Die Zukunft des Wohnens ist vernetzt

Interview mit Interview mit Marco Gasparini, Operations Director der VEMER S.p.A.

Wirtschaftsforum: Herr Gasparini, VEMER blickt auf eine lange Unternehmensgeschichte zurück. Wie hat sich das Unternehmen entwickelt?

Marco Gasparini: Die Marke VEMER wurde 1980 gegründet und war zunächst im italienischen Markt für Elektromaterial aktiv. Ein wichtiger Meilenstein war 1987 der Einstieg in die Produktion elektronischer Geräte an unserem Standort in Feltre. Seit 2007 sind alle Unternehmensbereiche hier gebündelt – von Entwicklung und Produktion bis zu Vertrieb und Marketing. In dieser Zeit haben wir unseren Fokus immer stärker auf elektronische Lösungen für Building Automation, Thermostate, Chronothermostate und digitale Steuerungssysteme gelegt.

Wirtschaftsforum: Wie ist das Unternehmen heute aufgestellt?

Marco Gasparini: Wir beschäftigen rund 100 Mitarbeiter. Besonders wichtig ist unsere Entwicklungsabteilung mit etwa 12 bis 15 Spezialisten im Bereich Elektronik und Engineering. Insgesamt ist unser Unternehmen sehr technologieorientiert. Gleichzeitig ist unser Team zu etwa 60 bis 65% weiblich geprägt – sowohl in der Produktion als auch in anderen Unternehmensbereichen. Das ist für ein Industrieunternehmen durchaus bemerkenswert.

Wirtschaftsforum: Wer sind Ihre wichtigsten Kunden und Märkte?

Marco Gasparini: Wir arbeiten hauptsächlich mit Großhändlern für Elektromaterial zusammen sowie mit Unternehmen aus dem DIY- und Fachhandelsbereich. Darüber hinaus entwickeln wir OEM-Produkte für internationale Konzerne der Branche. Italien ist mit etwa 60% unser wichtigster Markt, gleichzeitig exportieren wir heute in rund 40 Länder weltweit. Besonders präsent sind wir in Frankreich, im Mittleren Osten und zunehmend auch in anderen internationalen Märkten.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielen internationale Messen und digitale Kommunikation?

Marco Gasparini: Beides ist für uns sehr wichtig. Wir nehmen seit fast 20 Jahren regelmäßig an der Light + Building in Frankfurt teil und sind zudem auf wichtigen Fachmessen im Mittleren Osten vertreten. Parallel dazu investieren wir stark in digitale Kommunikation. Unsere Website wurde umfassend modernisiert, technische Dokumentationen stehen in vielen Sprachen zur Verfügung, und wir nutzen Social Media sowie YouTube intensiv, um Produkte und Anwendungen verständlich zu erklären.

Wirtschaftsforum: Welche technologischen Entwicklungen stehen derzeit im Mittelpunkt?

Marco Gasparini: Ein zentraler Bereich ist das Internet of Things. Wir entwickeln seit Jahren vernetzte Produkte, die sich remote steuern lassen. Angefangen hat das mit Thermostaten und Lösungen für den Wohnkomfort. Heute geht es zunehmend um Energieüberwachung, Verbrauchsoptimierung und intelligente Steuerungssysteme im Zusammenhang mit Photovoltaik und erneuerbaren Energien. Ziel ist es, Energie effizienter zu nutzen und Verbrauch transparenter zu machen.

Wirtschaftsforum: Was macht VEMER aus Ihrer Sicht besonders?

Marco Gasparini: Wir entwickeln und produzieren vollständig in Italien und verbinden technologische Kompetenz mit hoher Flexibilität. Unsere Stärke liegt darin, Innovation mit konkretem Nutzen zu verbinden – sowohl für professionelle Installateure als auch für Endkunden. Gleichzeitig sehen wir Nachhaltigkeit nicht als Trend, sondern als langfristige Verantwortung. Deshalb investieren wir kontinuierlich in Lösungen, die Energieverbrauch reduzieren und Ressourcen effizienter nutzbar machen.

Wirtschaftsforum: Die vergangenen Jahre waren von zahlreichen Krisen geprägt. Wie hat sich das auf Ihr Unternehmen ausgewirkt?

Marco Gasparini: Die Lieferkettenprobleme und Materialengpässe waren natürlich eine große Herausforderung. Gerade elektronische Komponenten waren zeitweise schwer verfügbar. Wir mussten viele Produkte kurzfristig anpassen und alternative Lösungen entwickeln. Gleichzeitig hat die gestiegene Sensibilität für Energieeffizienz unsere Märkte deutlich belebt. Dadurch konnten wir neue Produkte entwickeln, etwa zur Luftqualitätskontrolle oder zur Optimierung des Energieverbrauchs in Verbindung mit Photovoltaikanlagen.

Wirtschaftsforum: Welche Zukunftsziele verfolgen Sie?

Marco Gasparini: Wir wollen unsere Position im Bereich vernetzter Produkte weiter ausbauen. Besonders spannend finden wir den Ansatz, Produkte künftig stärker als Service anzubieten. Die Idee dahinter ist, dass der Kunde nicht nur ein Gerät kauft, sondern laufende digitale Services erhält – inklusive Updates, Wartung oder Austausch. Darüber hinaus sehen wir große Chancen im Bereich Energieeffizienz von Gebäuden und in der zunehmenden Elektrifizierung vieler Lebensbereiche.

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