Wachstum erfolgreich meistern

Interview mit Gerald Rees, Geschäftsführer der Hüttenhein GmbH & Co. KG Anlagenbau

Wirtschaftsforum: Herr Rees, Sie haben das Unternehmen vor 15 Jahren übernommen, damals mit gerade einmal zwei Mitarbeitern. Seitdem ist viel passiert, die Produktionsfläche wurde mehrfach verdoppelt und zahlreiche Mitarbeiter hinzugewonnen. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Gerald Rees: Das lässt sich nicht pauschal sagen, es sind viele Faktoren und Puzzlesteine, die schlussendlich eine erfolgreiche Entwicklung bewirken. In unserem Gewerk ist ganz sicher die Individualität ein entscheidender Faktor. Die Ansprüche und Visionen unserer Kunden in den unterschiedlichen verfahrenstechnischen Branchen sind schon sehr vielfältig. Hierfür stimmige Konzepte zu entwickeln, lösungsorientiert und auf den konkreten Anwendungsfall zugeschnitten, ist etwas, das uns auszeichnet. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und Termintreue kommen genauso hinzu wie die Zuverlässigkeit unserer Mitarbeiter.

Der Blick über den Tellerrand und eine unkomplizierte, partnerschaftliche Abwicklung werden von unserer Kundschaft ebenfalls positiv bewertet. Und schlussendlich braucht es eine permanente Weiterentwicklung des Teams genauso wie ein Gespür für die passenden Projekte oder die notwendige Investition zur richtigen Zeit.

Wirtschaftsforum: Was sind die größten Herausforderungen, die ein solch starkes Wachstum mit sich bringt, und wie gehen Sie mit diesen um?

Gerald Rees: Unabdingbar ist die Entwicklung des Personals, egal ob extern oder intern. Aus- und Weiterbildung sind Schlüsselkriterien, Fachleute hinzugewinnen ein weiteres. Und dann wächst der Betrieb phasenweise schneller als die internen Strukturen oder die interne Vernetzung der wachsenden Strukturen. Das erzeugt immer mal wieder Reibungsverluste, die auch nicht direkt im Ansatz erkennbar sind. Da gilt es, besonders wachsam zu sein, hinzuschauen und zuzuhören. Weitere Herausforderungen sind sicher auch die Investitionen. Zusätzlich zu den permanent steigenden Werkzeug-, Maschinen-, Personal- und Immobilienkosten werden natürlich auch die Projekte größer. Höhere Vorfinanzierungsanteile und längere Projektlaufzeiten sind parallel die Folge, und ganz klar auch steigende Risiken gilt es immer im Auge zu behalten und auszutarieren.

Wirtschaftsforum: Neben Engineering-Dienstleistungen sowie Service und Wartung bieten Sie das sogenannte 360°-Leistungsspektrum an. Was verbirgt sich dahinter und welche Vorteile bietet es potenziellen Kunden?

Gerald Rees: Zunächst bedeutet es, dass wir alles, was wir liefern, auch selbst ‘engineeren’, fertigen, montieren und final in Betrieb nehmen. Mit Lieferung der Anlage oder Abschluss des Projekts endet unser Leistungsangebot jedoch nicht. Wir decken außerdem den im Anschluss erforderlichen Service ab und sind darüber hinaus für unsere Kunden gerne weiterhin Ansprechpartner, auch für Erweiterungen oder Optimierungen – ‘alles aus einer Hand’, wenn Sie so wollen.

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