Vier Tage Volldampf voraus

Interview mit Michael Link, Geschäftsführender Gesellschafter der Bliersbach Haustechnik GmbH

Stehen geblieben ist das traditionsreiche Unternehmen, das auf 130 Jahre Firmengeschichte zurückblicken kann, nie und so verwundert es auch nicht, dass der Name Bliersbach heute in der Region Köln-Bonn für Qualität und Innovation steht. Seit 2010 ist Michael Link alleiniger Inhaber und Geschäftsführer. „Aber ohne unsere Mitarbeiter wären wir nicht da, wo wir heute sind. Derzeit beschäftigen wir knapp über 50 Leute, aber wir könnten weit mehr einstellen. Ich denke, 60 bis 70 Mitarbeiter wäre eine realistische Zahl; das gibt der Auftragsmarkt für uns her“, unterstreicht Michael Link. „Aber leider bremst uns der Fachkräftemangel massiv aus.“

Neues Zeitmodell ein Erfolg

Um gegenzusteuern, hat Bliersbach im letzten Jahr einen wichtigen Schritt getan, bevor mit den Babyboomern immer mehr Mitarbeiter in Rente gehen und kein Nachwuchs nachkommt. „Wir sind tatsächlich in die Viertagewoche gewechselt. Das war in Abstimmung mit unseren Mitarbeitern ein riesiger Motivationsgrund. Im Nachhinein betrachtet kann ich sagen: Wir hätten das viel früher einführen sollen“, unterstreicht Michael Link, der nicht versteht, dass viele Unternehmer so viele Vorbehalte haben.

„Unsere Erfahrungen sind durchweg positiv. Unsere vier Arbeitstage sind länger, aber so können wir frühmorgens und spätnachmittags auch noch die Kunden aufsuchen, die sich nicht extra frei nehmen können, wenn unser Kundendienst kommt.“

Und auch aus kaufmännischer Sicht hat sich gezeigt, dass die Viertagewoche bei Bliersbach sich in weniger Verschleiß beim Fuhrpark niederschlägt. „Der Freitag war bisher sowieso ein kurzer Arbeitstag, an dem nicht viel geschafft wurde. Der fehlt uns nicht“, ergänzt Michael Link. „Die Mitarbeiter sind hochzufrieden und wir konnten sogar einige neue Mitarbeiter finden. Oft sind es gerade sehr erfahrene Kräfte um die 50, für die dieses Modell ein Anreiz ist, zu uns zu wechseln.“

Dabei bleibt der Kunde immer im Fokus, denn auch freitags sind Erreichbarkeit und Notdienst immer gewährleistet. „Das ist einfach eine Sache der Planung. Jeder übernimmt einmal einen Notdienst, dann klappt das“, so Michael Link, der sich bewusst ist, dass seine Kunden neben den Mitarbeitern sein höchstes Gut sind.

Kundenbelange haben Priorität

Bliersbach bewegt sich vor allem im klassischen Heizungs- und Sanitärbau und ist sehr intensiv im Kundendienst tätig. „Ganz stark ist bei uns der gehobene Einfamilien-Neubau. Wir haben sehr viel getan, um in diesen Markt hineinzukommen, das geht nicht über Nacht“, erklärt Michael Link. „Dieses Segment ist sehr anspruchsvoll und erwartet neueste Technik und Standards. Das können wir, und inzwischen sind wir darin so gut, dass viele Kunden über Mund-zu-Mund-Propaganda den Weg zu uns finden.“

Weniger gut gefällt dem Firmeninhaber die derzeitige politische Ausgangssituation. „Wir müssen die ganzen bürokratischen Vorschriften langsam auf ein Normalmaß herunterfahren. Uns sind Kontinuität und langfristige Planungsmöglichkeiten ganz wichtig. Der ganze Mittelstand leidet unter ständig wechselnden und wachsenden Vorschriften. Ich finde außerdem, dass auch die Stellung der Arbeitgeber gestärkt werden muss. Es kann nicht sein, dass immer alles auf uns abgewälzt wird. Da wünsche ich mir von oben einfach mehr Unterstützung. Handwerksbetriebe spielen oft im Vergleich zu Großunternehmen nur die zweite Geige, und das völlig zu Unrecht. Das muss sich dringend ändern.“

In den kommenden Jahren möchte Bliersbach das gesunde Wachstum fortsetzen und weiterhin ein offenes Ohr für Kunden und Mitarbeiter haben, denn schließlich sind beide Garanten dafür, dass es dem Unternehmen auch in zehn Jahren und mehr noch gutgeht.

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