„Menschen abholen und mitnehmen“

Interview mit Alexander Schulze Forsthövel, Business Unit Manager der ME Engineering GmbH

‘Glückauf’ steht bei ME Engineering noch heute für gemeinsamen Erfolg – aus historischen Gründen: Vor 30 Jahren begann das Unternehmen mit der Entwicklung und Betreuung von Leitsystemen im Bergbau. Heute erstreckt sich das Geschäft des Ingenieur- und Technikerbüros auf zahlreiche Branchen wie Chemie, Stahl, Baustoffe, Wasser und Abwasser und Lebensmittel sowie Energie mit dem im Ruhrgebiet starken Thema Wasserstoff.

Das Angebot reicht von elektrotechnischen Planungen über Prozessleitsysteme und SPS-Steuerungen bis zum Aufbau der erforderlichen Netzwerkstrukturen. „Wir arbeiten branchenübergreifend, system- und herstellerneutral“, sagt Alexander Schulze Forsthövel, der als Business Unit Manager seit zwei Jahren für die ME in Marl verantwortlich ist. Seit 2016 gehört ME Engineering zu VINCI, einem Global Player in den Bereichen Konzession, Energie und Bau.

„Dadurch profitieren wir von einem unheimlich starken Business Unit-Netzwerk, welches auch unter der VINCI Energies-Marke Actemium am Markt bekannt ist, und können so ganzheitliche Projekte anbieten“, erklärt der Diplom-Ingenieur Elektrotechnik, der bereits seit 15 Jahren im Unternehmen ist. Sein Anspruch: „Wir wollen Technologie- und Qualitätsführer sein. Das erfordert hohe Flexibilität in unserem Handeln.“

Nachholbedarf bei Wasserstoff

ME setzt auf langjährige Partnerschaften. „Das praktizieren wir auch auf dem Gebiet Wasserstoff in internationalen Projekten in Brasilien, den USA und den Niederlanden. Dort werden wir gefragt, warum das Thema in Deutschland nicht stärker verfolgt wird. Hier stehen wir immer noch am Anfang“, so Alexander Schulze Forsthövel.

Auch mit dem Thema Green Steel beschäftigt man sich bereits. Der Business Unit Manager ist überzeugt: „Wir brauchen den Mut, solche Projekte anzugehen und umzusetzen. Die Politik kann uns pushen, indem sie einfachere Bedingungen für die Planungen schafft. Wir verbreiten deutsche Technologie international, nutzen sie aber selbst nicht. Ich würde mir wünschen, dass das schneller geht.“

Menschen im Vordergrund

55 Mitarbeiter sind bei ME in Marl beschäftigt. Diese hat Alexander Schulze Forsthövel besonders im Blick. Die richtige Unternehmenskultur wird in Zukunft ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein. „ME soll ein Ort sein, an dem Menschen gerne zusammenarbeiten. Wir müssen uns mehr um die Menschen kümmern. Trotz aller Herausforderungen, die uns in den letzten Jahren und aktuell beschäftigen, stehen die Menschen im Vordergrund“, betont er. Entsprechend wichtig ist das Thema Mitarbeiterführung. „Ich möchte Motivator sein und die Menschen dort abholen, wo sie stehen. Sie müssen wissen, warum es wichtig ist, was sie tun. Zum Beispiel bei Wasserstoff. Ich möchte ihnen vermitteln: Wir sind Teil der Energiewende – wir machen das tatsächlich und sprechen nicht nur darüber.“

Die Menschen abholen, das gilt auch beim Generationenwechsel, in dem sich das Unternehmen befindet. Viele junge Leute um die 20 Jahre wurden bereits angeworben. „Dabei müssen wir gleichzeitig dafür sorgen, dass die Erfahrung im Unternehmen bleibt“, so der Manager. Wichtig ist ihm, dass sich die Mitarbeiter mit dem Unternehmen und dem Konzern identifizieren, um eine langfristige Bindung aufzubauen.

Nachhaltig wachsen

Weiterhin ist Alexander Schulze Forsthövel auf der Suche nach Menschen, die zum Unternehmen passen. „Wir wollen nachhaltig wachsen und die Mitarbeiterzahl mittelfristig auf 70 bis 75 erhöhen“, sagt er. Als Innovator hat ME neue Technologien im Blick – etwa im Bereich der IT/OT-Sicherheit für Kunden nicht nur im Bereich der kritischen Infrastruktur. Die Aufgabe von ME sieht er neben der IT-Sicherheit auch im Bereich der Funktionalen Sicherheit. „Hier begleiten wir unsere Kunden dabei, ihre Anlagentechnik sicherer zu machen und sorgen dafür, dass am Ende alle ruhig schlafen können.“

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