Beton in der DNA

Interview mit Hannes Bürkle, Geschäftsführer und Moritz Bürkle, Geschäftsführer der Bürkle Baugruppe in Fellbach

Wirtschaftsforum: Bürkle steht seit 1926 für zuverlässiges Bauen. Was macht Ihr Unternehmen heute aus?

Hannes Bürkle: Im Kern ist es unsere klare Ausrichtung: Wir sind ein mittelständisches Familienunternehmen mit einem ganzheitlichen Ansatz. Das bedeutet, dass wir von der Projektentwicklung über die Planung und Betonfertigteilproduktion bis hin zum Roh- und Schlüsselfertigbau alle Leistungen aus einer Hand anbieten können. Das sorgt für Effizienz, Qualitätssicherung und Vertrauen bei unseren Kunden.

Moritz Bürkle: Hinzu kommt unsere langjährige Erfahrung, die wir gezielt mit Innovation kombinieren. Wir setzen auf moderne Technologien wie CAD-gestützte Planung, automatisierte Produktionsanlagen und BIM-Prozesse. Dabei verlieren wir aber nie den Blick für das Wesentliche, den Menschen – unsere Kunden, unsere Partner und natürlich unsere Mitarbeiter.

Wirtschaftsforum: Sie sprechen von Innovation. Wie sieht diese konkret aus?

Moritz Bürkle: Ein gutes Beispiel ist unsere Eigenentwicklung BTS 3.0 – ein CAD-System zur automatisierten Planung von Treppenanlagen. Damit können wir Verlege-, Schal- und Bewehrungspläne schneller und präziser erstellen, inklusive statischer Berechnungen. Das spart nicht nur Zeit, sondern sorgt auch für höchste Qualität und Planungssicherheit.

Hannes Bürkle: Auch in der Produktion gehen wir mit der Zeit. Unsere Werke in Fellbach-Schmiden und in Polen sind mit modernen, robotergesteuerten Anlagen ausgestattet. Wir produzieren passgenaue Betonfertigteile, mit denen sich wirtschaftlich und architektonisch anspruchsvolle Projekte realisieren lassen. Besonders stolz sind wir auf unser Beton-Aktiv-Decken- und Dachsystem zum Heizen und Kühlen – eine nachhaltige Lösung für komfortables Wohnen ohne zusätzliche Klimatechnik.

Wirtschaftsforum: Tradition und Moderne – wie lässt sich das in einem Familienunternehmen vereinen?

Hannes Bürkle: Unsere Tradition ist kein Ballast, sondern Fundament und Orientierung zugleich. Unser Urgroßvater Karl Bürkle hat mit seiner Treppe den Grundstein gelegt. Darauf bauen wir. In 4. Generation führen wir das Unternehmen nun weiter – mit neuen Ideen, aber im Geiste der Kontinuität.

Moritz Bürkle: Es geht dabei auch um Haltung. Wir treffen Entscheidungen langfristig, nicht quartalsgetrieben. Wir stehen zu unserem Wort, setzen auf Qualität statt Schnellschuss – und pflegen einen fairen, partnerschaftlichen Umgang mit allen Beteiligten. Das hat uns über die Jahrzehnte hinweg zu einem stabilen und vertrauenswürdigen Partner gemacht.

Wirtschaftsforum: Sie bieten ein sehr breites Leistungsspektrum. Wie gelingt es, diese Vielfalt zu managen?

Hannes Bürkle: Die Vielfalt ist unser Vorteil. Weil wir die gesamte Prozesskette abbilden – von der Grundstücksentwicklung über die Planung, die Fertigung der Betonfertigteile bis zum fertigen Gebäude – können wir Schnittstellenverluste vermeiden und maximale Effizienz erzielen. Gleichzeitig bieten wir alle Leistungen auch einzeln an. Der Kunde entscheidet, was er braucht.

Moritz Bürkle: Dieses modulare System funktioniert, weil wir über Jahrzehnte gewachsen sind und dabei ein starkes Fundament aus Erfahrung, Kompetenz und Strukturen geschaffen haben. Unser Erfolg basiert auf durchdachter Projektabwicklung, verlässlicher Baustellenlogistik und dem Know-how unserer Mitarbeiter.

Wirtschaftsforum: Wie wichtig sind Ihnen Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit im Bau?

