Digitale Plattformen: Wie der Online-Handel an der Börse den Finanzmarkt revolutioniert

Börsenhandel heute: Einfach & für jedermann

Vor Zeiten des Online-Bankings und Online-Brokern musste man entweder persönlich bei der Bank vorbei oder bei seinem Bankberater anrufen, wenn man Aktien kaufen wollte. Das ist heute kaum noch vorstellbar, denn mittlerweile kauft man einfach über einen Online-Broker per App oder Browser seine Wunschaktien und hat sie in Sekundenschnelle im Depot.

Das Handeln in Deutschland mit Plus500 oder auf anderen Plattformen hat den Finanzmarkt revolutioniert. Genauer: Er wurde demokratisiert, denn nun ist er für alle Menschen, die einen Internetanschluss haben, zugänglich. Der Börsenhandel ist damit kein Privileg der Elite oder institutioneller Anleger mehr, sondern steht grundsätzlich jedermann offen.

Möglich wurde diese Öffnung nicht nur durch leistungsstärkere Technologien und Vernetzung, sondern auch durch das disruptive Geschäftsmodell der neuen Online-Broker: Sie bieten einen kostenlosen Zugang zur Börse, fordern keinen Mindestinvestitionsbetrag und verlangen nur geringe Transaktionsgebühren.

Auswirkungen des digitalen Börsenhandels

Die Auswirkungen, die der digitale Handel an der Börse in der letzten Dekade herbeigeführt hat, sind beträchtlich, und unterschiedliche Akteure sind unterschiedlich davon betroffen.

Kleinanleger

Für Kleinanleger stellen digitale Plattformen eine starke Vereinfachung dar, denn sie ermöglichen die schnelle und einfache Teilnahme am Börsenhandel. Dadurch, dass dieser nun der breiten Öffentlichkeit zugänglich ist, interessieren sich mehr Menschen dafür – vor allem Jüngere. So ergab eine Studie des Deutschen Aktieninstituts, dass im Jahr 2022 jeder fünfte Mensch ab 14 Jahren in Deutschland am Aktienmarkt engagiert ist – so viel wie nie zuvor.

Die Art und Weise wie die Menschen investieren, hat sich ebenfalls verändert: In den sozialen Medien und auf Youtube folgen viele Menschen Profianlegern und erweitern so ihr Wissen, damit sie beim Börsenhandel fundierte Entscheidungen treffen können.

Traditionelle Banken

Die traditionellen Banken haben den Börsenhandel lange gehütet wie den heiligen Gral und nur auserwählten Menschen geöffnet – nämlich denen, die sehr viel Geld zu investieren hatten.

Im Zuge der digitalen Revolution durch die Online-Plattformen haben die traditionellen Banken nun immer weiter das Nachsehen. Während sie früher hohe Provisionen für die Vermittlung bestimmter Aktien oder Fonds erhalten hatten und für das Führen eines Aktiendepots hohe Gebühren verlangen konnten, werden sie nunmehr von den Online-Plattformen getrieben. Sie verlieren Anleger an digitale Plattformen, die ihre Dienste günstiger anbieten können und häufig auch eine größere Auswahl an Investitionsprodukten bieten, z.B. Indizes in Form von ETFs.

Institutionelle Anleger

Institutionelle Anleger sind nicht nur Banken, sondern auch Investment-Unternehmen, deren Geschäftsmodell es ist, mit dem Börsenhandel Geld zu verdienen. Diese Großanleger halten oft sehr große Anteile an Unternehmensaktien.

Sehr viele Kleinanleger, die in den letzten Jahren im Zuge der Demokratisierung an die Börse gedrängt sind, können jedoch auch Auswirkungen auf die Gewinne der institutionellen Anleger haben. Ein prominenter Fall war im Jahr 2021 der massive Kursanstieg der GameStop-Aktie. Dieser wurde von vielen Kleinanlegern ausgelöst, die sich online zum Kauf der Aktie abgestimmt hatten. Durch den Kursanstieg entstanden einigen Hedgefonds-Unternehmen, die auf fallende Kurse der Aktie gesetzt hatten, herbe Verluste.

Was bringt die Zukunft?

Digitale Plattformen werden sich stetig weiterentwickeln. Schon heute gibt es sogenannte Robo-Advisor, die per KI-Modell Handelsdaten in Echtzeit analysieren und so vollautomatisch ein Portfolio verwalten können. Diese Technologie wird noch ausgefeilter werden, sodass Anleger tiefere Einblicke in das Marktgeschehen erlangen und noch bessere Entscheidungen treffen können.

Der Einfluss von Online-Communities, wie der Kursanstieg der GameStop-Aktie zeigte, wird zudem noch größer werden. Schließen sich viele Kleinanleger zusammen und treffen eine gemeinsame Entscheidung, können sie einen großen Einfluss auf den Finanzmarkt haben – zum Vor- und Nachteil von anderen Anlegern.

Die Regulierung der Online-Plattformen wird von Aufsichtsbehörden verschärft werden, denn der Zugang zum Börsenhandel bietet auch Risiken. Anleger können mit nur einem Klick hochspekulative Trades abschließen, was das Risiko für gravierende Verluste erhöht. Online-Plattformen müssen deshalb genügend auf diese Risiken hinweisen. Es ist auch gut möglich, dass in Zukunft Nutzer sich erst beweisen oder Wissen demonstrieren müssen, bevor sie zum Handel mit hochspekulativen Produkten zugelassen werden.

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