Zukunft Personal Europe 2026: KI-Versprechen auf dem Prüfstand

Vom KI-Etikett zur Anwendung

Für den Mittelstand ist der Zeitpunkt heikel. Viele Unternehmen haben Neueinstellungen zurückgefahren, Personalbudgets stehen unter Druck, und zugleich trägt fast jedes HR-Tool inzwischen ein KI-Label. Auf der Ausgabe 2025 verschob sich der Ton, so der Tenor der Fachpresse: weg von der Spielerei, hin zu Anwendungen mit konkretem Nutzen. Ob das für die Breite der Anbieter gilt oder nur für einige, lässt sich in Köln an einem Ort prüfen, statt es aus Produktvideos zu erraten.

Was Besucher davon haben

Der Nutzen der Messe liegt im direkten Vergleich. Wer mit klaren Fragen anreist, kann Recruiting-Software, Lernplattformen und Abrechnungssysteme gegen die eigenen Prozesse halten, statt Hochglanzprospekte zu sammeln. Die vier Schwerpunktthemen ordnen das Feld: Recruiting & Attraction, Organisational Performance, Learning & Development und Corporate Health. Der letzte Bereich verdient im engen Arbeitsmarkt mehr Aufmerksamkeit, als er meist bekommt, weil Bindung billiger ist als Neubesetzung.

Speaker und Formate

Angekündigt sind unter anderem der Arbeitsforscher Hans Rusinek, die KI-Expertin und Autorin Kenza Ait Si Abbou und Keynote-Speaker Frederik G. Pferdt. Die Arbeitgeberseite vertreten Barbara Wittmann (LinkedIn), Inga Dransfeld-Haase (CHRO der TÜV Nord Group) und Thomas Lurz (CHRO der s.Oliver Group). Neben den Vortragsbühnen setzen das HR Hack Lab und das ZP Impact Lab auf Workshops statt Frontalvortrag, die Startup Stage zeigt junge Anbieter in kurzen Slots. Der HR Innovation Award zeichnet neue Produkte aus, das Format „30 under 30" rückt Nachwuchskräfte ins Bild.

Der eigentliche Test

Das Motto „Team Human x AI" klingt versöhnlich. Die Prüfung findet aber am Stand statt, nicht auf der Bühne: Dort zeigt sich, ob ein Tool echte Arbeit abnimmt oder ob dieselbe Software nur ein neues Etikett trägt. Wer diesen Unterschied sucht, kommt in Köln weiter als mit jeder Anbieterdemo. Die Messe läuft vom 15. bis 17. September, Tickets und Programm stehen online.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Eurozone und Staatsschulden: Warum Deutschland anders investieren könnte

Eurozone und Staatsschulden: Warum Deutschland anders investieren könnte

Frankreichs Schuldenprobleme werfen eine grundsätzliche Frage auf: Sollte Deutschland seine vergleichsweise hohe Kreditwürdigkeit ausschließlich zur Begrenzung der Staatsverschuldung nutzen? Ein ungewöhnlicher Vorschlag sieht vor, mit zusätzlichen Krediten produktive Vermögenswerte im…

Japans Zinswende: Warum steigende Zinsen die Weltbörsen belasten könnten

Japans Zinswende: Warum steigende Zinsen die Weltbörsen belasten könnten

Japan hebt seinen Leitzins auf den höchsten Stand seit 31 Jahren. Was zunächst wie eine nationale geldpolitische Entscheidung aussieht, könnte internationale Folgen haben. Denn über Jahrzehnte haben Investoren günstige Yen-Kredite…

Mentale Gesundheit für Executives: Die unsichtbare Krise erkennen

Mentale Gesundheit für Executives: Die unsichtbare Krise erkennen

Sie treffen Entscheidungen, die das Leben vieler Menschen berühren. Sie tragen Druck, den andere kaum sehen. Über das, was dieser Druck mit ihnen macht, sprechen sie selten. Bei Führungskräften zeigt…

Aktuellste Interviews

Software für den Praxisalltag

Interview mit Fabian Gundlach, Geschäftsführer der ergosoft GmbH

Software für den Praxisalltag

Aus einer Abrechnungssoftware für Psychotherapeuten ist bei ergosoft über drei Jahrzehnte eine umfassende Lösung für den Praxisalltag entstanden. Geschäftsführer Fabian Gundlach setzt auf Spezialisierung, engen Kundenkontakt und neue Technologien wie…

Schnell reagieren können

Interview mit Steven Herpichböhm, CTO der Gramß GmbH Kunststoffverarbeitung

Schnell reagieren können

Wie wird aus einem kleinen Familienbetrieb ein hochmoderner Kunststoffspezialist mit 150 Maschinen? Steven ­Herpichböhm, CTO der Gramß GmbH in Spechtsbrunn bei Sonneberg, kennt die Antwort. Im Interview spricht er über…

„Die ESA sagte uns, was wir machen, sei unmöglich!“

Interview mit Tom Segert, Mitgründer und CEO der Berlin Space Technologies GmbH

„Die ESA sagte uns, was wir machen, sei unmöglich!“

Kaum ein Unternehmen dürfte derart komplex zu gründen und zu skalieren sein wie ein Satellitenhersteller: Tom Segert und seine Partner haben es dennoch getan – mit beachtlichen Erfolgen, die sich…

TOP