Hygiene mit nachhaltiger Wirkung

Interview mit Magda Lucchesini, Sales Manager Italy der Industrie Celtex S.p.A.

Wirtschaftsforum: Frau Lucchesini, Industrie Celtex blickt auf eine lange Unternehmensgeschichte zurück. Welche Entwicklungsschritte waren dabei besonders prägend?

Magda Lucchesini: 2025 war für uns ein besonderes Jahr, weil wir 40-jähriges Bestehen feiern konnten. Gegründet wurde das Unternehmen 1985. Wichtige Meilensteine waren unsere Akquisitionen und der Ausbau der eigenen Produktion. 2005 kam die erste Papierfabrik für Produkte aus reiner Zellulose dazu, 2008 folgte Celtex France, 2012 dann die Cartiera di Pratolungo für spezielle Recyclingpapiere. Später kamen weitere Unternehmen hinzu, und 2016 wurde aus Celtex schließlich Industrie Celtex, um alles organisatorisch unter einem Namen zu bündeln. 2017 kam noch die Fusion mit Infibra dazu, um das Sortiment weiter zu ergänzen. Heute sind wir eine internationale Gruppe mit rund 510 Beschäftigten und beliefern 60 Länder weltweit.

Wirtschaftsforum: Mit welchen Produkten und für welche Zielgruppen ist Industrie Celtex im Markt aktiv?

Magda Lucchesini: Unser Schwerpunkt liegt auf Tissue-Einwegprodukten für Hygiene, Gastronomie und Reinigung – also auf allem, was im Waschraum, am Tisch oder generell im Away-from-Home-Bereich gebraucht wird. Dazu gehören Papierhandtücher, Toilettenpapier, Tischdecken, Servietten und weitere Lösungen für den professionellen Einsatz. Unsere direkten Kunden sind vor allem Distributoren. Über sie beliefern wir Hotellerie, Gas­tronomie, Reinigungsunternehmen und viele andere professionelle Anwender. In Italien ist der Markt stark fragmentiert, im Ausland arbeiten wir häufiger mit größeren, stärker strukturierten Kunden zusammen.

Wirtschaftsforum: Während der Pandemie haben sich viele Absatzstrukturen verschoben. Wie hat Ihr Unternehmen diese Zeit erlebt?

Magda Lucchesini: Für uns war das eine sehr einschneidende Zeit, weil sich unser Markt innerhalb kürzester Zeit komplett verändert hat. Viele unserer Absatzbereiche kamen praktisch zum Stillstand, weil Hotels, Gastronomie und zahlreiche Einrichtungen geschlossen waren. Gleichzeitig stieg die Nachfrage im privaten Bereich stark an. Wir haben diese Phase deshalb vor allem als Zeit eines sehr schnellen Umdenkens erlebt, da wir gezwungen waren, unser Know-how aus dem B2B-Geschäft kurzfristig auf den Consumer-Bereich zu übertragen und Produkte für den Lebensmitteleinzelhandel und andere Vertriebskanäle anzupassen. Genau das hat uns geholfen, diese Phase gut zu bewältigen.

Wirtschaftsforum: Was unterscheidet Industrie Celtex aus Ihrer Sicht vom Wettbewerb?

Magda Lucchesini: Im Markt werden wir als innovatives Unternehmen mit hohem Qualitätsanspruch wahrgenommen. Ein entscheidender Unterschied ist für uns, dass Nachhaltigkeit kein aufgesetztes Marketingthema ist, sondern seit vielen Jahren unser Handeln prägt. Von Anfang an ging es uns darum, hochwertige Produkte zu entwickeln und Lösungen anzubieten, die Hygiene und Wohlbefinden außerhalb des eigenen Zuhauses verbessern. Dabei wollen wir nicht nur Papier herstellen, sondern auch seine Nutzung intelligenter gestalten – zum Beispiel mit passenden Spendersystemen.

Wirtschaftsforum: Sie sprechen das große Thema Nachhaltigkeit an. Welche Maßnahmen sind in diesem Zusammenhang für Ihr Unternehmen besonders wichtig?

Magda Lucchesini: Nachhaltigkeit beginnt für uns nicht erst in der Produktion, sondern schon bei der Auswahl der Rohstoffe. Wir arbeiten mit zertifizierten Materialien, investieren in Energieeffizienz und führen Produktionsreste wieder in den Kreislauf zurück, indem wir daraus andere Papierqualitäten herstellen. Schon früh haben wir in Kraft-Wärme-Kopplung investiert, seit 2011 bauen wir zudem unsere PV-Nutzung stetig aus. Auch unsere Spendersysteme helfen dabei, den Verbrauch zu reduzieren. Für uns endet Nachhaltigkeit also nicht am Werkstor, sondern setzt sich beim Kunden fort. Dass dieser Ansatz auch von außen gesehen wird, zeigen unsere Auszeichnungen: 2021 zählten wir zu den 100 nachhaltigsten Unternehmen Italiens, 2025 zu den Top 75. Im selben Jahr erhielten wir außerdem die Goldmedaille von EcoVadis und veröffentlichten unseren ersten Nachhaltigkeitsbericht.

Wirtschaftsforum: Wenn Sie zum Schluss nach vorn schauen: Welche Schwerpunktthemen prägen aus Ihrer Sicht die Zukunft des Unternehmens?

Magda Lucchesini: Hinter Industrie Celtex stehen mit Andrea Bernacchi, Claudio Giacometti und Alessandro Carrara drei Gründer, die das Unternehmen mit Innovationsgeist, Weitblick und großer Branchenkenntnis geprägt haben – und das bis heute tun. Für uns geht es im Kern darum, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern, indem wir ihre Bedürfnisse verstehen und daraus die passenden Lösungen entwickeln. Genau darin sehen wir auch unsere Zukunft: in der Verbindung von technischer Innovation, nachhaltigem Handeln und echter Nähe zum Markt.

 

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