Proaktive IT, die einfach funktioniert

Interview mit Pascal Kube, Geschäftsführer der Mahr EDV GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Kube, Sie sind seit den Anfangstagen dabei. Wie hat alles begonnen?

Pascal Kube: Ich bin 1999 zeitgleich zur Gründung durch Fabian Mahr eingestiegen. Aus dem Einmannunternehmen ist ein Systemhaus mit heute rund 290 Mitarbeitern geworden. 2023 hat unser Gründer Anteile an die Private Equity-Gesellschaft Tenzing veräußert; seit 2025 verantworte ich als CEO die strategische Weiterentwicklung. Unsere Mission: störungsfrei arbeiten und Deutschlands verlässlichster IT-Dienstleister für den Mittelstand werden.

Wirtschaftsforum: Viele IT-Dienstleister werben mit Nähe und Kompetenz. Was ist Ihr konkreter Ansatz?

Pascal Kube: Wir verbinden die persönliche Nähe eines lokalen Ansprechpartners mit der Professionalität eines strukturierten Systemhauses. Vertrauen ist in der IT zentral – deshalb bieten wir jedem Kunden feste Ansprechpartner vor Ort, flankiert durch die Tiefe eines großen Teams mit hohem Expertenwissen. Kleine Dienstleister sind oft nah, aber limitiert in der Expertise und in der Fachbreite. Sehr große Systemhäuser verlieren mitunter die persönliche Note. Wir vereinen beides – zum Vorteil des Kunden.

Wirtschaftsforum: Wo sind Sie präsent – und warum setzen Sie so stark auf Regionalität?

Pascal Kube: Wir haben 18 Standorte in Deutschland sowie einen in Wien und erreichen 90% der deutschen KMUs in unter 60 Minuten. Das Netz verdichten wir weiter – weniger weiße Flecken, mehr Schlagkraft vor Ort. Diese Expansion führen wir seit jeher vollständig organisch: Unsere Standorte starten oft mit einer Person und wenigen Kunden, wachsen dann kontinuierlich und kontrolliert. Beispiel Hamburg: heute sind dort rund 35 Mitarbeiter tätig.

Wirtschaftsforum: Nähe ist das eine – wie stellen Sie Skalierbarkeit und Qualität sicher?

Pascal Kube: Mit einem durchgängigen Qualitätsmanagement, das wir seit 2012 etabliert haben und das sich an ITIL und ISO 9001 und 27001 orientiert. Ziel ist, dass Kunden – egal wo und von wem betreut – die gleiche Servicequalität erhalten. Dieser Rahmen schafft Verlässlichkeit und Vertrauen. Parallel investieren wir in Weiterbildung mit jährlichen Pflichttrainings, Prüfungen und Zertifizierungen für alle IT-Systemadministratoren sowie eine interne Akademie für Fachliches und Soft Skills.

Wirtschaftsforum: Was umfasst Ihre 360-Grad-Betreuung?

Pascal Kube: Unsere 360-Grad-Betreuung deckt den gesamten IT-Service ab - vom 1st über den 2nd bis zum 3rd Level-Support. Dazu gehört ein durchgängiges Monitoring, zuverlässige Backup-Konzepte, Schwachstellenmanagement, Security-Pakete sowie moderne Cloud-Lösungen, vor allem durch unseren eigenen Rechenzentrumsangebote unter Berücksichtigung von digitaler Souveränität unserer Kunden, aber auf Wunsch auch auf Basis von Microsoft Azure und Microsoft 365. Entscheidend bleibt dabei unser proaktiver Ansatz: Wir erkennen und beheben Probleme, bevor sie den Betrieb beeinträchtigen. Viele bezeichnen das als Managed Services – für uns ist es die Grundlage für ein leistungsfähiges, sicheres und planbares IT-Fundament, das Unternehmen langfristig stärkt und den Betrieb sicherstellt.

Wirtschaftsforum: Cloud ist Standard, KI das nächste große Thema. Wie positionieren Sie sich?

Pascal Kube: Wir sind Generalisten, keine Projektdienstleister. Wir betreuen Kunden ganzheitlich und führen sie durch die Projekte, die anstehen – von Cloud-Modernisierungen bis KI-Use-Cases, immer mit Blick auf Security, Compliance und Automatisierung. Cyberangriffe werden schneller und gezielter; deshalb härten wir Infrastrukturen standardisiert und begleiten Kunden mit breiter Beratung.

Wirtschaftsforum: Hardwareverkauf gehört dazu – ist das Ihr Fokus?

Pascal Kube: Nein. Rund 80% unserer Umsätze sind wiederkehrend vertraglich planbar – für uns und für unsere Kunden mit festen Budgets. Nur etwa 20% entfallen auf Einmal-Umsätze wie Hardware oder Softwarelizenzen. Unser Ziel ist die Betriebssicherheit und das störungsfreie Arbeiten unserer Kunden. Wenn dafür Hardware oder Software nötig sind, liefern wir – aber im Kern geht es um Service durch Menschen, nicht um den Verkauf von Stücklisten.

Wirtschaftsforum: Für wen arbeiten Sie – und wie läuft Vertrieb heute?

Pascal Kube: Unsere Kunden sind KMU mit 20 bis 200, teils bis 300 IT-Arbeitsplätzen – familiengeführt oder investorgeführt. Entscheidend ist ein klares Verantwortungsbewusstsein und der Wunsch nach langfristiger, stabiler IT. Unsere Neukundenakquise ist eine Mischung aus Tradition und Neuem: Outbound-Calling, Google Ads, Social Media und Empfehlungsgeschäft. Während viele auf rein automatisierte E-Mail-Funnel setzen, bleiben wir bewusst im direkten Gespräch – das fällt auf und schafft Nähe.
 

Wirtschaftsforum: Was ist Ihr Führungsverständnis?

Pascal Kube: Führung schafft Strukturen, in denen Mitarbeiter wirksam und zufrieden arbeiten können. Wenn Teams wissen, was zu tun ist, Verantwortung übernehmen und gerne zur Arbeit gehen, macht das Kunden glücklich – und damit am Ende das Unternehmen stabil. In Stresssituationen setzen wir auf smarte Kommunikation mit klaren, messbaren Erwartungen. Unsere interne Akademie stärkt Stärken, reduziert Schwächen – individuell und im Team.

Wirtschaftsforum: Welche Ziele verfolgen Sie für die nächsten Jahre?

Pascal Kube: Wir wachsen weiter – fachlich, organisatorisch, regional. Wir wollen Deutschlands bester IT-Dienstleister für den Mittelstand sein: nicht der lauteste, sondern der verlässlichste. Dafür investieren wir in Qualität, Kultur und Führung, skalieren Rollen und Prozesse und bauen Branchen- sowie Regionalfokus aus. Wichtig ist, Kunden auf Augenhöhe zu begegnen: Mittelstand zu Mittelstand – so bleibt die Balance aus Nähe, Kompetenz und Wirtschaftlichkeit erhalten.

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