Smarte Services für starke Prozesse

Interview mit Markus Zipper, Geschäftsführer der ProLog Automation GmbH & Co. KG

Wirtschaftsforum: Herr Zipper, die ProLog Automation ist ein Spezialist für eine breite Palette an FTS-Dienstleistungen. Wie kam es dazu? 

Markus Zipper: Als Volker Single und ich das Unternehmen 2015 gegründet haben, konnten wir auf fundierte Erfahrungen im Bereich fahrerlose Transportsysteme bauen. Für einen FTS-Hersteller haben wir klassische Projektabwicklung und Reparaturen übernommen und dabei gesehen, dass auch immer mehr mittelständische und kleine Unternehmen sich mit dem Thema beschäftigen. So entstand die Idee, ein eigenes Unternehmen zu gründen und zu skalieren. Wir wollen mit FTS Services nicht nur Hersteller, sondern auch Endanwender unterstützen. Anfangs haben wir uns dabei auf Wartungen, Reparaturen und Inbetriebnahmen von fahrerlosen Transportsystemen konzentriert, heute stehen verstärkt Planungen im Fokus.

Wirtschaftsforum: Können Sie das näher erläutern? 

Markus Zipper: Bei den Beratungen und Planungen geht es beispielsweise darum, den genauen Bedarf zu definieren und Licht in den Dschungel an Herstellern zu bringen.

Um diese komplexen Systeme zu integrieren, ist fachliches Know-how essenziell. Heute helfen wir kleinen und mittelständischen Unternehmen dabei, Automatisierungen mit fahrerlosen Transportsystemen effizient einzusetzen und arbeiten branchen- und herstellerunabhängig. 

Wirtschaftsforum: ProLog hat früh das Potenzial des Marktes erkannt und ist mit dem Bedarf gewachsen. Wie beurteilen Sie die Branche angesichts der herausfordernden Wirtschaftslage? 

Markus Zipper: Wir haben 70 Mitarbeitende, setzen jährlich 7 Millionen EUR um und gehen davon aus, weiter zu wachsen. Natürlich spüren wir, dass es aufgrund von Investitionszurückhaltungen im Mittestand und in der Automobilindustrie schwieriger geworden ist zu wachsen. Für unsere Services bieten sich dadurch aber auch Chancen. Statt in neue Systeme zu investieren, versucht man, bestehende Systeme länger zu nutzen. Wir sind gefragt, wenn durch Optimierungen der Systeme, durch Wartungen und Service, die Effizienz gesteigert werden soll. Ersatzteile, vorbeugende Wartungen, Reparaturen, Systemänderungen, aber auch Simulationen und Reparaturen rücken immer stärker in den Fokus. 

Wirtschaftsforum: Hat sich damit auch Ihre Rolle im Unternehmen verändert? 

Markus Zipper: Ich bin nicht mehr so nah an Kunden, Projekten und dem operativen Tagesgeschäft wie in der Anfangszeit, sondern beschäftige mich stärker mit strategischen Themen wie neuen Robotikanwendungen oder Lagersystemen, um daraus zu wachsen. Dabei haben wir erkannt, wie wichtig es ist, dass alle im Team die gleiche Sprache sprechen und auf dem gleichen Wissensstand sind. Transparenz und regelmäßiger Austausch sind entscheidend. Mitarbeiter, die vor Ort bei den Kunden im Einsatz sind, wissen unter Umständen nicht, wohin wir mit dem Unternehmen wollen und wie wir Wachstum generieren wollen. Um dem entgegenzuwirken, haben wir an der Professionalisierung der internen Kommunikation gearbeitet und All-Hands-Meetings etabliert. Quartalsweise tauschen wir uns mit unseren Mitarbeitern über gute und weniger gut laufende Projekte aus, reden über Optimierungsmöglichkeiten und Kundenfeedbacks, um größtmögliche Transparenz zu schaffen. Das hat zu vielen positiven Effekten geführt.

Wirtschaftsforum: Kommen wir nochmals auf das Portfolio rund um FTS zu sprechen. Wo liegen heute Schwerpunkte? 

Markus Zipper: Weil Inbetriebnahmen neuer Systeme zurückgegangen sind, geht es heute eher darum, die Servicequalität zu erhöhen und zum Beispiel schnelle Einsatzzeiten zu generieren. Dank einer 24-Stunden-Hotline können Kunden Tag und Nacht Kontakt zu uns aufnehmen und bekommen Hilfe. Wir sind zum Teil dauerhaft bei den Kunden im Einsatz. Bei einem Automobilhersteller haben wir vor Ort ein festes Team etabliert, das 24/7 das System des Kunden betreibt. So sorgen wir dafür, dass es zu keinen Bandstillständen kommt und die Anlage hochverfügbar läuft. Für größere Firmen wird es immer attraktiver, nicht nur eine Anlage, sondern das gesamte Know-how, also auch den Betrieb, einzukaufen. Das heißt, Kunden betreiben die Anlage, wir stellen sicher, dass sie hochverfügbar ist, gewartet und repariert wird; nach der Abnahme stehen wir über den gesamten Lifecycle zur Verfügung. 

Wirtschaftsforum: In Zeiten des Fachkräftemangels bekommt dieser Service eine neue Bedeutung. Wie geht ProLog mit dem Thema um? 

Markus Zipper: Wir haben viel Geld und Zeit in Recruitingmaßnahmen gesteckt; daraus ist die ProLog Agentur entstanden, eine Schwestergesellschaft, die auf das Recruiting spezialisiert ist und ihre Services inzwischen auch Dritten anbietet. 

Wirtschaftsforum: Wo sehen Sie ProLog in Zukunft? 

Markus Zipper: Wir möchten uns als herstellerneutraler Consultingpartner für mobile Robotik an der Spitze des Marktes positionieren, der sich mit allen Systemen auskennt, Kunden unterstützt, ihnen hilft, die besten Produkte für ihre Bedürfnisse auszuwählen, einzuführen und dabei die richtige Reihenfolge einhält. Das ist die Voraussetzung dafür, dass die Systeme am Ende so funktionieren wie gewünscht. 

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