„Die Wasserversorgung ist gesichert – aber es muss investiert werden!“

Interview mit Dr. Kristina Baillot, Geschäftsführerin der IWW Institut für Wasserforschung gGmbH

„Wir arbeiten an einem sehr nachhaltigen Thema und freuen uns alle an einem gewissen Idealismus, die Welt jeden Tag ein Stück besser zu machen“, fasst Dr. Kristina Baillot, Geschäftsführerin des IWW Instituts für Wasserforschung, den Reiz an ihrer Tätigkeit zusammen: „Als Transferinstitut treten wir vornehmlich an der Schnittstelle von anwendungsorientierter Forschung und praktischer Umsetzung auf und unterstützen dabei Wasserversorger wie Abwasserentsorgungsbetriebe auf Basis der aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse.“ Die Zukunftsthemen, in deren Umfeld sich das IWW engagiert, sind dabei so vielfältig wie die akademischen Laufbahnen seiner Mitarbeiter: „Wir agieren grundsätzlich sehr interdisziplinär und beschäftigen in diesem Zuge Geografen und Hydrologen genauso wie Data Scientists und Volkswirte. Hinzu kommen vielfältige Kooperationen mit anderen Forschungsinstituten und Unternehmen. Dank dieser fachlichen Breite können wir Versorgungsunternehmen beispielsweise mit Softwareprodukten oder KI-basierten Assistenzsystemen bei ihren Asset Management-Aufgaben sowie bei mikrobiologischen und

stofflichen Analysen wie der Wasserqualitätsbetrachtung unterstützen. Im Zuge des Klimawandels werden auch Grundwasserneubildungsprognosen immer wichtiger, genauso wie Modelle zum künftigen Wasserbedarf in Industrie, Landwirtschaft und in den Privathaushalten“, führt Dr. Kristina Baillot zu ihrem Tagesgeschäft aus.

Zwischen Klimawandel und PFAS

Die Herausforderungen für resiliente Versorgungssysteme sind angesichts der Anforderungen der Zukunft dabei enorm: „Glücklicherweise verfügen wir heute über eine voll funktionstüchtige Infrastruktur, und trotz des Klimawandels werden wir in Deutschland dauerhaft ausreichend Wasser zur Verfügung haben, wenn wir hierzu weitere Speichermöglichkeiten schaffen. Gleichzeitig sind vielerorts die bestehenden Anlagen und Systeme in die Jahre gekommen und werden in der näheren Zukunft dringend notwendige Investitionen erfordern. Doch diese Herausforderungen sind beherrschbar, wenn wir weitsichtig agieren“, blickt Dr. Kristina Baillot in die Zukunft. Auch das Thema Cybersicherheit rangiert inzwischen für das IWW und seine Auftraggeber weit oben auf der Agenda – denn die Wasserversorgung ist elementarer Bestandteil der kritischen Infrastruktur. Zudem besteht derzeit eine hohe Nachfrage nach Unterstützung im Kontext der geltenden PFAS-Grenzwerte: „Wir können in diesem Zuge sowohl bei der Nutzung alternativer Wasserressourcen als auch bei der technologischen Entfernung von PFAS aus dem Wasserkreislauf unterstützen“, erläutert Dr. Kristina Baillot.

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