„Mich interessieren nur Bauaufgaben mit gesellschaftlicher Relevanz!“

Interview mit Jan Hinnerk Meyer, Geschäftsführer der Meyer Architekten GmbH

„Mich interessieren ausschließlich Bauaufgaben mit hoher gesellschaftlicher Relevanz“, fasst der Düsseldorfer Architekt Jan Hinnerk Meyer den Ansatz seines Büros zusammen, das er seit 20 Jahren in nun 3. Generation führt, nachdem er es 2005 von seinem Vater übernommen hatte. Schon damals lag der Arbeitsschwerpunkt auf der Gestaltung von Laborgebäuden – „wo jedes Objekt ein Unikat ist“, wie Jan Hinnerk Meyer die besonderen He­rausforderungen zusammenfasst: „Inzwischen haben wir Projekte für die Max-Planck-Gesellschaft sowie für die Helmholtz-Gemeinschaft und Fraunhofer-Gesellschaft umgesetzt und uns zudem mit dem Bau von Schulen und Universitäten auch der vorgelagerten Bildungsarbeit verschrieben, die die unabdingbare Voraussetzung darstellt, um in Deutschland mit hoher Qualität forschen zu können: Denn wenn wir das verlieren, sägen wir an dem Ast, auf dem wir als Gesellschaft sitzen.“

Eine Heimat für das Deutsche Fotoinstitut in Düsseldorf

Nicht minder wichtig sind dem Architekten wirkmächtige Beiträge zum kulturellen Leben, in deren Zuge er an der Gestaltung von Theatern und Opernhäusern mitgewirkt hat – auch weit über sein unternehmerisches Engagement hinaus. So brachte er sich kürzlich in die öffentliche Diskussion um die Düsseldorfer Oper ein, die, sofern ein möglicher Bürgerentscheid keine andere Richtung weisen wird, an einem anderen Ort in der Stadt neu errichtet werden soll, sodass das bestehende Gebäude an einem städtebaulich besonders exponierten Standort einer neuen Nutzung zugeführt werden kann. Jan Hinnerk Meyer könnte sich dort insbesondere eine neue Heimstätte für das Deutsche Fotoinstitut vorstellen – ein Projekt, das auf eine Bürgerinitiative zurückgeht, die damit einen Ort schaffen will, an dem Künstlernachlässe in der Fotokunstmetropole Düsseldorf archivarisch aufgenommen werden beziehungsweise an dem fotokünstlerisch gearbeitet und geforscht werden kann. „Ich verstehe, dass auch andere Themen wie der Bau von Schulen und öffentlicher Infrastruktur wichtig sind – aber es ist die Aufgabe der politischen Entscheidungsträger und der Verwaltung, die Dinge auch in einer angemessenen Parallelität zu sehen. Denn nur wenn ich meine eigene Kultur kenne und leben kann, kann ich auch anderen Kulturen mit der gebührenden Offenheit begegnen“, unterstreicht Jan Hinnerk Meyer seine zentrale Haltung, und hat sich vor diesem Hintergrund für die Zukunft noch ein weiteres ambitioniertes Ziel gesetzt: „Mit Polizeipräsidien und Justizpalästen haben wir uns bereits für die Exe­kutive und Judikatur engagiert: Was noch fehlt, wäre ein Objekt für die gesetzgebende Gewalt!“ 

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