Fit für die Smart Factory

Interview mit Alexander August, Geschäftsführer der AEM August Elektrotechnik GmbH

Wirtschaftsforum: Herr August, welche Meilensteine in der Historie von AEM sind aus Ihrer heutigen Sicht besonders wichtig?

Alexander August: Angefangen haben wir 1981 ganz klein als Steuerungsbauer für Heizungs-, Klima- und Lüftungstechnik. Die Firma hat sich dann in Richtung industrielle Lackierung und Oberflächentechnik weiterentwickelt. 1986 haben wir die CAE-Konstruktion in elektronischer Form implementiert und Automatisierungssysteme eingeführt. Ende der 1990er-, Anfang der 2000er-Jahre wurden wir Solution-Partner von OMRON, SIEMENS und B & R und haben uns damit auf Steuerungstechnik spezialisiert. In 2008 haben wir mit der Entwicklung unseres ‘LogiQ Data Information System’ begonnen, um dem Kunden als Komplettanbieter der Automatisierung ein durchgängiges System anbieten zu können. Unser Portfolio haben wir in den letzten Jahren abgerundet mit Maschinenbau, mobiler Robotik und autonomen Fahrsystemen.

Wirtschaftsforum: Wie hat sich das Unternehmen wirtschaftlich entwickelt?

Alexander August: Wir sind kontinuierlich organisch gewachsen. Aktuell beschäftigen wir 104 Mitarbeiter. Unser Ziel ist, bis 2025 auf 130 bis 140 Beschäftigte zu wachsen. Zusätzlich zu unserem alten Standort haben wir neu gebaut und das neue Gebäude auf Wachstum ausgelegt.

Wirtschaftsforum: Mit welchem Hintergrund sind Sie zu AEM gekommen, und wie sehen Sie Ihre Aufgabe als Geschäftsführer?

Alexander August: Ich bin seit 28 Jahren bei AEM. Vorher hatte ich eine handwerkliche Ausbildung abgeschlossen. Bei AEM habe ich alle Bereiche durchlaufen und noch ein Studium absolviert, bevor ich in die Geschäftsführung eingetreten bin. In den etwa zwölf Jahren, die seitdem vergangen sind, ist das Unternehmen um 100% gewachsen. Unser Ziel ist, unseren Kunden als Partner für Gesamtlösungen ein Komplettpaket anbieten zu können und ihn bei seinen logistischen Produktions- und Automatisationsprozessen vollumfänglich zu begleiten. Eine unserer Kernaufgaben besteht darin, uns in allen Disziplinen so aufzustellen, dass wir dem Kunden das beste Gesamtpaket bieten können. Wir wollen mit ihm zusammen über den Tellerrand hinausschauen und sehen, wohin sich seine Produktion und seine Prozesse entwickeln können. Das ist eine extrem spannende Aufgabe.

Wirtschaftsforum: Welche Produkte würden Sie besonders hervorheben?

Alexander August: Unsere neuen Schwerpunkte sind die mobilen Manipulatoren MoMa: Auf einem Roboter, der sich frei bewegen kann, befindet sich ein weiterer, der verschiedene Arbeiten an unterschiedlichen Stationen aus führen kann. Sie und die AMRs, die autonomen mobilen Roboter, sind Schlüsselprodukte, die intralogistische Aufgaben übernehmen können. Mit Produkten wie diesen begleiten wir den Kunden auf dem Weg der Digitalisierung seiner Produktion so weit, wie er es wünscht – bis hin zur Smart Factory.

Wirtschaftsforum: Für welche Branchen sind Sie tätig?

Alexander August: Ursprünglich kommen wir aus der Oberflächentechnik der Automobilzulieferer. Heute ist unser Kundenklientel aber breit gefächert und reicht von der Textilbranche über Intralogistik und Logistik, Lackierung und Oberflächenbeschichtung bis hin zu Förderanlagen sowie in die Bereiche Robotik, Maschinenbau und autonome Systeme. In allen Fällen geht es um die Automatisierung, Visualisierung und Datenerfassung der Prozesse sowie die Bereitstellung und Auswertung der Daten.

Wirtschaftsforum: Warum hat sich Ihrer Meinung nach AEM so erfolgreich entwickelt?

Alexander August: Die wichtigsten Faktoren sind Kontinuität und Innovation. Wir sind gemeinsam mit unseren Mitarbeitern kontinuierlich gewachsen. Alle Mitglieder der Geschäftsleitung sind schon lange dabei. Wir haben uns immer an neuen Technologien orientiert. All das macht uns für unsere Kunden zu einem verlässlichen Partner, der sich immer mit den aktuellen und zukünftigen Technologien auseinandersetzt.

Wirtschaftsforum: Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur beschreiben?

Alexander August: Wir sind ein nicht mehr ganz kleiner Mittelständler, der aber noch nah am Familienbetrieb ist. Die Inhaberfamilie ist in der Geschäftsleitung aktiv.

Wirtschaftsforum: Wie sehen Sie die Zukunft von AEM, wohin möchten Sie das Unternehmen noch führen?

Alexander August: Unsere Vision ist, all unsere Disziplinen weiter zu verzahnen, um die Projekte der Kunden mit ihnen gemeinsam weiterentwickeln zu können. Das Ziel ist eine allumfassende Automatisierungslösung. Um hier immer die neuesten Lösungen einbringen und gleichzeitig attraktive Arbeitsplätze bieten zu können, befassen wir uns auch mit zukünftigen Technologien.

Wirtschaftsforum: Eine persönliche Frage zum Schluss: Was ist Ihre Motivation bei der Wahrnehmung Ihrer Aufgaben als Geschäftsführer?

Alexander August: Im technischen Bereich fasziniert mich, wie eine Idee Realität werden kann. Das ist auch für viele unserer Mitarbeiter ein starker Antrieb. Eine große Motivation ist für mich außerdem, dieses Unternehmen, das sich von einem Zwei-Mann-Betrieb zu dem Automatisierungsunternehmen von heute entwickelt hat, für die Zukunft aufzustellen, es im Team voranzutreiben und für neue Technologien fit zu machen. Auf dem Weg zur Industrie 4.0 und Smart Factory als Technologietreiber ganz vorn mit dabei zu sein, ist für uns alle im Unternehmen unheimlich spannend.

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