Weltweit gefragter Marktteilnehmer

Interview mit Alessandro Sansone, Conventional Equipment Business Line Director der MANGIAROTTI spa

„Wir sind Lieferant von Komponenten mit einer umfangreichen Kundenliste“, erläutert Alessandro Sansone, Conventional Equipment Business Line Director der MANGIAROTTI spa. Und diese Referenliste kann sich sehen lassen, finden sich dort doch so illustre Namen wie Honeywell, BP, Shell und Air Liquide. „Wir liefern Engineeringprodukte auf der Basis technischer Unterlagen unserer Kunden“, beschreibt Alessandro Sansone den Prozess. „Wir bauen große Druckbehälter, Wärmetauscher, Reaktoren und Säulen aus einer Vielzahl von Materialien. Unsere Experten schweißen diese großen Elemente zusammen. Jeder Auftrag ist individuell und kein Teil gleicht dem anderen.“

Besonders beeindruckend sind die Ausmaße der Komponenten, die bis zu 70 m lang sein können und bis zu 1.400 t wiegen. „Die Fertigstellung kann bis zu 18 Monate dauern“, ergänzt Alessandro Sansone. „Es sind große Komponente mit Durchmessern zwischen 4 und 10 m und 300 mm dicken Wänden.“

Versand per Schiff möglich

Das 1930 gegründete Unternehmen engagierte sich zunächst in der Bergwerkstechnik. In den 1970er-Jahren begann MANGIAROTTI mit der Produktion von Ventilen und legte den Schwerpunkt zunehmend auf die Öl- und Gasbranche.

Gegenwärtig gehört MANGIAROTTI zu Westinghouse, hat 400 Mitarbeiter und erzielt projektabhängig Verkäufe über 75 Millionen EUR. Neben dem ursprünglichen Firmensitz in Sedegliano bei Udine betreibt MANGIAROTTI seit 2012 einen weiteren Produktionsstandort mit eigenem Dock in Monfalcone bei Gorizia für Schiffe, welche die gefertigten Teile transportieren können.

„Manche Komponenten, die wir bauen, können wir in Einzelteilen verschiffen und sie werden vor Ort zusammengebaut“, erklärt Alessandro Sansone. „Von unserem Werk bis zur Schiffsverladung sind es nur 50 m.“

Wichtiges Geschäft im Mittleren Osten

90% der Produkte setzt MANGIAROTTI außerhalb Italiens ab. „Bedeutende Kunden sitzen im Mittleren Osten“, sagt Alessandro Sansone. „Wir liefern nach Südamerika, China und Russland und andere Länder rund um den Globus.“

Auf Fachmessen und durch ein ausgedehntes Netzwerk von Agenten werden Kontakte zu potenziellen Abnehmern geknüpft. Gegenwärtig ist die wichtigste für das Geschäft die ADIPEC in Abu Dhabi. „In diesem Geschäft hat man nur Chancen, wenn man Referenzen vorweisen kann“, weiß Alessandro Sansone.

Strategische Visionen

„Ich glaube, dass wir die technischen Anforderungen unserer Kunden gut verstehen und ihnen schnell Produkte von hoher Qualität liefern“, ist sich Alessandro Sansone sicher. „Wir müssen diese Qualität liefern, um Produktionsausfälle in den Werken unserer Kunden zu vermeiden. Wenn ein Kunde hohe Qualität haben möchte, ruft er bei Mangiarotti an.“

Neben Qualitätsprodukten bietet MANGIAROTTI auch Ingenieurtätigkeiten und Support auf der ganzen Welt an. Hochqualifizierte Mitarbeiter, zum Beispiel Schweißer, bauen die Komponenten und sie warten und reparieren zudem Ausrüstung von MANGIAROTTI und anderen.

Überhaupt ist die Schweißtechnik eine der wichtigsten Kompetenzen des italienischen Unternehmens. Diese Fertigkeit macht MANGIAROTTI auch für andere Branchen interessant. Beispielsweise arbeitet das Unternehmen seit einiger Zeit in der Nukleartechnik.

Für Alessandro Sansone sind nachhaltige Produkte sowie starke Partnerschaften mit den Kunden absolut wichtig: „Wir brauchen eine zielgerichtete strategische Vision, die aber nicht zu komplex sein darf, sowie innovative Ideen. Wie in einem Orchester, ist es wichtig exzellente Solisten zu haben, aber das gesamte Ensemble muss zusammen organisiert sein, um herausragend zu spielen.“

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