Effiziente Transportlogistik für jede Anforderung

Interview mit Christian Satow, Geschäftsführer der TUL agroservice GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Satow, wie ist die TUL agroservice GmbH historisch gewachsen?

Christian Satow: Unsere Wurzeln liegen im klassischen Agrarumschlag – insbesondere von Zuckerrüben, Kartoffeln und Düngemitteln. Nach der Privatisierung haben wir uns schrittweise zu einer Spedition mit erweitertem Leistungsprofil entwickelt. Seit 2019 sind wir Teil der Eisenbahner Beteiligungsgesellschaft mit rund 24 Unternehmen und über 1.000 Beschäftigten. Ich bin seit August 2024 im Unternehmen tätig – mit dem Auftrag, den Standort Falkenhagen gezielt weiter zu stärken.

Wirtschaftsforum: Was bieten Sie Ihren Kunden konkret an, worauf basiert ihre Geschäftstätigkeit?

Christian Satow: Vor allem auf zuverlässiger Transportlogistik: Wir disponieren 33 Zugmaschinen mit Walking-Floor-, Kipper- und Planenaufliegern sowie einem Seitenlader für die flexible Containeraufnahme an dezentralen Standorten. Parallel arbeitet unser Umschlagteam mit sechs Mobilbaggern in Norddeutschland und übernimmt die Entladung von Zügen, Schiffen und Containern. Am Standort Falkenhagen betreiben wir ein Terminal mit eigenem Gleisanschluss und ein Containerlager mit rund 400 Stellplätzen. Ergänzend stehen eine IVECO-Vertragswerkstatt, eine Dieseltankstelle und ein Baustofflager zur Verfügung. Auf diese Weise organisieren wir durchgängige Transportketten – von der Anlieferung bis zur ersten und letzten Meile.

Wirtschaftsforum: Welche Grundhaltung prägt das Selbstverständnis und die tägliche Arbeit von TUL agroservice?

Christian Satow: Unsere Arbeit folgt drei Leitlinien: Verlässlichkeit, Pragmatismus und Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Konkret heißt das: Wir hören zu, planen sorgfältig und liefern pünktlich, sicher und transparent dokumentiert. Wenn sich Rahmenbedingungen ändern, kommunizieren wir offen und organisieren zügig tragfähige Alternativen. Diesen Anspruch leben wir auch intern: moderne Fahrzeuge und eigene Werkstatt, klare Prozesse, kurze Entscheidungswege und Mitarbeitende, die Verantwortung übernehmen. Unser Grundsatz lautet Qualität statt Spielerei – mit Sicherheit, GMP-konformen Abläufen und Effizienz als Leitplanken, etwa durch sinnvoll kombinierte Bahn-Lkw-Verkehre und die gezielte Reduktion von Leerfahrten. So entsteht Vertrauen – die Grundlage für nachhaltige, langfristige Kundenbeziehungen.

Wirtschaftsforum: In welchen Bereichen kommen Ihre Lösungen konkret zum Einsatz?

Christian Satow: Unser Schwerpunkt ist die Transportlogistik für die Agrar- und Lebensmittelkette – von Zuckerrüben in der Kampagne über Getreide bis zu Futtermitteln. Ergänzend fahren wir Containerverkehre für regionale Industriekunden in Richtung Seehäfen. Auf der Umschlagseite entladen wir mit eigenen Mobilbaggern Züge, Schiffe und Container und verteilen die Ware über unseren Bahnanschluss in Falkenhagen direkt in die Region. Dort betreiben wir außerdem ein Containerdepot mit rund 400 Stellplätzen sowie Zwischenlagerflächen.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt der Bahnanschluss?

Christian Satow: Der Bahnanschluss hat für uns zentrale Bedeutung. Wir entladen Güterzüge direkt am eigenen Gleisanschluss und übernehmen anschließend die regionale Verteilung per Lkw. Das reduziert Schnittstellen, verkürzt Durchlaufzeiten und erhöht die Terminsicherheit. Innerhalb der Gruppe verfolgen wir konsequent den integrierten Ansatz, erste und letzte Meile aus einer Hand zu organisieren. Für unsere Kunden bedeutet das planbare Abläufe, verlässliche Slots und effiziente Prozesse.

Wirtschaftsforum: In welche Richtung entwickeln Sie Ihre Angebote?

Christian Satow: Wir erweitern unser Portfolio gezielt. Der Gleisbau für kleinere Instandhaltungs- und Anpassungsmaßnahmen ist gestartet; die Vegetationspflege für das Konzernnetz folgt zum 1. Januar 2026. Zudem planen wir eine Pkw-Werkstatt zur Betreuung der konzernweiten Flotte. Diese Bausteine erhöhen unsere Wertschöpfungstiefe und Robustheit, wenn einzelne Bereiche temporär schwächeln – und sie eröffnen zusätzliche Möglichkeiten für Kunden, die Komplettdienstleistungen aus einer Hand bevorzugen.

Wirtschaftsforum: Welche Pläne haben Sie für die nächsten Jahre?

Christian Satow: Stabilität vor Tempo bleibt unser Leitmotiv. In der Spedition wollen wir die schwarze Null nachhaltig festigen, Gleisbau und Vegetationspflege strukturiert ausbauen und die Werkstatt als verlässlichen Partner im Konzern etablieren – mit klaren Prozessen und reproduzierbarer Qualität. Wachstum um jeden Preis passt nicht zur aktuellen Marktlage; wir setzen auf planbare Leistung, belastbare Termintreue und saubere Dokumentation. Wenn wir diesen Anspruch konsequent umsetzen, folgt organisches Wachstum in der Regel von selbst – auf Basis von Vertrauen, verlässlichen Services und langfristigen Kundenbeziehungen.

TUL agroservice GmbH
Rapshagener Straße 2
16928 Pritzwalk
Tel.: +49 33986 82210
transport@tul-agroservice.de
www.tul-agroservice.de

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