Japans Zinswende: Warum steigende Zinsen die Weltbörsen belasten könnten

Die internationalen Finanzmärkte haben über Jahrzehnte von einer Besonderheit der japanischen Geldpolitik profitiert: Während Kredite in anderen Währungen vergleichsweise teuer waren, konnten sich Investoren in Yen nahezu zinslos finanzieren. Das geliehene Kapital floss anschließend beispielsweise in amerikanische Aktien und andere höher rentierende Anlagen.

Diese als Yen-Carry-Trade bezeichnete Strategie beruht auf zwei Voraussetzungen. Die Erträge der erworbenen Anlagen müssen die Finanzierungskosten übersteigen, und der Yen darf gegenüber der Anlagewährung nicht zu stark aufwerten. Verändert sich eine dieser Bedingungen, kann das Geschäft unrentabel werden.

Besonders problematisch ist der häufig hohe Fremdkapitaleinsatz. Müssen Investoren ihre Positionen auflösen, verkaufen sie Wertpapiere und kaufen Yen zurück, um ihre Kredite zu tilgen. Der entstehende Verkaufsdruck kann weitere Marktteilnehmer zu ähnlichen Schritten zwingen. Eine solche Kettenreaktion könnte auch Börsen außerhalb Japans treffen.

Hinzu kommt, dass japanische Versicherungen und Pensionsfonds zu den bedeutenden internationalen Kapitalgebern gehören. Werden heimische Anleihen wieder attraktiver, könnte Kapital nach Japan zurückfließen. Welche Folgen diese beiden Entwicklungen haben könnten und weitere aktuelle Themen erläutert das Einkommensinvestoren-Blitzlicht.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Japans Zinswende: Warum steigende Zinsen die Weltbörsen belasten könnten

Aktuellste news

Eurozone und Staatsschulden: Warum Deutschland anders investieren könnte

Eurozone und Staatsschulden: Warum Deutschland anders investieren könnte

Frankreichs Schuldenprobleme werfen eine grundsätzliche Frage auf: Sollte Deutschland seine vergleichsweise hohe Kreditwürdigkeit ausschließlich zur Begrenzung der Staatsverschuldung nutzen? Ein ungewöhnlicher Vorschlag sieht vor, mit zusätzlichen Krediten produktive Vermögenswerte im…

Japans Zinswende: Warum steigende Zinsen die Weltbörsen belasten könnten

Japans Zinswende: Warum steigende Zinsen die Weltbörsen belasten könnten

Japan hebt seinen Leitzins auf den höchsten Stand seit 31 Jahren. Was zunächst wie eine nationale geldpolitische Entscheidung aussieht, könnte internationale Folgen haben. Denn über Jahrzehnte haben Investoren günstige Yen-Kredite…

Mentale Gesundheit für Executives: Die unsichtbare Krise erkennen

Mentale Gesundheit für Executives: Die unsichtbare Krise erkennen

Sie treffen Entscheidungen, die das Leben vieler Menschen berühren. Sie tragen Druck, den andere kaum sehen. Über das, was dieser Druck mit ihnen macht, sprechen sie selten. Bei Führungskräften zeigt…

Aktuellste Interviews

Software für den Praxisalltag

Interview mit Fabian Gundlach, Geschäftsführer der ergosoft GmbH

Software für den Praxisalltag

Aus einer Abrechnungssoftware für Psychotherapeuten ist bei ergosoft über drei Jahrzehnte eine umfassende Lösung für den Praxisalltag entstanden. Geschäftsführer Fabian Gundlach setzt auf Spezialisierung, engen Kundenkontakt und neue Technologien wie…

Schnell reagieren können

Interview mit Steven Herpichböhm, CTO der Gramß GmbH Kunststoffverarbeitung

Schnell reagieren können

Wie wird aus einem kleinen Familienbetrieb ein hochmoderner Kunststoffspezialist mit 150 Maschinen? Steven ­Herpichböhm, CTO der Gramß GmbH in Spechtsbrunn bei Sonneberg, kennt die Antwort. Im Interview spricht er über…

„Die ESA sagte uns, was wir machen, sei unmöglich!“

Interview mit Tom Segert, Mitgründer und CEO der Berlin Space Technologies GmbH

„Die ESA sagte uns, was wir machen, sei unmöglich!“

Kaum ein Unternehmen dürfte derart komplex zu gründen und zu skalieren sein wie ein Satellitenhersteller: Tom Segert und seine Partner haben es dennoch getan – mit beachtlichen Erfolgen, die sich…

TOP