Heizungs- und Sanitärarbeiten der fränkischen Meisterklasse

Interview mit Cengiz Sahin, Geschäftsführer der Flossmann & Grünbeck GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Sahin, die Flossmann & Grünbeck GmbH der Builtech Gruppe verspricht als Heizungs- und Sanitärbetrieb eine Qualität der ‘fränkischen Meisterklasse’ – in welchen Geschäftsfeldern engagieren Sie sich dabei genau?Cengiz Sahin: Wir sind operativ ausschließlich im Großraum Nürnberg aktiv, wo wir hauptsächlich im Rahmen größerer Projekte auftreten – vielfach auch für die öffentliche Hand, etwa im Schul- und Wohnungsbau, bei der Errichtung von Kindergärten und -horten sowie bei der Wartung und Instandhaltung von unterschiedlichen Gebäudetypologien wie auch von Kraftwerken und der infrastrukturellen Begleitung von Krankenhäusern wie jüngst etwa beim Klinikum Nord, also unter Rahmenbedingungen mit besonders hohen Anforderungen.

Schulen und Kindergärten fallen beispielsweise unmittelbar in die Gebäudeklasse 5, weshalb automatisch die striktesten Brandschutzvorschriften gelten. Unser entscheidendes Wertversprechen liegt dabei insbesondere in unserer hohen Dienstleistungsqualität – denn Service wird bei uns großgeschrieben.

Wirtschaftsforum: Die Wärmewende ist durch das Gebäudeenergiegesetz auch jenseits Ihrer Branche zum Dauerthema geworden – wie erleben Sie die derzeitigen regulatorischen Rahmenbedingungen?

Cengiz Sahin: Man muss das GEG zunächst einmal richtig lesen können. Die inhaltlichen Weichenstellungen sind wichtig für den Klimaschutzfahrplan. Wir müssen bei der großen Herausforderung der Transformation sehr gut beratend wirken und die betroffenen Anlagenbetreiber mitnehmen und motivieren, damit wir auch die Klimaschutzziele und die Energiewende zügiger schaffen können. Das kann nur gelingen, indem die Vorgaben des GEG optimal auf den Nutzerbedarf abgestimmt werden.

Dabei sind die richtigen Techniken anzuwenden, die Anlagenkonfiguration effizienter zu gestalten, um im Ergebnis auch den Anteil an erneuerbaren Energien so zu steigern, dass erheblich mehr als die Erfüllungsoption erreicht wird. Die Dekarbonisierung und somit die deutliche Reduzierung des CO2-Ausstoßes muss unser Anspruch sein, um die schöpferische Daseinsberechtigung für die nächsten Generationen zu erhalten.

Wirtschaftsforum: Was wäre aus Ihrer Sicht eine zielführende Maßnahme?

Cengiz Sahin: In diesem Kontext denke ich oft an die Abwrackprämie für Pkw, die im Zuge der Finanzkrise 2008 beschlossen wurde – etwas Ähnliches könnte ich mir auch für die Heizungsbranche vorstellen, um zunächst die immer noch betriebenen, deutlich in die Jahre gekommenen Dreckschleudern aus dem Verkehr zu ziehen, anstatt einen unnötigen Kahlschlag durchzusetzen. Bei Anlagen mit Brennwerttechnik wird ja bereits die latente Wärme nutzbar gemacht, woraus sich schon eine deutlich bessere CO2-Bilanz ergibt. Bevorzugt werden müssen natürlich die regenerativen Energiequellen wie Wärmepumpe, Geothermie, Fernwärme, Solarthermie und andere.

Im Zuge der kommunalen Wärmeplanung hat die Bundesebene den Städten und Gemeinden nun eine große Aufgabe übertragen, um genau die regenerativen Energiequellen im städtischen Kontext vorzugeben und die notwendigen Netze auszubauen sowie Quartierslösungen anzubieten, damit der Anlagenbetreiber eine sachlich transparente Orientierung bekommt – dies darf jedoch nicht dazu führen, dass die Kommunen mit dieser gigantischen Herausforderung und Verantwortung alleingelassen werden. Es müssen städtebauliche Finanzierungsmöglichkeiten für diese Mammutaufgabe bereitgestellt werden.

Wirtschaftsforum: Als großes Hindernis für die Wärmewende gilt zudem der allgemeine Fachkräftemangel.

Cengiz Sahin: Wir stehen sicherlich vor der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe, junge Menschen für Handwerk und Technik zu gewinnen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sprechen dabei klar für diesen Karriereweg – denn ohne Handwerk gelingen die Energiewende und das Erreichen von Klimaschutzzielen nicht. Flossmann & Grünbeck hat sich als Ausbildungsbetrieb an dieser Stelle schon immer in der Verantwortung gesehen. Bis heute bilden wir einen großen Teil unseres Personalstammes selbst aus – und setzen zudem konsequent auf Weiterbildung.

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