„Wenn die Schranke hinter einem zufällt, beginnt die Ruhe“

Interview mit Niels Stein, Geschäftsführer der Naherholungspark Arnumer See GmbH & Co. KG

Vom Kiesabbau zum Naherholungsort

Was heute ein idyllischer Rückzugsort ist, begann einst mit einer ganz anderen Nutzung. Vor mehr als fünf Jahrzehnten wurde auf dem Gelände Kies abgebaut. Als die Rohstoffgewinnung endete, entstand aus der Grube ein See – und daraus wiederum die Idee für einen Campingplatz.

Den Arnumer See gibt es seit über 50 Jahren als Campingplatz, entstanden aus der Nachnutzung eines Kiesabbaugebiets“, sagt Niels Stein. Seine Schwiegereltern entwickelten damals das Konzept, erhielten die Genehmigungen und legten den Grundstein für das heutige Areal.

Über die Jahrzehnte wuchs der Platz organisch. Aus ersten Wohnwagen wurden Mobilheime, später hochwertige Wochenendhäuser. Infrastruktur kam hinzu: Sanitärgebäude, Gastronomie und Stellplätze. Heute wirkt das Gelände fast wie eine kleine gewachsene Gemeinschaft am Wasser.

 

Das Grundprinzip ist bis heute gleich geblieben. Der Betreiber stellt die Parzellen zur Verfügung, während Camper oder Eigentümer ihre Häuser oder Wohnwagen darauf platzieren. „Das hat tatsächlich etwas von einem Dorf“, erklärt der Geschäftsführer. Viele Gäste bleiben jahrzehntelang – einige sogar seit den frühen Tagen des Platzes.

Ein Ort zwischen Stadt und Natur

Der Arnumer See liegt nur wenige Minuten von Hannover entfernt. Gerade diese Nähe zur Stadt macht den Reiz des Konzepts aus.

„Viele suchen die Kombination aus Stadtleben und Natur – eine kleine Wohnung in der Stadt und ein Wochenendhaus draußen“, erläutert der Betreiber. Für manche sei das ein bewusst gewählter Lebensstil, für andere eine praktische Alternative zu einem klassischen Ferienhaus.

Der Platz selbst ist vielseitig aufgebaut. Der größte Teil besteht aus Dauercamping. Hinzu kommen Stellplätze für Kurzzeitcamper sowie Lodges und Apartments für Gäste, die nur einige Tage bleiben. Rund 55 Betten stehen dafür zur Verfügung.

Eine wichtige Rolle spielt auch der See selbst. Die Wasserqualität ist hoch, Stand-up-Paddler sind ebenso unterwegs wie Badegäste. Gleichzeitig bleibt der Zugang bewusst kontrolliert. „Wenn Gäste die Schranke hinter sich gelassen haben, genießen sie sofort die Ruhe“, betont der Unternehmer.

Genau diese Ruhe ist Teil des Konzepts. Keine Wasserski-Anlagen, keine großen Eventangebote – stattdessen Natur, Spazierwege und ein bewusst entschleunigtes Umfeld.

Zukunft: grüner, digitaler, gemeinschaftlicher

Seit vier Jahren führen Niels Stein und seine Frau den Betrieb. Der Übergang von der Gründer- zur nächsten Generation bringt neue Impulse – ohne das ursprüngliche Konzept zu verändern.

Ein wichtiges Ziel ist mehr Nachhaltigkeit auf dem Gelände. „Unsere Vision ist ein grüner Garten“, erläutert der Geschäftsführer. Flächen sollen entsiegelt, neue Bäume gepflanzt und naturnahe Strukturen gestärkt werden.

Auch neue Freizeitangebote werden diskutiert. So entstand etwa die Idee für einen Bouleplatz direkt aus der Campergemeinschaft. „Die Idee kam von den Dauercampern selbst – und wir greifen sie gerne auf“, so der Parkbetreiber.

Parallel dazu hat die Digitalisierung Einzug gehalten. Verwaltung, Buchhaltung und Buchungssysteme werden Schritt für Schritt modernisiert. Der Prozess sei notwendig, auch wenn er zunächst zusätzlichen Aufwand bedeute.

Trotz aller Veränderungen bleibt das Grundprinzip gleich: Gemeinschaft und persönliche Atmosphäre. „Es funktioniert nur mit einem guten Miteinander – im Team und mit unseren Gästen“, unterstreicht Niels Stein.

Der Blick nach vorn ist deshalb optimistisch. Der Naherholungspark Arnumer See soll ein Ort bleiben, der erschwingliche Freizeit ermöglicht – und gleichzeitig ein Stück Natur bewahrt. Ein Ort, an dem viele Gäste seit Jahrzehnten immer wieder zurückkehren.

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