine gute Ergänzung

Für die Gruppe, die über vier Standorte verfügt, stellte WMK auch im Bereich der Produktion eine sehr gute Ergänzung dar. 2016 entstand in Solingen ein Technikum, woraufhin Teile der Produktionen verlegt und am neuen Standort gebündelt wurden. Und auch in diesem Jahr ist ein weiterer Ausbauschritt beschlossen worden.

„Wir werden in eine weitere Extrusionslinie für technische Compounds – auch mit Unterwassergranulierung – investieren“, offenbart Martin Aeschlimann. „Bis spätestens Anfang 2021 soll sie in Betrieb genommen werden. Parallel wird die bestehende Infrastruktur erweitert und wir werden in Hochtemperaturcompounds einsteigen.“

Auf drei Säulen

Zurzeit verfügt WMK über sieben Compoundinglinien und einen Laborextruder. „Wir kommen aus der Polyamid-Schiene mit PET, PBT und POM“, erläutert Martin Aeschlimann. „Jetzt steigen wir in die High Performance Polymers mit hochtemperaturbeständigen Materialien wie PPS ein.“ Strategisch setzt WMK auf drei Säulen. Erstens das Stammgeschäft. „Den Stamm wollen wir nicht verlieren“, betont Martin Aeschlimann. „Wir wollen diesen Bereich stabilisieren und weiterentwickeln. Neben der Neuware und den Industriequalitäten zählt auch das Recycling – also die ökologisch so wichtige Aufarbeitung von industriellen Kunststoffabfällen zu hochwertigen Endprodukten – zu den Kernkompetenzen der WMK Plastics. Die Industrie fordert nun schon seit einigen Jahren verstärkt den Einsatz von Rezyklaten für ihre spezifizierte Ware – bei natürlich gleichbleibender Qualität! Die lange Erfahrung der WMK Plastics bei der Auswahl und spezifischen Aufarbeitung der Kunststoffabfälle macht sie zu einem so wichtigen Ansprechpartner – was zum Beispiel von Großkonzernen aus Asien mit sehr interessanten Projekten honoriert wird.“

Martin Aeschlimann, Geschäftsführer der WMK Plastics GmbH
Gerade 2018 waren wir eine sehr willkommene zusätzliche Fertigung für LEHVOSS. Martin AeschlimannGeschäftsführer

Zweitens hat WMK 2017 damit begonnen, die LEHVOSS-Lohnfertigung zu übernehmen und Karbonfasermaterialien zu verarbeiten. „Aktuell findet ein Technologietransfer statt, ein Enabling durch LEHVOSS mit Schulungen und technischen Erweiterungen“, offenbart Martin Aeschlimann. Drittens werden Technische Compounds und spezifische Lösungen für die Automobilindustrie geboten. Gerade dieses Segment beeinflusst zunehmend den Export. „Unser klassisches Stammgeschäft befindet sich im DACH-Bereich“, erläutert Martin Aeschlimann. „Wir sind aber dran, mit den Automobilzulieferern eine weltweite Lieferkette aufzubauen. Das Geschäft wird internationaler.“

Ein breites Portfolio

Insgesamt ist das Portfolio der Firma sehr weit gestreut. „Außer der Medizintechnik bedienen wir alle Märkte“, stellt Martin Aeschlimann fest. „Deshalb sind wir sehr breit aufgestellt. Trotzdem merken wir leichte Einknicke.“ Bislang sind die Umsätze des Unternehmens, das 63 Mitarbeiter beschäftigt, auf 24 Millionen EUR weiter gestiegen. Was sich ein wenig geändert hat, ist das Selbstverständnis der Firma.

„Es gibt schon einen Kulturwechsel zwischen einem Familienunternehmen und einer Gruppe, in der vor allem Zahlen, Daten und Fakten wichtig sind“, gibt Martin Aeschlimann zu. „Wir partizipieren von der Mutter mit ihren ganzen Werkzeugen, das bedeutet sehr viel Kommunikationsaufwand. Es eröffnen sich uns aber auch ganz neue Möglichkeiten, wie Investitionen und Sicherheit für die Zukunft.“

Ein guter Mix

Eine lohnende Option ist außerdem das koordinierte Marketing. Neben örtlichen Messen wie der Fakuma und der Plast besucht WMK gemeinsam mit LEHVOSS auch internationale Messen wie die Chinaplas. Das nächste große Ereignis wird vom 16. bis zum 23. Oktober auf der K 2019 stattfinden. An ihrem Stand G33 in Halle 8A wird dann die LEHVOSS-Gruppe nicht nur zahlreiche Produktneuheiten vorstellen, sondern auch ihr 125-jähriges Firmenjubiläum feiern. WMK ist noch nicht lange Teil dieser Geschichte. Das Unternehmen hat aber schon gezeigt, wie gut es in den Mix der Gruppe passt.

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