„Wir sind Unternehmer, weil wir etwas unternehmen“

Interview mit Stefanie Hofmann, Geschäftsführerin der AH-Autohof Hoyerswerda GmbH

Wirtschaftsforum: Frau Hofmann, Sie sind Quereinsteigerin in einer eher technischen Branche. Wie kam es dazu?

Stefanie Hofmann: Ich habe ursprünglich Architektur studiert und auch als Architektin gearbeitet. Parallel habe ich aber schon früh im Betrieb meines Mannes mitgearbeitet – ganz klassisch erst in der Buchhaltung. Irgendwann musste ich mich entscheiden, und da habe ich gemerkt: Ich möchte gestalten, Verantwortung übernehmen. Das konnte ich hier besser als irgendwo anders.

Wirtschaftsforum: Heute sind Sie Gesellschafter-Geschäftsführerin für die Herrmann_Gruppe, Lausitz. War das ein geplanter Weg?

Stefanie Hofmann: Überhaupt nicht. Ich bin da eher reingewachsen. Als in einer verbundenen Werkstatt plötzlich die Geschäftsführung ausfiel, habe ich übernommen. Und dann gemerkt: Das liegt mir. 2015 bin ich Gesellschafterin geworden, seitdem führen mein Mann und ich das Unternehmen gemeinsam.

Wirtschaftsforum: Der Umsatz hat sich in dieser Zeit verzehnfacht. Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Stefanie Hofmann: Es gibt kein Geheimnis. Es ist Arbeit, Disziplin – und vor allem Haltung. Wir arbeiten miteinander, nicht gegeneinander. Bei uns ist jeder Teil des Teams, vom Meister bis zur Reinigungskraft. Und wir schauen genau hin, wer zu uns passt. Fachlich ist wichtig, aber menschlich ist entscheidend.

Wirtschaftsforum: Sie gehen auch im Recruiting ungewöhnliche Wege.

Stefanie Hofmann: Ja, wir denken nicht in starren Stellenprofilen. Wenn jemand zu uns passt, überlegen wir: Wo kann diese Person ihre Stärken einbringen? Das ist viel nachhaltiger. Wenn Menschen das arbeiten dürfen, was sie gern tun, sind sie automatisch besser.

Wirtschaftsforum: Wofür steht Ihr Unternehmen heute?

Stefanie Hofmann: Wir reparieren Nutzfahrzeuge – LKW, Busse, Vans. Aber eigentlich helfen wir unseren Kunden, ihr Geschäft am Laufen zu halten. Wenn ein Fahrzeug steht, verdient der Kunde kein Geld. Also müssen wir schnell, ehrlich und zuverlässig sein. Das ist unser Anspruch.

Wirtschaftsforum: Was unterscheidet Sie vom Wettbewerb?

Stefanie Hofmann: Nähe zum Kunden. Ich bin erreichbar, kümmere mich, wenn es hakt. Und wir kommunizieren offen – auch wenn etwas mal nicht sofort geht. Diese Ehrlichkeit zahlt sich aus. Die Kunden wissen: Auf uns ist Verlass.

Wirtschaftsforum: Sie führen heute eine Gruppe mit rund 75 Mitarbeitern und mehreren Standorten. Wohin geht die Reise?

Stefanie Hofmann: Wir wollen weiter wachsen – auch in neuen Geschäftsfeldern rund um Nutzfahrzeuge. Und wir bauen unsere Partnerschaften aus, zum Beispiel mit MAN. Gleichzeitig schaffen wir Strukturen, um neue Standorte gut integrieren zu können.

Wirtschaftsforum: Was spornt Sie jeden Tag aufs Neue an?

Stefanie Hofmann: Ich bin nur dann wirklich glücklich, wenn ich entscheiden darf. Wenn man mir Raum gibt, fülle ich ihn aus – und wenn ich sogar den Rahmen setzen darf, bin ich noch besser.

Wirtschaftsforum: Was ist Ihnen darüber hinaus wichtig?

Stefanie Hofmann: Wir haben herausfordernde Jahre hinter uns – Inflation, Unsicherheit, Krieg - alles gleichzeitig. Aber ich sage immer: Wir sind Unternehmer, weil wir etwas unternehmen. Angst darf uns nicht lähmen. Natürlich ist nicht alles einfach, aber wir haben es doch in der Hand, wie wir damit umgehen.

Wirtschaftsforum: Das klingt nach einer klaren Haltung.

Stefanie Hofmann: Absolut. Am Ende ist es eine Frage des Mindsets. Wenn ich positiv denke und handle, kommt auch etwas Positives zurück. Und genau das sehen wir bei uns jeden Tag.

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