Auf Tradition gebaut

Interview mit Paul Morzynski, Geschäftsführer der Hallesche Vermögen GmbH & Co. KG

Die Hallesche Vermögen blickt auf eine über 30-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Das Unternehmen entstand 1992 aus der Halloren Grundbesitz GmbH mit Sitz in Halle, die eine Tochter der Halloren Schokoladenfabrik war und später in den Familienbesitz überging. Paul Morzynski, als großer Einzelaktionär und langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender, entwickelte die Gesellschaft über mehrere Jahre nach gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierungen kontinuierlich weiter. Der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater unterstützt die Fortentwicklung der Hallesche Vermögen, die auf Gewerbeimmobilien mit langfristigen, verlässlichen Mietverträgen ausgerichtet ist, noch heute als Berater und Gesellschafter. Seit über 30 Jahren gehört eine große Gewerbeimmobilie zum Portfolio, deren Hauptnutzer das Jobcenter ist. Die Anlage wird zurzeit umfassend modernisiert, der Pachtvertrag verlängert sich anschließend langfristig.

Ein voll vermietetes Objekt mit einer Krankenkasse als Hauptmieter befindet sich aktuell im Erwerb. Regionale Schwerpunkte der Hallesche Vermögen sind Hannover sowie der Raum Halle/Leipzig.

Stammkunden tragen das ­Geschäft

Ein zentraler Baustein des Geschäftsmodells sind die ausgegebenen Anleihen. Nach Emissionen in den Jahren 2015 und 2020 wurde 2025 eine neue Tranche über 8 Millionen EUR aufgelegt. Die Verzinsung liegt bei 7,25%. Die Mehrheit der Zeichner sind Privatpersonen, häufig mit langjähriger Bindung an das Unternehmen. „Wir leben von unseren Stammkunden“, betont Paul Morzynski. Die durchschnittlichen Zeichnungssummen bewegen sich zwischen 10.000 und 40.000 EUR; die Mindestanlage beträgt 2.000 EUR. Viele Altanleger nutzten die Möglichkeit zum Teil- oder Vollumtausch in die neue Emission. Auch die Unternehmensgruppe selbst beteiligt sich mit rund 1,5 Millionen EUR an der aktuellen Anleihe. Die Zeichnung erfolgt heute überwiegend digital. Künstliche Intelligenz dient bisher vor allem der schnelleren Informationsgewinnung. Im Immobilienbereich bestimmen ökologische Anforderungen zunehmend die Projektarbeit. „Energieeffizienz spielt eine große Rolle“, sagt Paul Morzynski. Zugleich bleibt der Markt anspruchsvoll, nicht zuletzt wegen hoher Baupreise und einem strukturellen Fachkräftemangel – besonders im Dienstleistungssektor, auf den die Unternehmensgruppe teils angewiesen ist. Oft sei es schwierig, so Morzynski, genügend qualifizierte Kräfte aus der Region zu gewinnen, sodass vermehrt freie Mitarbeiter eingesetzt werden müssen. Dennoch sieht er im Gewerbesektor Vorteile: „Dort erzielen wir Renditen, die im wohnwirtschaftlichen Bereich so nicht erzielbar sind.“ Entsprechend will das Unternehmen seine Bestände weiter ausbauen und setzt auch in Zukunft auf langfristige Mietverhältnisse mit öffentlichen und freiberuflichen/gewerblichen Nutzern.

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