Von Rügen in die Welt: Breit­band für ländliche Regionen

Interview mit Rolf Hoffmann, geschäftsführender Gesellschafter der Kabel + Satellit Bergen Kommunikationstechnik GmbH

„Die Kabel + Satellit Bergen ist praktisch ein Kind aus der Wendezeit“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Rolf Hoffmann. „In der Zeit nach der Wende gab es im Osten Deutschlands kaum klassische Kommunikationsfirmen. Die Gründung unseres Unternehmens war eine Reaktion auf die damaligen Herausforderungen, insbesondere die Notwendigkeit, die Plattenbausiedlungen mit Fernseh- und Telefonversorgung auszustatten.“ Durch hohe Investitionen in neue Technologien konnte das Unternehmen ein robustes Telekommunikationsnetz aufbauen, das die Grundlage für die heutige Glasfaserinfrastruktur bildet.

Technologische Innovation

Im Jahr 2000 war Kabel + Satellit Bergen eines der ersten Unternehmen in Deutschland, das Internet über Satellit testete. „Die Technik hatte bei

uns sehr früh Einzug gehalten“, hebt Rolf Hoffmann hervor. Allerdings stellte sich heraus, dass die klassische Satellitentechnologie nicht den heutigen Anforderungen genügte, weshalb sich das Unternehmen auf die Umstellung auf moderne Glasfasertechnologie konzentrierte, was zu einer signifikanten Verbesserung der Bandbreiten führte.

Kooperation und Wettbewerb

Kooperationen haben sich als unabdingbar erwiesen, um die Infrastruktur effizient auszubauen. „Wir sind in den letzten zwei Jahren eine Kooperation mit der Deutschen Telekom eingegangen“, sagt Rolf Hoffmann. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es, die bereits bestehenden Glasfasernetze besser zu nutzen und die Investitionen zu optimieren. „Es ist wichtig, dass wir nicht gegeneinander, sondern kooperativ arbeiten“, fügt er hinzu.

Herausforderungen im ländlichen Raum

Ein zentrales Anliegen von Rolf Hoffmann ist die digitale Versorgung ländlicher Gebiete. „Die Glasfaser muss bis in die Wohnung kommen“, fordert er. Dies sei nicht nur wichtig für die Endverbraucher, sondern auch für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Die Herausforderungen, die sich aus der Zusammenarbeit mit Wohnungsunternehmen ergeben, sind nicht zu unterschätzen. Rolf Hoffmann sieht hier einen klaren Handlungsbedarf: „Die Gebäude-Eigentümer sollten stärker in die Pflicht genommen werden.“

Ehrgeizige Ziele und Übergang an die nächste Generation

Kabel + Satellit Bergen hat sich zum Ziel gesetzt, die digitale Infrastruktur weiter auszubauen. Rolf Hoffmann ist optimistisch: „Wir haben in den letzten Jahren eine Abdeckung von über 60% auf Rügen erreicht. Diese Erfolge sollen nicht nur auf Rügen fortgeführt, sondern auch auf andere Regionen ausgeweitet werden.“ Mit Blick auf die Zukunft ist dem Geschäftsführer auch der Übergang der Firma an seinen Sohn Daniel Hoffmann sehr wichtig: „Mein Sohn ist seit 25 Jahren im Unternehmen tätig. In dieser Zeit hat er nicht nur alle Bereiche von Grund auf kennengelernt, sondern ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass moderne Entwicklungen im Breitbandzentrum vorangetrieben werden. Zudem engagiert er sich in besonderem Maße für die kontinuierliche Weiterbildung des Personals.“ Gerade vor dem Hintergrund eines Arbeitsmarktes, in dem es zunehmend an Kompetenz, Erfahrung und Eigeninitiative zur nachhaltigen Sicherung von Arbeitsplätzen mangelt, ist dieses Engagement bedeutsam. „Digitalisierung ist zwar ein oft verwendeter Begriff, doch was konkret und nachhaltig über mehr als 20 Jahre hinweg positiv erreicht werden kann, ist längst nicht allen bewusst“, gibt Rolf Hoffmann zu bedenken. Tatsächlich hat sich die digitale Bildung zu einer zentralen Kernkompetenz des Unternehmens entwickelt. Der Übergang an die 2. Generation steht somit nicht nur für Kontinuität, sondern auch für Innovation, Zukunftsfähigkeit und die konsequente Weiterentwicklung des Unternehmens.

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