Glasfaser für die Zukunft

Interview mit Thomas Heitmann, Geschäftsführer der htp GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Heitmann, wie ist die htp GmbH entstanden?

Thomas Heitmann: Die Gründung geht zurück auf das Jahr 1996 – eine Zeit, als der Telekommunikationsmarkt gerade liberalisiert wurde. Damals schlossen sich vier hannoversche Institutionen zusammen: die Stadtwerke, die Verkehrsbetriebe ÜSTRA, die Stadtsparkasse Hannover und die Landeshauptstadt selbst. Alle hatten eigene Glasfasernetze, die zunächst für interne Zwecke genutzt wurden. Doch schnell wurde klar: Diese Infrastruktur kann und soll auch für Dritte nutzbar gemacht werden. Daraus entstand zunächst die HTN, später umfirmiert zur htp GmbH – ursprünglich stand das Kürzel für ‘Hannovers Telefon Partner’. Mittlerweile hat sich unser Versorgungsgebiet über Hannover hinaus auf Regionen wie Hildesheim, Peine, den Heidekreis, Braunschweig oder den Landkreis Wolfenbüttel erweitert.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt htp heute im Telekommunikationsmarkt?

Thomas Heitmann: Mit über 260 Mitarbeitenden und rund 135.000 Kunden sind wir in unserer Region eine feste Größe. Besonders stolz sind wir auf unsere duale Marktpräsenz: Wir bedienen sowohl etwa 10.000 Geschäftskunden als auch eine breite Basis an Privatkunden – umsatzseitig ist das nahezu ausgeglichen. In den letzten sechs Jahren haben wir rund 210 Millionen EUR in den Glasfaserausbau investiert – ein klares Bekenntnis zur Zukunftsfähigkeit unserer Netze. Dank unseres Engagements hat sich die gesamte Region Hannover-Hildesheim-Braunschweig zu einem der am besten erschlossenen Glasfasergebiete Deutschlands entwickelt.

Wirtschaftsforum: Welche Services bietet htp neben dem Glasfaserausbau?

Thomas Heitmann: Neben dem Breitbandausbau haben wir eigene Rechenzentren, die wir als Infrastruktur-Dienstleister selbst betreiben. Dazu gehören Stromversorgung, Kühlung und Sicherheitskonzepte – alles aus einer Hand. Unser Produktportfolio umfasst darüber hinaus klassische Telefondienste, Security-Lösungen sowie Mobilfunk – Letzteres über Partnerlösungen. Im Grunde decken wir die gesamte Bandbreite ab, die auch große nationale Anbieter bieten – nur eben regional fokussiert und mit deutlich kürzeren Entscheidungswegen.

Wirtschaftsforum: Wie steht es um die Zukunftstechnologien – etwa KI?

Thomas Heitmann: Künstliche Intelligenz spielt für uns auf mehreren Ebenen eine Rolle. Einerseits ermöglichen unsere Netze überhaupt erst die Nutzung solcher Technologien in der Region – andererseits setzen wir KI auch selbst ein, etwa zur Prozessautomatisierung. Das ist für mittelständische Unternehmen essenziell, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig darf man nicht vergessen: KI ist ein riesiger Energiefresser. Umso wichtiger ist es, dass wir mit energieeffizienter Infrastruktur – und dazu gehören Glasfasernetze definitiv – einen Beitrag zur Digitalisierung leisten, ohne dabei unsere ökologische Verantwortung aus dem Blick zu verlieren.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt Energieeffizienz beim Glasfaserausbau?

Thomas Heitmann: Der ökologische Fußabdruck von Glasfaser ist nachweislich deutlich geringer als der von herkömmlichen Kupfernetzen. Auch wenn Nachhaltigkeit anfangs nicht der primäre Treiber für den flächendeckenden Ausbau war, ist sie inzwischen ein zentraler Aspekt in unserer strategischen Ausrichtung. Glasfaser verbraucht deutlich weniger Energie, bietet gleichzeitig eine höhere Leistungsfähigkeit und Stabilität – ein klarer Vorteil, insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender Umweltanforderungen und energiepolitischer Herausforderungen.

Wirtschaftsforum: Und wie steht es mit der Akzeptanz in der Bevölkerung?

Thomas Heitmann: Tatsächlich sehen wir, dass nur etwa die Hälfte der Haushalte, die Glasfaser beauftragen könnten, unsere Angebote auch aktiv nutzt. Das ist schade – denn wir könnten viel mehr Menschen erreichen. Die Netzstabilität ist ein echtes Argument, gerade für Homeoffice, Telemedizin oder Bildung. Hier wünsche ich mir mehr Aufklärung – auch durch Politik und Medien. Eine Straße voller ungenutzter Glasfasern bringt die Digitalisierung jedenfalls nicht voran.

Wirtschaftsforum: Wie gewinnen Sie in einem zunehmend umkämpften Arbeitsmarkt neue Fachkräfte?

Thomas Heitmann: Wir setzen auf gezielte Ausbildung, flexible Arbeitsmodelle und eine starke Unternehmenskultur. Gerade durch unsere regionale Verankerung und den Sinn, den unsere Arbeit stiftet – nämlich Digitalisierung für die Menschen vor Ort – sind wir für viele Bewerber attraktiv. Zudem investieren wir in moderne Arbeitsplätze, Weiterbildung und eine offene Kommunikationskultur, die Eigenverantwortung fördert.

Wirtschaftsforum: Welche Ziele verfolgen Sie langfristig?

Thomas Heitmann: Wir sind wirtschaftlich solide aufgestellt und haben eine klare Strategie: Unsere Kundennähe erhalten, weiter in Infrastruktur investieren und die Digitalisierung aktiv mitgestalten. Ich bin überzeugt: Der Markt wird sich konsolidieren, viele kleinere Anbieter werden es schwer haben. htp hingegen wird sich als starker, verlässlicher Partner behaupten – mit innovativen Lösungen und regionalem Fokus.

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