Wenn gutes Essen Schule macht

Interview mit Michael Roder, Geschäftsführer OPAL Catering GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Roder, der Firmenname OPAL steht für originell, professionell, anspruchsvoll und leidenschaftlich?

Michael Roder: Ja, das trifft es genau, das sind nicht nur vier Worte, das sind gelebte Werte und unsere DNA, verbunden mit unserer Philosophie. Wir sind der führende Caterer für Schulen, Kitas, Altenheime und Betriebs­restaurants in Frankfurt und Umgebung – und das schon seit mehr als 20 Jahren. Allerdings gibt es seit 2019 eine andere Unternehmensstruktur. Heute ist OPAL eine Tochter des Arbeiter-Samariter-Bund, Landesverband Hessen. 

Wirtschaftsforum: Wer sind Ihre Kunden?

Michael Roder: Unser Hauptkunde ist die Stadt Frankfurt. Dort sind wir in circa 50 Schulen vor Ort. Deren Küchen haben wir gepachtet und geben dort täglich etwa 7.000 Essen aus. Hinzu kommen noch einmal 6.000 bis 7.000 Essen aus unserer Produktionsküche in Offenbach. Von dort beliefern wir ungefähr 100 Kunden, sodass wir rund 14.000 Essen pro Tag für Kinder kochen und auch ausfahren. 

Wirtschaftsforum: Wie sind Sie am Markt positioniert? Was sind Ihre Besonderheiten im Vergleich zu Mitbewerbern?

Michael Roder: Im Rhein-Main-Gebiet gibt es in der Tat sehr viele Caterer und auch die großen Namen sind hier aktiv. Wir sehen Sie nicht als direkte Konkurrenz, da unser Kerngeschäft zu 98% Schul- und Kita-Verpflegung ist, dem wir uns zu 100% widmen, und das leben wir auch. Das ist eine wichtige Botschaft an den Kunden, denn sie zeigt ihm, dass wir ihn ernst nehmen. Selbst wenn einmal etwas schiefläuft, reagieren wir umgehend. Bei uns ist dies kein Zusatzgeschäft, sondern unser Hauptgeschäft und das ist ein wichtiger Unterschied zu uns. Trotzdem sind wir ein junger und trendiger Caterer und haben uns am Markt auch als solcher platziert. In den letzten beiden Jahren werden wir zunehmend stärker wahrgenommen. Zu einem sehr geringen Teil übernehmen wir auch Betriebs- und Seniorenverpflegung. 

Wirtschaftsforum: Die gute Marktposition ist das eine, aber wie ist es Ihnen gelungen, am Markt stärker aufzufallen?

Michael Roder: Wir sind auf Messen, Symposien, Fachvorträgen und in Fachzeitschriften präsent. Erst kürzlich haben wir den zweiten Platz beim Goldenen Brokkoli erhalten. Das ist eine Branchen-Auszeichnung für herausragende Leistungen in der nachhaltigen Kita- und Schulverpflegung. Auch dadurch generieren wir Aufmerksamkeit und präsentieren uns als innovativ und trendig.

Wirtschaftsforum: Apropos Innovation und Trend. Was haben Sie hier zu bieten?

Michael Roder: Zunächst haben wir zum einen das Prinzip Cook and Serve, das heißt, das Essen wird morgens frisch gekocht, dann abgefüllt und warm ausgefahren. Wir sind jetzt dabei, auf Cook and Chill umzustellen. Hierbei kann ich heute das Essen für morgen bis zu einer bestimmten Tiefe vorgaren, und muss dann in 90 Minuten auf 4 °C in einem Chiller runterkühlen. Das ist sehr wichtig, um die ­HACCP-Richtlinien einzuhalten. Es ist ein erstklassiges Schonverfahren und auch ernährungsphysiologisch sehr gut. Wir können mittags zum Kunden fahren und ihm das Essen gekühlt ins Kühlhaus stellen. Er regeneriert es dann am nächsten Tag. 

Wirtschaftsforum: Wie funktioniert das genau?

Michael Roder: Eine Möglichkeit, die wir jetzt vermehrt nutzen, ist Cool Cooking. Cool Cooking sind fahrbare Geräte, ausgestattet mit elektrischer Kühlung und Heizung. Das Gerät bringen wir zum Kunden, der also praktisch heute, zum Beispiel, um 15:00 Uhr sein Essen für morgen bekommt. Über unsere Computerprogrammierung ist das Gerät so eingestellt, dass es, zum Beispiel, um elf Uhr am nächsten Tag regeneriert und das Essen um viertel vor zwölf heiß ist. Dann kann der Kunde das Essen herausnehmen und servieren. Falls er noch mehr benötigt, hat er nebenan einen von uns gestellten Kühlschrank, in dem weitere Portionen stehen. Wenn er mit der Essensausgabe fertig ist, stellt er sein Essen für morgen ins Cool Cooking-Gerät und es kühlt wieder bis zum nächsten Morgen. Die Uhrzeiten können individuell festgelegt werden. Dies ist speziell für Kunden, die weder über ein Kühlhaus, noch über einen Convectomaten verfügen.

Wirtschaftsforum: Der Zeitvorteil ist also erheblich?

Michael Roder: Cook and Chill hat eine ganz andere Garart als Cook and Serve. Wir können zeitenzerrt kochen, wir können zeitentzerrt fahren. Dazu kommt das Thema Nachhaltigkeit, wenn wir statt fünfmal nur zweimal die Woche zum Kunden fahren. Das ist eine Innovation, die wir stark vorantreiben und die auch schon einige Stammkunden überzeugt hat.

Wirtschaftsforum: Gibt es weitere Innovationen?

Michael Roder: Wir haben unsere eigene Salatsauce entwickelt, die wir nun auf den Markt bringen und verkaufen werden. Zudem wollen wir in den Krankenhausmarkt einsteigen und haben ein Tablett auf Zellulose-Basis entwickelt. Auch das ist ein Beitrag zur Nachhaltigkeit, von dem wir, die Patienten und das Krankenhaus profitieren. Intern möchten wir alle Prozesse vereinheitlichen und sind da auf einem guten Weg. 

Wirtschaftsforum: Wohin soll dieser Weg OPAL führen?

Michael Roder: Wir wollen in den nächsten fünf Jahren auf 30 Millionen EUR Jahresumsatz wachsen, weiter digitalisieren und noch nachhaltiger werden. Oberstes Thema ist zudem natürlich das Thema Mitarbeitende. Das heißt, wir wollen unsere Mitarbeitenden langfristig an uns binden. Sie übernehmen Eigenverantwortung und identifizieren sich mit dem Unternehmen. Wir werden auch weiterhin ein hervorragender Arbeitgeber für alle 250 Menschen im Unternehmen bleiben. Nur gemeinsam können wir stark sein, und so leben wir das auch.

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