„Der enge persönliche Kontakt zum Kunden ist unser Erfolgsgeheimnis!“

Interview mit Sascha Zimmermann, Managing Director der MP Filtri Germany GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Zimmermann, seit 1964 tritt MP Filtri als kompetenter Lösungsanbieter für Hydraulikanwendungen im Markt auf. Worin genau liegt dabei die zentrale Expertise Ihres Unternehmens?

Sascha Zimmermann: Bis heute besteht unser Kerngeschäft in der Entwicklung und Herstellung von Hydraulikfiltern sowie in entsprechenden Vertriebstätigkeiten, die die MP Filtri Germany GmbH als lokale Tochtergesellschaft im DACH-Raum abbildet. Im Laufe der Jahre haben wir unser Leistungsspektrum ferner um weitere Tätigkeitsfelder erweitert, mit denen wir unsere Kunden mit unseren gewachsenen Kernkompetenzen noch an anderen, eng verwandten Stellen unterstützen können. So bieten wir inzwischen auch Komponenten wie Einfüllstutzen, Luftfilter oder Anzeigesysteme für den Ölstand in Hydrauliktanks an. Zudem gehören mittlerweile auch Pumpenträger und Kupplungen zu unserem Produktsortiment, die für die Verbindung zwischen der Hydraulikpumpe und dem E-Motor im entsprechenden System unerlässlich sind. Ebenso erlebt unsere Expertise auf dem Gebiet der Partikelzähltechnik eine rege Nachfrage – hier sorgen unsere Systeme für eine kontinuierliche Überwachung der Hydraulikflüssigkeiten auf eventuelle Verunreinigungen, durch die die entsprechenden Anlagen im Hydraulikkreislauf Schaden nehmen könnten. Denn selbst wenn das Öl für das menschliche Auge sauber aussieht, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass es auch hinreichend rein ist.

Wirtschaftsforum: Auf welche Branchen erstreckt sich dabei Ihr Engagement?

Sascha Zimmermann: Wir bewegen uns grundsätzlich mit einem sehr generalistischen Portfolio im Markt; unsere Kunden sind somit in den unterschiedlichsten Industriesegmenten aktiv – schließlich finden Hydrauliksysteme in sehr vielen verschiedenen Bereichen Verwendung. Neben Automobilzulieferern zählen somit auch Pharma-, Agrar- und Baumaschinenunternehmen sowie lebensmittelverarbeitende Betriebe zu unseren Abnehmern.

Wirtschaftsforum: Dabei schätzen Ihre Kunden neben den eigentlichen Produkten auch Ihre technologische Expertise?

Sascha Zimmermann: Genau – denn sehr häufig müssen wir zusammen mit unseren Kunden individuelle Lösungen finden, die den spezifischen technischen Gegebenheiten ihrer jeweiligen Anlagen Rechnung tragen. So müssen unsere Filter mitunter in einer bestimmten Form ausgelegt werden oder spezifische Einbaumaße, eine bestimmte Gewindeform oder eine besondere Befestigungsart aufweisen, um nahtlos mit den vorhandenen Komponenten interagieren zu können. Denn bei einer Vielzahl unserer Kunden handelt es sich um mittelständische OEMs, die wiederum für ihre eigenen Kunden individuelle Lösungen ausarbeiten. Als Zulieferer der Zulieferer müssen wir deshalb konsequent durch eine besondere Flexibilität und Anpassungsfähigkeit überzeugen.

Wirtschaftsforum: Ein Trumpf, den MP Filtri mit seiner Vertriebsniederlassung in Deutschland voll und ganz ausspielen kann?

Sascha Zimmermann: Hierin liegt sicherlich ein enormer Vorteil unserer Unternehmensstruktur: Wir bedienen den DACH-Raum von Deutschland aus und können mit unseren Kunden auf Augenhöhe, mit einem tiefgreifenden Verständnis ihrer jeweiligen Problemstellungen und in deutscher Sprache kommunizieren. Da wir in unserer geografischen Region zudem als relativ kleines Team agieren, entsteht gleichsam ein enger persönlicher Kontakt zu den jeweiligen Ansprechpartnern bei unseren Kunden, worin eine wichtige Grundlage für ein starkes wechselseitiges Vertrauensverhältnis liegt, das gerade in Krisenzeiten wie der Coronapandemie und den damit einhergehenden Verwerfungen in den Lieferketten für beide Seiten unverzichtbar war. Eine individuelle, vertrauensvolle und persönliche Beratung sowie eine schnelle Reaktion auf jede Kundenanfrage sind essenzielle Voraussetzungen für unseren anhaltenden Unternehmenserfolg.

Wirtschaftsforum: Sie selbst sind mittlerweile seit knapp einem Jahr für MP Filtri tätig. Was schätzen Sie an Ihrem Arbeitsumfeld persönlich?

