Eine Plattform: Alles buchen

Interview mit Lucian Holtwiesche, Geschäftsführer & Co-Founder der anny GmbH

Wer einen Arbeitsplatz reservieren, einen Besprechungsraum buchen, einen Firmenwagen nutzen oder einen Beratungstermin vereinbaren möchte, greift meist auf unterschiedliche Systeme zurück. Die Kölner anny GmbH verfolgt einen anderen Ansatz: Alles wird über eine einzige Plattform organisiert. Gegründet wurde das Unternehmen von den Brüdern Lucian und Simeon Holtwiesche sowie Adriaan Wind. Was als unternehmerische Leidenschaft während des Studiums begann, entwickelte sich zu einer flexibel einsetzbaren Buchungsplattform für Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Dienstleister. „Warum gibt es nicht diesen einen zentralen Ort, wie man es von einem Amazon oder Shopify kennt?“, beschreibt Lucian Holtwiesche die ursprüngliche Idee. Heute nutzen Kunden vom Yogastudio bis zum internationalen Konzern die Lösung, um Ressourcen effizient zu verwalten. Dabei

betrachtet anny nahezu alles als buchbare Ressource: Räume, Fahrzeuge, Arbeitsplätze, Parkplätze, Veranstaltungen und sogar Personen. Die Plattform bildet unterschiedlichste Buchungsszenarien innerhalb eines Systems ab und vereinfacht damit komplexe organisatorische Abläufe.

Entwicklung in Richtung AI
Besonders stark vertreten ist anny im Bereich Workplace Management. Unternehmen nutzen die Software, um hybride Arbeitsmodelle zu organisieren, Arbeitsplätze zu reservieren oder die Auslastung von Besprechungsräumen und Fuhrparks transparent darzustellen. Auch Städte, Kommunen und Hochschulen setzen auf die Lösung – etwa für Terminvergaben, Bi­bliotheksplätze, Equipmentverleih oder Hochschulsportangebote. Das Unternehmen wächst dabei vollständig eigenfinanziert und ohne Investoren. Rund 20 Teammitglieder arbeiten heute an der Weiterentwicklung der Plattform. Ein wichtiger Mehrwert liegt in der Transparenz der Daten. Unternehmen erkennen auf einen Blick, wie stark vorhandene Ressourcen tatsächlich genutzt werden. Dadurch lassen sich Kapazitäten besser planen und oftmals auch Kosten reduzieren. Gleichzeitig zahlt das Modell auf das Thema Nachhaltigkeit ein. „Wir ermöglichen es, dass Unternehmen ihre bestehenden Ressourcen intelligenter nutzen und deswegen auch nachhaltiger sind“, betont der Geschäftsführer. Aktuell steht bereits der nächste Entwicklungsschritt an. Mit „anny ai“ erweitert das Unternehmen seine Plattform um einen KI-basierten Buchungskanal. Künftig sollen Nutzer Buchungen vollständig per natürlicher Sprache am Telefon vornehmen können – von der Verfügbarkeitsabfrage bis zur abgeschlossenen Reservierung. Für die Gründer bleibt dabei der ursprüngliche Antrieb unverändert: Probleme identifizieren, Lösungen entwickeln und mit Technologie echten Mehrwert schaffen.

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