Software, die mitwächst

Interview mit Riccardo Amato, Geschäftsführer der SHComputersysteme GmbH

Was 1974 mit Firmengründer Gerhard Harnack begann, ist heute gelebte Praxis: „Unsere Anwender müssen die Software nie neu kaufen. Die funktionale Basis bleibt immer da, wir entwickeln aber kontinuierlich weiter“, erklärt Riccardo Amato, seit 2021 Geschäftsführer des Unternehmens. Der modulare Aufbau der Software ermöglicht es, Oberflächen zu modernisieren, ohne die vorhandene Prozesslogik ändern zu müssen. Das ist ein entscheidender Vorteil im Mittelstand, wo ein ERP-System die Hauptschlagader eines Handelsunternehmens darstellt. SHComputersysteme bedient Kunden im Elektro-, Stahl-, Sanitär- und Autoteile-Großhandel. 

Praxis schlägt Theorie

Die Spezialisierung auf den technischen Großhandel ist kein Zufall, sondern Teil der DNA. „Viele unserer Mitarbeiter haben früher im Großhandel gearbeitet. Das sind nicht unbedingt klassische ITler, sondern Menschen, die einfach die Praxisnähe haben“, betont Riccardo Amato. Diese Kombination aus technischem Know-how und Branchenverständnis zahlt sich aus. So wurde SHComputersysteme zur empfohlenen Software von verschiedenen Großhandelsverbänden.

Neue Rolle für alte Systeme

Die technologische Transformation verändert die Anforderungen fundamental. „Früher waren ERP-Systeme wie Monolithen, heute sind sie eher so eine Art Orchestrator, der viele spezialisierte Lösungen verbindet“, beschreibt Riccardo Amato den Wandel. Die Integration von Chatbots oder KI wird immer wichtiger. Die Nachfrage ist kundengetrieben: „Der Markt verlangt es, und da können und wollen wir uns nicht verschließen.“ Für die nächsten drei bis fünf Jahre plant das Unternehmen, die Mitarbeiterzahl von aktuell 55 konstant zu halten und die Integration von KI sowie Schnittstellen weiter auszubauen.

Menschen im Mittelpunkt

Mehr als 50 Jahre Softwareentwicklung standen im Zeichen der Effizienz. Doch dieser Hebel wird kleiner, die Prozesse sind weitgehend optimiert. „Deshalb stellt sich heute eine neue zentrale Frage: Wie integrieren wir den Menschen und seine Bedürfnisse in diese Effizienzlogik?“, erklärt Riccardo Amato. Seit 2016 arbeitet das Unternehmen mit selbstorganisierten Teams, Entscheidungen treffen diejenigen mit dem fachlichen Know-how. Wenn künstliche Intelligenz künftig Routineaufgaben übernimmt, entsteht Freiraum. „Vielleicht geht es wieder ein Stück weit zurück, sodass Menschen wieder mehr miteinander reden.“

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