Sascha Zimmermann: Besonders gefallen mir die vielen Freiheiten, die uns die agilen Strukturen unseres Unternehmens ermöglichen: Neue Ideen werden sehr schnell und inhaltlich stringent umgesetzt, die Wege sind kurz, die Entscheidungsfindung ist einfach. Diese Nutzbarmachung von lokalem Wissen ist von unschätzbarem Wert, um schnell auf Veränderungen bei den Kundenanforderungen reagieren zu können. Gleichzeitig schätze ich den engen persönlichen Kontakt zu unserer Führungsebene in Italien: Wie beim ständigen Austausch mit unseren Kunden zählen auch hier persönliches Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung. Diese Kultur bestimmt jeden Tag aufs Neue unser unternehmerisches Handeln.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Anlagen- und Maschinenbau

„Standard ist nicht unbedingt besser!“

Interview mit Morris Wilisch, geschäftsführender Gesellschafter der masetec GmbH

„Standard ist nicht unbedingt besser!“

Mit masetec versorgt Morris Wilisch seit vielen Jahren Unternehmen aus verschiedensten Industriezweigen mit Sensorsystemen und den dazugehörigen Magneten. Warum eine Standardlösung dabei nicht immer kosteneffizienter ist, wie er auch im…

Mit Flexibilität durch den Wandel

Interview mit Dario Peran, geschäftsführender Gesellschafter der Brämig & Stehling GmbH

Mit Flexibilität durch den Wandel

Automatisierung gilt als einer der Schlüssel, um industrielle Produktion in Deutschland wettbewerbsfähig zu halten. Doch ausgerechnet in einer Phase, in der Investitionen dringend nötig wären, agieren viele Unternehmen zurückhaltend. Für…

„Eigentlich hat jeder schon den Startschuss gehört!“

Interview mit Tassilo Hibler, Technical Director der SD GmbH Klaus Hirsch

„Eigentlich hat jeder schon den Startschuss gehört!“

Die SD GmbH Klaus Hirsch fertigt seit 30 Jahren hochpräzise Rohrformteile, die vorwiegend in der Automobilindustrie sowie in der Energietechnik eingesetzt werden. Inzwischen knüpft das Unternehmen aber auch Kontakte in…

Spannendes aus der Region Saarpfalz-Kreis

Gut befördert: Mit der richtigen Technik hoch hinaus

Interview mit Marian Frick, Geschäftsführender Gesellschafter der AMIG GmbH & Co. KG

Gut befördert: Mit der richtigen Technik hoch hinaus

Ob Neubau, Modernisierung oder komplexe Hochhausprojekte – wo Aufzüge benötigt werden, sind die Experten der AMIG GmbH & Co. KG aus Nonnweiler im Saarland mit ihrer langjährigen Erfahrung und Expertise…

Wo Versorgung  zur Zukunftsaufgabe wird

Interview mit Marc Sprengard, kaufmännischer Leiter der Stadtwerke Ramstein-Miesenbach GmbH

Wo Versorgung zur Zukunftsaufgabe wird

Die Energie- und Versorgungsbranche befindet sich im größten Wandel ihrer Geschichte. Die Energiewende, steigende Regulierung, Digitalisierung und veränderte Kundenansprüche stellen Stadtwerke vor enorme Herausforderungen. Als kommunale Infrastruktur­unternehmen gelten sie als…

Mehr als Masse

Interview mit Martin Bauer, Geschäftsführer der terraplastik Spritzguss­technik GmbH

Mehr als Masse

Wer einen Spritzguss-Dienstleister sucht, findet schnell viele Angebote und doch selten einen wie diesen. terraplastik Spritzgusstechnik aus Merzig verbindet technische Kompetenz mit klaren Werten: Preistransparenz, Partnerschaft auf Augenhöhe und echte…

Das könnte Sie auch interessieren

Schnell reagieren können

Interview mit Steven Herpichböhm, CTO der Gramß GmbH Kunststoffverarbeitung

Schnell reagieren können

Wie wird aus einem kleinen Familienbetrieb ein hochmoderner Kunststoffspezialist mit 150 Maschinen? Steven ­Herpichböhm, CTO der Gramß GmbH in Spechtsbrunn bei Sonneberg, kennt die Antwort. Im Interview spricht er über…

Der Airbag für Lithium-Ionen-Batterien

Interview mit Philipp Helmle, Geschäftsführer der LogBATT GmbH

Der Airbag für Lithium-Ionen-Batterien

Die Sicherheitsanforderungen an den Transport von Batterien für die Elektromobilität und ähnliche Anwendungsfelder sind immens: Seit 2017 entwickelt LogBATT aus dem Neckartal hierfür zielgerichtete Produkte für den gesamten Batterie­lebenszyklus von…

„Die ESA sagte uns, was wir machen, sei unmöglich!“

Interview mit Tom Segert, Mitgründer und CEO der Berlin Space Technologies GmbH

„Die ESA sagte uns, was wir machen, sei unmöglich!“

Kaum ein Unternehmen dürfte derart komplex zu gründen und zu skalieren sein wie ein Satellitenhersteller: Tom Segert und seine Partner haben es dennoch getan – mit beachtlichen Erfolgen, die sich…

TOP