Verantwortung entlang der Lieferkette

Interview mit Sven Kohlgrüber, Prokurist der LOGIPART Gesellschaft für Logistik & Dienstleistungen GmbH

Bei LOGIPART beginnt Logistik dort, wo industrielle Entscheidungen vorbereitet werden. Das Unternehmen wird häufig bereits in frühen Projektphasen eingebunden – etwa bei der Planung von Produktions- oder Beschaffungsstrukturen. „Wir bringen unsere Erfahrung ein und zeigen auf, welche logistischen Optionen tragfähig sind“, sagt Prokurist Sven Kohlgrüber. Stahl und Chemie bilden seit der Gründung 1997 das Fundament des Unternehmens, die Holzindustrie ist eine mögliche Zukunftsper­spektive. Gemeinsam ist diesen Bereichen ihre hohe Prozesskomplexität und der Bedarf an verlässlicher Planung.

Nähe statt Skalierung

Mit 17 Mitarbeitenden setzt LOGIPART bewusst auf überschaubare Strukturen. Persönliche Ansprechpartner und kurze Entscheidungswege prägen die Zusammenarbeit mit Kunden. „Unsere Stärke liegt nicht im Volumen, sondern in der Nähe“, sagt Sven Kohlgrüber. Das ermöglicht flexible Reaktionen und die gemeinsame Weiterentwicklung von Lösungen – ohne standardisierte Abläufe zu erzwingen. Auch intern ist Eigenverantwortung gefragt. Fachlicher Austausch und Mitdenken seien Voraussetzung, um als kleines Unternehmen in einem dynamischen Markt handlungsfähig zu bleiben.

Ein Markt in Bewegung

Die vergangenen Jahre haben globale Warenströme spürbar verändert. Sven Kohlgrüber spricht weniger von einem Rückgang als von Verlagerungen: „Die Mengen bleiben, sie verschieben sich.“ Für LOGIPART bedeutet das, Relationen anzupassen und neue Verkehrsströme zu begleiten – etwa zwischen Südamerika, Europa und Asien. Zugleich habe die Pandemie die Digitalisierung beschleunigt. Technologie ist heute Grundvoraussetzung“, sagt Sven Kohlgrüber. „Entscheidend ist, digitale Lösungen gezielt einzusetzen und funktionierende Prozesse nicht um ihrer selbst willen zu ersetzen.“

Technik mit Verantwortung

Nachhaltigkeit versteht man bei LOGIPART nicht als Schlagwort, sondern als Frage der richtigen Entscheidungen. Der Schienengüterverkehr gilt dabei als zentraler Zukunftsbaustein, insbesondere auf europäischen Langstrecken. Entsprechend arbeitet das Unternehmen an Kooperationen zur Entwicklung neuer Bahnangebote. Trotz aller Technik bleibt für Sven Kohlgrüber der Mensch entscheidend. „Kommunikation bestimmt den Verlauf jeder Zusammenarbeit.“ Digitalisierung könne unterstützen, ersetze aber weder Erfahrung noch Dialog. Oder, wie er es formuliert: „Lieferketten funktionieren nur, wenn Menschen Verantwortung übernehmen.“ 

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