Kurs auf Premiumklasse

Interview mit Marko Zacherl, Geschäftsführer der Sun Charter GmbH

Ende 2023 übernahm Marko Zacherl die Geschäftsführung und fand ein Unternehmen in der Krise vor: Es verzeichnete ein deutlich negatives operatives Ergebnis und sah sich zugleich mit mehreren rechtlichen Auseinandersetzungen konfrontiert. In der Folge wurde ein umfassender Neustart eingeleitet: Ein Großteil der Belegschaft wurde neu aufgestellt, um die Organisation strukturell und strategisch neu auszurichten Die Buchungszentrale wurde in die Schwesterfirma Pitter Yachtcharter integriert – Teil der Nautic Alliance Holding, zu der Sun Charter seit 2022 gehört. Gleichzeitig drückte Marko Zacherl die Kosten: Einsparung von Mietkosten im fünfstelligen Bereich, optimierte Lagerhaltung, verschlankte Prozesse. Zwei Jahre später zeigt sich: Die harte Arbeit trägt Früchte. Die Reklamationsrate sank auf 3% Die Buchungen legten um 30% zu, höhere Preise ließen sich durchsetzen, neue Schiffe kamen in die Flotte. „Wir haben Eigner, die uns endlich wieder loben“, sagt Marko Zacherl.

Premiumanbieter mit klarem Profil

Die Flotte von 70 Segelyachten und Katamaranen in Größen von 10 bis 16 m bedient vor allem den deutschsprachigen Raum, aber auch internationale Kunden über 1.500 angeschlossene Agenturen. Die Standorte liegen strategisch günstig: Puerto Ferraio auf Elba, Golf Aranci auf Sardinien, Palma de Mallorca, Lefkas und Korfu. „Wir sehen uns definitiv bei den Premiumanbietern“, sagt Marko Zacherl. Sogar andere Flottenbetreiber fragen mittlerweile an, ob Sun Charter ihre Boote servicieren kann. Sieben Boote wechselten allein in diesem Jahr von Wettbewerbern zu Sun Charter.

Strategie für schwierige Zeiten

Für die Zukunft setzt Marko Zacherl auf organisches Wachstum statt kostspielige Expansion.„Nächstes Jahr wird hart“, prognostiziert er mit Blick auf den Markt. Während viele Wettbewerber unter Druck geraten und Preise abstürzen werden, konzentriert sich Sun Charter auf seine Stärken: erstklassigen Winterservice, transparente Kommunikation und ein neues digitales Eignerportal. Dort können Bootseigner künftig jeden Wartungsschritt live verfolgen. Statt neue Basen zu eröffnen, investiert das Unternehmen in Personal, faire Löhne und Bonussysteme. Das Ziel: die Flotte in fünf Jahren auf 140 Boote verdoppeln. Als Teil der Nautic Alliance profitiert Sun Charter von starken Synergien. Während die Schwestergesellschaft Pitter Yachtcharter in Kroatien Marktführer ist, deckt Sun Charter den westlichen Mittelmeerraum ab.

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