„Möbel muss man anfassen, fühlen, ausprobieren“

Interview mit Michael Kösters, Geschäftsführer über Möbel Ewald Kösters GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Kösters, erzählen Sie uns etwas über die Geschichte Ihres Unternehmens – und auch über Ihre eigene. Wie sind Sie in diese Position gekommen?

Michael Kösters: Das Unternehmen wurde 1954 von meinen Großeltern gegründet. Mein Großvater begann nach dem Krieg mit einem Fahrradanhänger – Stoffe, Holzschuhe, erste Möbelstücke. Verkauft wurde in den Bauernschaften, vorzugsweise schon zur Verlobung, nicht erst zur Hochzeit. Später kam der erste Lkw dazu. Mein Vater stieg 1973 ein, übernahm bald die Geschäftsführung und baute das Geschäft konsequent aus. Heute haben wir zwei Standorte mit rund 15.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Ich selbst bin hier groß geworden – mein Geburtshaus war direkt am Stammhaus. Seit 13 Jahren bin ich fest im Unternehmen, inzwischen gemeinsam mit meinem Bruder Manuel und meinem Vater.

Wirtschaftsforum: Wie prägt das Ihre Arbeitsweise als Geschäftsführer?

Michael Kösters: Ich sitze nicht abgeschottet im Büro, sondern arbeite auf allen Ebenen mit. Wir packen selbst mit an – sei es im Verkauf, im Einkauf oder wenn Möbel ausgeliefert werden müssen. Diese Nähe ist wichtig, auch im Miteinander mit unseren 55 Mitarbeitenden. Wir sind alle per Du, was die Atmosphäre persönlicher macht. Natürlich gibt es Regeln und Strukturen, aber 95 Prozent der Arbeit machen einfach Freude.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt Kundennähe für den Erfolg?

Michael Kösters: Eine entscheidende. Wir werden nie die Größten oder Billigsten sein, aber wir können mit Verlässlichkeit, Persönlichkeit und Service punkten. „Kümmern“ ist bei uns keine Floskel. Wir haben eigene Monteure, ein eigenes Lager, wir kennen alle Mitarbeitenden beim Namen. Viele Kunden bleiben uns seit Jahren treu, weil sie Beratung und Ehrlichkeit schätzen. Rabattschlachten machen wir nicht mit – wir stehen zu marktgerechten Preisen.

Wirtschaftsforum: Ihr Standort an der Dieselstraße wirkt wie ein Glücksfall. War das strategische Planung?

Michael Kösters: Absolut. Mein Vater hat Mitte der 1990er Jahre die Fläche gekauft, als hier das Gewerbegebiet entstand. Heute fahren täglich 10.000 Autos an unserem Haus vorbei. Das ist ein Geschenk, das wir nutzen – und wir haben noch Reserven für die Zukunft.

Wirtschaftsforum: Die Möbelbranche ist hart umkämpft, große Ketten sitzen gleich nebenan. Wie behaupten Sie sich?

Michael Kösters: Mit Ehrlichkeit, fairen Preisen und Persönlichkeit. Unser Slogan lautet: „Wir machen die Preise.“ Wir scheuen keinen Vergleich mit Internet oder Ketten. Und wir bieten etwas, was die Großen nicht leisten können: persönlichen Service. Wenn etwas nicht passt, fahren wir selbst raus. Diese Handschlagqualität unterscheidet uns.

Wirtschaftsforum: Welche Entwicklungen treiben Sie im Unternehmen voran?

Michael Kösters: Wir investieren kontinuierlich in unsere Häuser – neue Abteilungen, moderne LED-Beleuchtung, digitale Systeme. Gleichzeitig achten wir darauf, dass die Balance stimmt. Wachstum ja, aber nicht um jeden Preis. Wir haben unsere optimale Größe erreicht. Eine Expansion mit Filialen passt nicht zu uns.

Wirtschaftsforum: Wie sieht Ihre persönliche Vision für die Zukunft aus?

Michael Kösters: Mir ist wichtig, dass wir auch in zehn Jahren noch mit Persönlichkeit und Ehrlichkeit am Markt stehen. Online-Handel ist für uns kein Thema – Möbel muss man anfassen, fühlen, ausprobieren. Ich will das Unternehmen gemeinsam mit meinem Vater und meinem Bruder so weiterführen, dass wir modern bleiben, aber unseren Kern nicht verlieren: die Nähe zum Kunden.

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