Hier wächst ein Ort, der verbindet – ein Lebensraum mit Herz.

Interview mit Sebastian Stapleton-Hain, Geschäftsführer der InnZeit GmbH & Co. KG

Der Ausgangspunkt war ein Areal mit Geschichte – und eine ungewöhnlich klare Vision. „Die Wurzeln liegen in der Idee, auf einem stillgelegten Kasernengelände etwas Lebendiges zu schaffen“, sagt Sebastian Stapleton-Hain. Statt das Gelände als klassisches Bauträgerprojekt zu betrachten, wurde früh ein Quartiersgedanke formuliert: Wohnen sollte nicht nur Flächenangebot sein, sondern ein Rahmen, in dem sich Menschen verschiedener Generationen im Alltag wiederfinden.  

Gemeinschaft als Prinzip

Diese Perspektive prägt die Entwicklung bis heute. Seit 2012 wird das Gebiet Schritt für Schritt transformiert – mit dem Ziel, einen Ort zu schaffen, der Vielfalt nicht nur ermöglicht, sondern gestaltet. „Wir wollten nicht einfach bauen, sondern etwas Neues entwickeln“, betont Sebastian Stapleton-Hain. Damit ist weniger ein spektakulärer Einzelbau gemeint als ein dauerhaft tragfähiges Miteinander aus Wohnformen, Infrastruktur und Angeboten.


Dahoam im Inntal ist in seiner Bandbreite bewusst angelegt: vom Einzimmer-Apartment bis zur großzügigen Wohnung, ergänzt um geförderte Einheiten, betreutes Wohnen und Angebote für Menschen mit Behinderung. Heute umfasst das Quartier knapp über 500 Wohneinheiten; rund 1.100 bis 1.200 Menschen leben dort. Entscheidend ist dabei nicht allein die Zahl, sondern die Idee, dass unterschiedliche Lebensphasen im selben Umfeld Platz finden.

Die räumliche Gestaltung folgt diesem Anspruch. „Es gibt keine Zäune, es gibt keine Einfriedungen“, sagt Sebastian Stapleton-Hain. Statt Grenzen zu ziehen, werden Übergänge geschaffen: Wege, Plätze und gemeinschaftliche Bereiche, die zufällige Begegnungen erleichtern. Ein konkretes Beispiel sind die zahlreichen Mietgärten im Quartier. „Wir sagen: Garteln verbindet“, erklärt Sebastian Stapleton-Hain. Über 40 kleine Gemüsegärten verteilen sich über die Anlage – ein niedrigschwelliges Angebot, das Austausch fördert, ohne ihn zu erzwingen.

Auch die Einbindung von Versorgung und Gewerbe gehört zum Konzept: Wer im Quartier lebt, soll vieles im Alltag ohne große Umwege erreichen können. Das stärkt nicht nur die Lebensqualität, sondern macht das Quartier als Standort insgesamt resilienter – gerade in Regionen, in denen Mobilität und Infrastruktur oft über die Attraktivität entscheiden.
 

Organisation, die Nähe schafft

Damit ein Quartier nicht nur gut geplant, sondern auch gut gelebt wird, braucht es Strukturen im Hintergrund. Diese Aufgabe übernimmt vor Ort die Hausverwaltung Sägmühle GmbH, eine regionale Hausverwaltung in Rosenheim und Tochtergesellschaft der InnZeit. Sie sorgt für Nähe zu Bewohnerinnen und Bewohnern, pflegt die Außenanlagen, koordiniert Abläufe und sorgt dafür, dass die Quartiersidee im täglichen Betrieb spürbar bleibt.

Die Hausverwaltung Sägmühle beschäftigt in der Immobiliengesellschaft aktuell 18 Mitarbeitende. Zum Konzept gehört außerdem das Montessori-Kinderhaus Inntal mit über 160 Kinder und rund 60 Beschäftigten machen es zu einer großen Einrichtung, die nicht ‘am Rand’ steht, sondern Teil des Gesamtkonzepts ist. Ergänzt wird das Angebot durch ein Pflegeheim mit 140 Betten und Strukturen des betreuten Wohnens. Dazu kommen Aktivitäten, die Gemeinschaft im Alltag ermöglichen – von Kursangeboten bis zu Begegnungsformaten.

Dabei ist InnZeit wichtig, dass Beteiligung aus dem Quartier selbst entsteht. „Gemeinschaft funktioniert am besten, wenn sie von den Menschen getragen wird“, sagt Sebastian Stapleton-Hain – und verweist auf Initiativen, die Bewohner eigenständig organisieren. Das ist die anspruchsvollste Form von Quartiersentwicklung: nicht nur Angebote ‘bereitstellen’, sondern Räume schaffen, in denen Eigeninitiative wächst.
 

Ein Modell mit Signalcharakter

Dass Dahoam im Inntal überregional Beachtung findet, zeigen mehrere Auszeichnungen – darunter der Baukulturpreis der Metropolregion München, das Gütesiegel „Fair Family“ sowie der „Große Preis des Mittelstandes“. Für InnZeit sind solche Anerkennungen vor allem ein Indikator dafür, dass der Ansatz in die Zeit passt: Wohnraum ist nicht nur eine Frage von Quadratmetern, sondern von sozialer Stabilität, Standortattraktivität und langfristiger Lebensqualität.

Es geht darum, Rahmenbedingungen zu schaffen, die regionale Entwicklung unterstützen. Für Betriebe in der Region ist Wohnraum längst ein entscheidender Faktor für Personalgewinnung – ein Thema, das die InnZeit aktiv mitdenkt. 

Für Sebastian Stapleton-Hain bleibt die Leitlinie dabei klar: Quartiere müssen mehr leisten als Architektur. „Immobilien sind nicht nur Gebäude, sondern Lebensräume“. In Brannenburg ist ein Ort entstanden, der zeigt, wie gemeinschaftliches Wohnen, soziale Verantwortung und moderne Quartiersplanung ineinandergreifen können – nicht als Konzept auf dem Papier, sondern als gelebter Alltag.

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