Zukunftsorientierte Immobilienstrategien und Lösungen

Interview mit Dr. Kurt-Georg Herzog, Managing Director der STARGIME Deutschland GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Herzog, Wie hat sich die STARGIME Deutschland GmbH in den letzten zehn Jahren entwickelt?

Dr. Kurt-Georg Herzog: Unser Unternehmen wurde vor elf Jahren gegründet und hat sich als Investment-, Property- und Asset-Manager für verschiedene Family Offices etabliert. Wir haben uns auf Problemimmobilien und Problemkreditengagements spezialisiert, die von anderen Investoren oft gemieden werden. In den letzten Jahren haben wir uns auf Projektentwicklungen konzentriert und so unser Portfolio erweitert. Mit jedem Projekt haben wir wertvolle Erfahrungen gesammelt, die uns geholfen haben, unsere Strategie zu verfeinern und unsere Prozesse zu optimieren. Ende 2019 haben wir einen Großteil unseres Portfolios veräußert, um von der günstigen Marktlage zu profitieren.

Wirtschaftsforum: Warum der Fokus auf Problemimmobilien?

Dr. Kurt-Georg Herzog: Problemimmobilien bieten oft erhebliche Wertsteigerungspotenziale. Wir erwerben Objekte, die von institutionellen Investoren nicht gerne angenommen werden, weil sie umfassende Sanierungs- oder Entwicklungsmaßnahmen erfordern. Diese Herausforderungen nehmen wir gerne an, da wir in der Lage sind, solche Objekte zu revitalisieren und zu optimieren.

Wirtschaftsforum: Wie ist Ihr Unternehmen heute aufgestellt?

Dr. Kurt-Georg Herzog: Wir haben Standorte in Deutschland, Luxemburg und Paris. In Deutschland beschäftigen wir derzeit fünf Mitarbeiter, die sich um Investment, Asset und Property Management kümmern. Wir arbeiten eng mit unseren Mandanten zusammen und verwalten unsere Investments hausintern, um Vertrauen und Transparenz zu gewährleisten.

Wirtschaftsforum: Können Sie uns einige Zahlen zum wirtschaftlichen Erfolg Ihres Unternehmens nennen?

Dr. Kurt-Georg Herzog: Aktuell verwalten wir etwa 30.000 m2 Immobilienfläche, was deutlich weniger ist als die knapp 200.000 m2, die wir vor der Veräußerung im Jahr 2019 hatten. Wir befinden uns jedoch in einer neuen Investitionsphase und prüfen derzeit mehrere Akquisitionsmöglichkeiten in Deutschland.

Wirtschaftsforum: Wie gehen Sie bei der Auswahl neuer Objekte vor?

Dr. Kurt-Georg Herzog: Wir suchen Objekte in guten Lagen, die strukturelle Probleme oder Leerstand aufweisen und daher Entwicklungspotenzial bieten. Wir kaufen keine vollständig vermieteten Objekte in Top-Lagen, sondern fokussieren uns auf Immobilien, die revitalisiert werden können. Dabei legen wir großen Wert darauf, dass wir die Objekte langfristig halten und nachhaltig entwickeln.

Wirtschaftsforum: Können Sie uns Beispiele für erfolgreiche Projekte nennen?

Dr. Kurt-Georg Herzog: Ein Beispiel ist die Kastenbauerstraße in München, ein Objekt, das wir 2014 erworben haben. Es hatte einen strukturellen Leerstand von 25% und der Hauptmieter hatte gekündigt. Wir konnten das Objekt innerhalb von drei Jahren voll vermieten und haben es 2019 mit Gewinn veräußert. Ein weiteres Beispiel ist ein Nahversorgungszentrum in Berlin, das wir aus einer Insolvenz heraus erworben haben. Hier konnten wir durch Erweiterungen und Neuansiedlungen die Mietersituation erheblich verbessern.

Wirtschaftsforum: Was sind die Erfolgsfaktoren Ihres Unternehmens?

Dr. Kurt-Georg Herzog: Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist, dass wir unsere eigenen Businesspläne umsetzen. Wir betreuen unsere Objekte selbst, von der Akquisition bis zur langfristigen Verwaltung. Das ermöglicht uns eine genaue Kontrolle und sichert die Qualität unserer Arbeit. Zudem haben wir keinen Investitionsdruck, da wir nicht an jährliche Renditeerwartungen gebunden sind, sondern nachhaltig und langfristig agieren.

Wirtschaftsforum: Welche Trends und Entwicklungen sehen Sie aktuell im Immobilienmarkt?

Dr. Kurt-Georg Herzog: Der Büromarkt ist stark im Wandel, insbesondere durch den Einfluss von Homeoffice und der Notwendigkeit zentraler Lagen. Wir erwarten, dass die Preise für Büroimmobilien noch weiter nachgeben werden. Auch im Einzelhandel sehen wir weiterhin gute Perspektiven.

Wirtschaftsforum: Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in den nächsten drei bis fünf Jahren?

Dr. Kurt-Georg Herzog: Wir planen signifikante Investitionen in Deutschland und möchten unser Portfolio wieder ausbauen. Der Fokus wird dabei auf Büro-, Retail- und Light Industrial-Immobilien liegen. Je nach Opportunität und Marktlage auch auf anderen Märkten. Unsere langfristige Strategie bleibt es, nachhaltige und wertsteigernde Investments zu tätigen.

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