Spezialisierte ambulante orthopädische Versorgung

Interview mit Christina Möller, CEO der Maybach Medical Holding GmbH

Wirtschaftsforum: Frau Möller, die Maybach Medical Holding betreibt mehrere Medizinische Versorgungszentren, OP-Zentren, Privatkliniken mit orthopädischem Schwerpunkt sowie Physio- und Sporttherapiepraxen im Raum Baden-Württemberg und ist damit in der Lage, Patienten ein Komplettpaket rund um die Orthopädie zu bieten. Wie kam es dazu? 

Christina Möller: Das Unternehmen wurde 2015 von Dr. Mauch gegründet. Er baute seine orthopädische Praxis sukzessive aus und begann im Jahr 2020 nach Investoren zu suchen, um seine Vision einer orthopädischen Plattform zu realisieren. Ergebnis ist nun eine Art One-Stop-Shop für Patienten mit unterschiedlichsten orthopädischen Belangen, von der Diagnose bis zur konservativen Behandlung oder Operation inklusive Nachsorge. Jedes Jahr schlossen sich zwei bis drei weitere Arztpraxen der Maybach Medical Holding an. Parallel dazu wurden Physiozentren als Athletic Solution Centers als Teil der Holding etabliert. 

Wirtschaftsforum: Wie sahen die nächsten Schritte aus? 

Christina Möller: Um Patienten alles aus einer Hand anbieten zu können, wurden Zentren für Schulter, Wirbelsäule, Knie, Hüfte, Füße und Hände gebildet und die Diagnostik mit 3D-Röntgen, konventionellem Röntgen, MRT und Knochendichtemessungen entsprechend ausgebaut. Heute gehören neun MVZ, vier OP-Zentren und sechs Physiotherapie­standorte in Baden-Württemberg von Stuttgart bis Rottweil und Schramberg zur Gruppe. 

Wirtschaftsforum: Das heißt, Maybach Medical behandelt Patienten in den Zentren ausschließlich ambulant? 

Christina Möller: Nein. Wir sind ambulante Leistungserbringer, haben aber Kooperationen mit Krankenhäusern, um Patienten das gesamte Setting anbieten zu können. Bei anspruchsvollen Hüft- oder auch Knie-OPs operieren unsere Ärzte unsere Patienten in Kooperationskrankenhäusern und übernehmen die Nachbetreuung. Zwar haben wir am Standort Maybachstraße acht Betten, trotzdem fehlen uns nachgelagerte Intensivkapazitäten. Wenn Patienten Komorbitäten haben, wenn längere OPs einen großen Anästhesiebedarf erfordern und wir eine Intensivstation benötigen, gehen wir in die Kooperationskrankenhäuser. So haben wir heute 350 Mitarbeitende in der Holding, betreuen rund 12.000 Patienten jährlich und führen etwa 4.000 Operationen durch.

Wirtschaftsforum: Sie sind seit November 2025 CEO der Maybach Medical Holding. Was hat Sie an der Herausforderung besonders gereizt? 

Christina Möller: Ich bin seit 25 Jahren im Gesundheitswesen tätig und vom ganzheitlichen Maybach-Konzept, von der Abbildung der kompletten Patient Journey überzeugt. Patienten können präventiv über die Physiotherapiezentren kommen, wir können sie konservativ betreuen. Ist eine OP notwendig, geht die Betreuung über die eigentliche OP weiter bis zur Nachsorge. Dieses Spektrum ist außergewöhnlich. 

Wirtschaftsforum: Welche Patienten kommen genau zu Ihnen? 

Christina Möller: Wir verstehen uns als spezialisierte ambulante ärztliche Versorgung, die an den Standorten auch eine orthopädische Grundversorgung anbietet. Gesetzlich und privat versicherte Patienten mit unterschiedlichsten orthopädischen Problemen von der Schulter bis zum Fuß werden bei uns mit neuesten medizinischen Verfahren behandelt; zudem bieten wir individuelle Gesundheitsleistungen wie Stoßwellen- oder Magnetwellentherapie an. Auch wenn wir auf die Orthopädie spezialisiert sind, haben wir seit einem Jahr am Standort Schorndorf zudem die Bereiche Allgemeinchirurgie und Proktologie im Angebot. Unser Ärzteteam kümmern sich hier um Hernien, die allgemeine Bauchchirurgie, unterschiedlichste Wundversorgungen. Damit haben sich Orthopädie und Chirurgie als unsere zwei großen Standbeine herauskristallisiert. 

Wirtschaftsforum: Maybach Medical blickt auf einen beeindruckenden Wachstumskurs zurück. Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell, um diesen Kurs fortzusetzen? 

Christina Möller: Neben dem Fachkräftemangel haben wir es mit einer Teuerungsrate zu tun, unter der die gesamte Branche leidet. Hinzu kommt, dass durch die zunehmende Ambulantisierung, die in meinen Augen absolut notwendig ist, erhebliche Investitionen auf uns zukommen werden, wir aber keine Förderungen vom Land erhalten. Wir brauchen deshalb private Investoren, die diese Entwicklung mitfinanzieren. Wir sind ein mittelständisches Unternehmen und arbeiten jeden Tag für eine bestmögliche Patientenversorgung. Damit das auch in Zukunft möglich ist und die Ambulantisierung beschleunigt wird, wäre es wünschenswert, wenn Anreize geschaffen und entsprechende Fördermittel bereitgestellt würden. 

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