Moritz Bürkle: Sehr wichtig – beides sind zentrale Themen für uns. Nachhaltigkeit heißt für uns: langlebige Bauqualität, energieeffiziente Systeme und verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen. Mit unseren Betonfertigteilen ermöglichen wir kurze Bauzeiten und hohe Präzision – das spart Energie und Kosten. Gerade was das Thema CO2-Neutralität angeht, sehen wir einen starken Fokus auf diesen Bereich. Wir sind uns unserer bedeutenden Rolle durchaus bewusst und versuchen gemeinsam mit unseren Zulieferern unseren CO2-Fußabdruck in naher Zukunft Richtung Null zu reduzieren. Darüber hinaus sehen wir unsere Verantwortung auch als Arbeitgeber. Wir investieren in Aus- und Weiterbildung, fördern den Nachwuchs und bieten sichere Arbeitsplätze. Nur mit einem engagierten und kompetenten Team können wir den Wandel im Bauwesen aktiv mitgestalten.

Wirtschaftsforum: Wenn Sie in die Zukunft blicken: Wo sehen Sie Bürkle in zehn Jahren?

Hannes Bürkle: Wir wollen unsere Position als innovative Baugruppe weiter ausbauen – sowohl in der Region als auch darüber hinaus. Neue Technologien, nachhaltige Lösungen und kluge Köpfe werden dabei unsere Wegbegleiter sein.

Moritz Bürkle: Wichtig ist uns auch, dass wir unseren familiären Geist bewahren. Persönliche Nähe, flache Hierarchien und Werte wie Fairness und Verlässlichkeit – das soll auch in Zukunft unser Markenzeichen bleiben. Besser bauen aus Tradition – das ist bei uns mehr als ein Slogan. Es ist unser täglicher Antrieb.

Kontaktdaten
Bürkle Baugruppe
Fellbacher Straße 68
70736 Fellbach-Schmiden
Deutschland
Tel.: +49 711 951600
info@buerkle-baugruppe.de
www.buerkle-baugruppe.de

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Eurozone und Staatsschulden: Warum Deutschland anders investieren könnte

Eurozone und Staatsschulden: Warum Deutschland anders investieren könnte

Frankreichs Schuldenprobleme werfen eine grundsätzliche Frage auf: Sollte Deutschland seine vergleichsweise hohe Kreditwürdigkeit ausschließlich zur Begrenzung der Staatsverschuldung nutzen? Ein ungewöhnlicher Vorschlag sieht vor, mit zusätzlichen Krediten produktive Vermögenswerte im…

Japans Zinswende: Warum steigende Zinsen die Weltbörsen belasten könnten

Japans Zinswende: Warum steigende Zinsen die Weltbörsen belasten könnten

Japan hebt seinen Leitzins auf den höchsten Stand seit 31 Jahren. Was zunächst wie eine nationale geldpolitische Entscheidung aussieht, könnte internationale Folgen haben. Denn über Jahrzehnte haben Investoren günstige Yen-Kredite…

Mentale Gesundheit für Executives: Die unsichtbare Krise erkennen

Mentale Gesundheit für Executives: Die unsichtbare Krise erkennen

Sie treffen Entscheidungen, die das Leben vieler Menschen berühren. Sie tragen Druck, den andere kaum sehen. Über das, was dieser Druck mit ihnen macht, sprechen sie selten. Bei Führungskräften zeigt…

Aktuellste Interviews

Software für den Praxisalltag

Interview mit Fabian Gundlach, Geschäftsführer der ergosoft GmbH

Software für den Praxisalltag

Aus einer Abrechnungssoftware für Psychotherapeuten ist bei ergosoft über drei Jahrzehnte eine umfassende Lösung für den Praxisalltag entstanden. Geschäftsführer Fabian Gundlach setzt auf Spezialisierung, engen Kundenkontakt und neue Technologien wie…

Schnell reagieren können

Interview mit Steven Herpichböhm, CTO der Gramß GmbH Kunststoffverarbeitung

Schnell reagieren können

Wie wird aus einem kleinen Familienbetrieb ein hochmoderner Kunststoffspezialist mit 150 Maschinen? Steven ­Herpichböhm, CTO der Gramß GmbH in Spechtsbrunn bei Sonneberg, kennt die Antwort. Im Interview spricht er über…

„Die ESA sagte uns, was wir machen, sei unmöglich!“

Interview mit Tom Segert, Mitgründer und CEO der Berlin Space Technologies GmbH

„Die ESA sagte uns, was wir machen, sei unmöglich!“

Kaum ein Unternehmen dürfte derart komplex zu gründen und zu skalieren sein wie ein Satellitenhersteller: Tom Segert und seine Partner haben es dennoch getan – mit beachtlichen Erfolgen, die sich…

TOP