Form folgt Funktion. Und Menschen.

Interview mit Francesca Russo, CCO der MED-Systeme GmbH

Wirtschaftsforum: Frau Russo, können Sie zu Beginn des Gesprächs die MED-Systeme GmbH kurz skizzieren? 

Francesca Russo: MED-Systeme ist in der DACH-Region und insbesondere in Deutschland ein starker Partner für hochwertige, ergonomische und nachhaltige Edelstahlmöbel für Krankenhäuser, Kliniken und andere medizinische Einrichtungen sowie für OEM-Partner. Dabei profitieren wir von der Erfahrung und Expertise der FF CO. Ltd., die seit über 75 Jahren in der Branche tätig ist. Wir sind ein vollständig in die FF integriertes, europäisches Unternehmen mit hoher Fertigungstiefe und genießen das Vertrauen zahlreicher führender medizinischer Einrichtungen in ganz Europa. „Engineered in Germany“ ist nach wie vor ein wichtiges Gütesiegel.

Wirtschaftsforum: Gab es in der jüngeren Vergangenheit besondere Meilensteine? 

Francesca Russo: Durch die Integration in die FF standen die vergangenen zwei Jahre im Zeichen einer Neuausrichtung – organisatorisch, strategisch und produktseitig. Gemeinsam mit der FF haben wir Strukturen modernisiert, Produktlinien harmonisiert und das Portfolio erweitert. Die FF ist ein anerkannter Spezialist für Funktionsmöbel aus Edelstahl, deshalb ergeben sich viele Synergien.

Wirtschaftsforum: Können Sie das näher erläutern? 

Francesca Russo: Durch die enge Zusammenarbeit konnten wir unser Sortiment an Funktionsmöbeln, Transportwagen und modularen Schranksystemen ausbauen und verbessern. Aushängeschilder sind unsere Mega-Systeme mit MEGAdrive, MEGAprogress, MEGAstore und CLEANassist. Sämtliche Produktionsprozesse sind nach MSZ EN ISO 9001:2015 und MSZ EN ISO 14001:2015 zertifiziert, was in sensiblen Bereichen wie Kliniken und Krankenhäusern essenziell ist. Wir sehen uns immer mehr als Solution Provider, der Dinge end-to-end denkt und individuelle Antworten auf Probleme liefert. 

Wirtschaftsforum: MED-Systeme genießt in Europa eine hervorragende Reputation. Wie sieht die Aufstellung des Unternehmens aus? 

Francesca Russo: Die Produktion findet in Ungarn statt, wo wir neben der Fertigung auch zentrale Funktionen wie Marketing, Kundenservice und Qualitätssicherung bündeln. Durch die Integration mit der FF haben wir ein Händlernetz in ganz Europa, seit jeher mit klarem Fokus auf EMEA. Wir beschäftigen rund 400 Mitarbeiter und wachsen – im Vergleich zum letzten Jahr um etwa 20% – und rechnen auch in Zukunft mit einer dynamischen Weiterentwicklung.

Wirtschaftsforum: Sie sind seit Oktober 2025 CCO der MED-Systeme. Wie kam es dazu und wo sehen Sie Ihre Aufgaben? 

Francesca Russo: Ich war beruflich immer international unterwegs und habe viele Jahre im Aviation-Sektor in Deutschland und den USA gearbeitet, bevor ich bewusst in die Medical Device-Branche gewechselt bin. Diese rund 20 Jahre Führungserfahrung helfen mir heute besonders bei Transformationen und dynamischen Marktveränderungen. In meiner Rolle als CCO konzentriere ich mich auf die strategische Weiterentwicklung und Ausrichtung unserer Organisation – gemeinsam mit unseren Teams und Partnern.

Wirtschaftsforum: Wo liegen dabei Schwerpunkte? 

Francesca Russo: Es geht um die Neuausrichtung im Vertrieb und darum, was für unsere Kunden wirklich relevant ist: Mit welchen Produkten und welchen Partnern wir in welchen Märkten auftreten. Wichtig ist mir, Innovationen zu entwickeln, die aus der Zusammenarbeit mit den Kunden entstehen. Digitalisierung und KI spielen dabei eine zentrale Rolle, weil wir darüber echten Mehrwert schaffen können. Nicht zuletzt gehört es zu meinen Aufgaben, neue Talente zu gewinnen – denn unsere Mitarbeiter sind unser größtes Asset. 

Wirtschaftsforum: Wie überzeugt MED-Systeme in Zeiten des Fachkräftemangels? 

Francesca Russo: Die MED-Systeme und ihre Produkte sind für viele höchst attraktiv. Sie erleichtern den Krankenhausalltag, sind optisch ansprechend und mehr als bloße Funktionsmöbel – mit ihnen leisten wir einen Beitrag zur besseren Patientenversorgung. Unsere Lösungen sind zudem nachhaltig und langlebig. Es sind Produkte, in denen viel technisches Know-how und Erfahrung stecken, aber auch viel Herzblut; wir sehen immer den Endkunden hinter den Produkten. Dieser menschliche Aspekt motiviert nicht nur Mitarbeiter, sondern auch mich.

Wirtschaftsforum: Sind die Produkte der Grund für den Erfolg? 

Francesca Russo: Neben den Mitarbeitern sind sie ein wichtiger Grund. Es ist aber auch das Zusammenspiel von eigenem Produkt und Produktion. Anders als Unternehmen ohne eigene Produktion können wir Dinge besonders schnell austesten. Nicht zuletzt sind wir ein Vertrauenspartner, der Komplettlösungen anbietet. Auch das ist ein Asset – ebenso unser kontinuierlicher Verbesserungsanspruch.

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