gedatec 2026: Wenn Elektro, SHK und Dach gemeinsam die Energiewende im Gebäude gestalten

Damit reagiert die Messe auf eine Entwicklung, die auf Baustellen längst Realität ist. Energieversorgung, Wärme, Gebäudehülle und digitale Steuerung lassen sich immer weniger getrennt voneinander betrachten. Für Handwerksbetriebe, Planer und Hersteller bedeutet das: Technisches Know-how im eigenen Gewerk bleibt wichtig, aber Schnittstellen und gewerkeübergreifende Zusammenarbeit werden zum Nadelöhr.

Gebäudetechnik wird zum Gesamtsystem

Besonders sichtbar werden soll dieser Ansatz im E-Haus des ZVEH. Dort werden Smart Home, Wärmepumpe, Photovoltaik, Speicher und Gebäudeautomation als miteinander verbundenes System gezeigt. Fachbesucher können nachvollziehen, wie die Technologien zusammenspielen und welche digitalen Standards für die Vernetzung erforderlich sind. Die Herausforderung liegt dabei weniger darin, einzelne Technologien verfügbar zu machen. Viele Lösungen sind bereits am Markt. Entscheidend wird, ob Planung, Installation und Steuerung so aufeinander abgestimmt werden, dass das Gebäude als Gesamtsystem funktioniert. Genau hier setzt auch das Konzept der gedatec an: Jede der beteiligten Branchen erhält eigene Themen und Fachangebote, gleichzeitig soll der Austausch zwischen Elektro-, SHK- und Dachhandwerk gefördert werden.

KI und Digitalisierung erreichen den Handwerksalltag

Auch Künstliche Intelligenz und digitale Prozesse gehören zum Fachprogramm. Das Forum „Digitalisierung im Handwerk" beschäftigt sich damit, wie KI, Software und digitale Arbeitsabläufe im Betrieb sinnvoll eingesetzt werden können. Dabei geht es um eine Entwicklung, die weit über einzelne Apps oder Verwaltungsprogramme hinausgeht. Digitale Werkzeuge können Planung, Dokumentation und interne Prozesse verändern. Gleichzeitig müssen sie sich in kleinen und mittelständischen Handwerksbetrieben praktisch einsetzen lassen. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, was technisch möglich ist, sondern welche Anwendungen im Arbeitsalltag tatsächlich Zeit sparen oder Abläufe verbessern.

Photovoltaik, Wärmetechnik und Elektromobilität

Für das Elektrohandwerk bieten unter anderem das de-Innovationsforum und das ep-ELEKTROPRAKTIKER Forum Fachinformationen zu aktuellen VDE-Normen, elektrischer Sicherheit, Photovoltaik, Ladeinfrastruktur sowie Mess- und Prüftechnik. Das SHK-Forum richtet den Blick dagegen auf Sanitär, Heizung und Klima. Themen sind beispielsweise Lüftungstechnik, Trinkwasserhygiene und Betriebsnachfolge. Am 14. Oktober bringt das ELEKTRO+ und WÄRME+ Forum Elektroinstallation und Wärmetechnik zusammen. Ebenfalls am 14. Oktober beschäftigt sich das eMO-Forum mit der Zukunft der Elektromobilität. Resiliente Ladeinfrastruktur und bidirektionales Laden stehen im Mittelpunkt. Wie eng Gebäude- und Mobilitätsinfrastruktur inzwischen miteinander verbunden sind, lässt sich hier konkret nachvollziehen.

Auch das Dach wird Teil der vernetzten Gebäudetechnik

Das Dachhandwerk erhält auf der gedatec eine eigene Bühne. Das Fachprogramm betrachtet den gesamten Ablauf eines Dachdeckerauftrags – von Planung und Ausführung bis zur Entsorgung. Dabei geht es unter anderem um Photovoltaik, Gebäudehülle, Kreislaufwirtschaft und Arbeitssicherheit. Auch der Einsatz von Drohnen und KI im Unternehmensalltag wird thematisiert. Gerade die Photovoltaik zeigt, warum die Verbindung der Gewerke sinnvoll ist. Eine Solaranlage betrifft nicht nur das Dach, sondern ebenso Elektroinstallation, Speichertechnik, Wärmeerzeugung und gegebenenfalls die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.

Start-ups und Nachwuchs bekommen eigene Formate

Neben etablierten Herstellern sollen auch junge Unternehmen neue Impulse liefern. Im Startup Areal der VDZ präsentieren Gründer Technologien und Geschäftsmodelle für Elektro-, SHK- und Dachhandwerk und stellen ihre Lösungen in kurzen Pitches vor. Auch Nachwuchs- und Fachkräftethemen gehören zum Programm. Mit Werkstattstraße, Gesellenrallye und Seminaren zur Arbeitssicherheit richtet sich die Messe gezielt an Auszubildende und junge Fachkräfte. Beides lässt sich dort direkt ausprobieren. Ein weiterer Schwerpunkt folgt am 15. Oktober mit dem Forum Brandschutz. Fachvorträge und Praxisbeispiele beschäftigen sich unter anderem mit Brandmeldetechnik, Entrauchung und Sprinkleranlagen. Für dieses Forum ist ein separates Ticket erforderlich.

Premiere mit mehr als 300 Ausstellern

Die gedatec findet vom 13. bis 15. Oktober 2026 im Berlin ExpoCenter City statt. Die Hallen 1.2 bis 6.2 sind täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, Tickets gibt es ausschließlich online. Mit ihrer Premiere geht die Messe einen Schritt über das klassische Konzept einer Elektrofachmesse hinaus. Elektroinstallation, Wärmeversorgung und Gebäudehülle werden nicht mehr als getrennte Welten betrachtet. Stattdessen stellt sich die Frage, wie aus einzelnen Technologien ein funktionierendes, energieeffizientes Gebäude entsteht. Für Handwerk, Planung und Industrie dürfte genau diese Schnittstelle interessant werden. Denn die Energiewende im Gebäudesektor entscheidet sich zunehmend nicht an einer einzelnen Technologie, sondern daran, wie gut unterschiedliche Systeme und Gewerke miteinander verbunden werden.

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