Linkbuilding im Mittelstand: Wann externe Spezialisten sinnvoll sind

Bei vielen mittelständischen Unternehmen entscheidet die Sichtbarkeit bei Google inzwischen mit darüber, ob überhaupt Anfragen eingehen. Wer auf der zweiten Ergebnisseite steht, wird von den meisten Interessenten nicht gefunden. Trotz aller Fortschritte bei der Digitalisierung bleibt dieses Thema also eine Dauerbaustelle.

Einen Teil der Arbeit kann jeder Betrieb selbst erledigen. Produktseiten werden überarbeitet, Ladezeiten und interne Verlinkungen in Ordnung gebracht. Das kostet Zeit, bleibt aber planbar.

Schwieriger wird es beim für die Suchmaschinenoptimierung wichtigen Linkbuilding, also bei den Verweisen anderer Webseiten auf die eigene. Darauf hat ein Unternehmen keinen direkten Zugriff, denn hier entscheidet oft, wen man in den Redaktionen kennt. Viele Marketingabteilungen kommen deshalb irgendwann an einen Punkt, an dem mehr Fleiß nichts mehr bringt und externe Expertise hinzugezogen werden muss.

Warum ein guter Verweis für Google, ChatGPT & Co. viel wert ist

Ein Backlink von einer externen Webseite auf die eigene ist eine Empfehlung, die jemand anders über das eigene Unternehmen ausspricht. Suchmaschinen lesen daraus ab, wie etabliert eine Seite in ihrem Fachgebiet ist. Auf die reine Anzahl von Backlinks kommt es dabei allerdings kaum an. Ein Verweis aus einem etablierten Branchenmagazin, das dieselben Leser erreicht wie das eigene Angebot, wiegt schwerer als fünfzig Einträge in irrelevanten Webkatalogen.

Wichtig sind die Seriosität sowie die thematische Nähe der verlinkenden Seite. Ebenso zählt, ob der Link in einem redaktionellen Beitrag steht oder unter einer gekennzeichneten Anzeige. Auch der Ankertext sollte zum Umfeld passen und darf nicht wie eine Verkaufszeile klingen.

Wer solche Links im Paket einkauft und dabei überall denselben Keyword-Anker setzt, erreicht damit das Gegenteil. Google beschreibt solche Muster in den Spam-Richtlinien für die Websuche und entzieht den betroffenen Verweisen ihre Wirkung. Im schlechteren Fall verliert die ganze Domain an Boden.

Was der Linkaufbau im eigenen Haus an Arbeit kostet

Der Aufwand wird regelmäßig unterschätzt. Für eine einzige Veröffentlichung sind mehrere Schritte nötig. Zuerst müssen passende Portale gefunden und geprüft werden, die auf die eigene Seite verlinken könnten. Danach folgt die Suche nach dem zuständigen Ansprechpartner in der Redaktion. Erst dann lassen sich Thema und Konditionen klären. Der Text kommt als Letztes dazu, und nach der Veröffentlichung sollte jemand kontrollieren, ob der Link wie vereinbart gesetzt wurde.

Realistisch sind dafür mehrere Stunden je Veröffentlichung. Dazu kommen all die Anfragen, auf die niemand antwortet. Fehlen die Kontakte zu Verlagen und Webmastern, melden sich oft nur wenige der angeschriebenen Redaktionen zurück.

Wer vier bis fünf Platzierungen im Monat erreichen will, beschäftigt damit eine halbe Arbeitskraft. In Abteilungen, die gleichzeitig Messeauftritte und Newsletter betreuen, bleibt die Aufgabe dann liegen. Oder es entstehen Verweise, die dem Ranking nichts bringen.

Linkbuilding auslagern: Inhouse, Freelancer oder Agentur im Vergleich

Für mittelständische Unternehmen stehen drei Wege offen. Welcher davon passt, lässt sich gut an den folgenden Kriterien durchspielen:

KriteriumVariante 1:
Inhouse
Variante 2:
SEO-Freelancer
Variante 3:
SEO-Agentur
BudgetHoch (Fixkosten für Gehalt, Overhead, Tools)Niedrig – Mittel (Abrechnung nach Stundensatz/Projekt)Mittel – Hoch (Höhere Stundensätze/Retainer)
RessourcenBegrenzt auf das Know-how des TeamsPunktuell auf ein spezifisches Skillset fokussiertBreit (Zugriff auf Experten diverser Fachbereiche)
GeschwindigkeitLangsam – Mittel (Setup & Recruiting dauern)Sehr hoch (Schnell verfügbar & flexibel)Mittel – Hoch (Onboarding nötig, aber eingespielt)
QualitätssicherungHoch (Volle Kontrolle & interne Standards)Variabel (Abhängig vom einzelnen Profil)Hoch (Standardisierte Prozesse & Vier-Augen-Prinzip)
SkalierbarkeitNiedrig (Skaliert nur über Neuanschaffung/HR)Eingeschränkt (Begrenzt durch Arbeitszeit einer Person)Sehr hoch (Kapazitäten flexibel anpassbar)

Spezialisierte Agenturen und Plattformen wie Backlinked setzen hierbei auf das dritte Modell: Sie arbeiten in der Regel mit variablen Monatsbudgets, klar definierten Zielen und vorab transparent geprüften Domainlisten. Für ein Unternehmen, das dauerhaft Verweise aufbauen will, rechnet sich das eher als eine eigene Stelle. Bei einer einmaligen Kampagne zum Produktstart genügt in der Regel ein Freelancer. Und wer bereits eine SEO-Abteilung mit gewachsenen Medienkontakten hat, benötigt ohnehin generell seltener jemanden von außen.

Woran sich der eigene Bedarf ablesen lässt

Vier Fragen helfen bei der Einordnung:

  1. Gibt es im Team jemanden, der Kontakte zu Redaktionen der eigenen Branche hat?
  2. Sollen dauerhaft Platzierungen entstehen oder reichen ein paar im Jahr?
  3. Wie erfahren ist das interne Team generell im Bereich Offpage-SEO?
  4. Kann jemand im Haus beurteilen, ob eine angebotene Domain Substanz hat oder nur für den Linkverkauf betrieben wird?

Tipp: Wer die letzte Frage nicht sicher beantworten kann, sollte grundsätzlich lieber extern einkaufen und dabei klein anfangen. Zwei bis drei Monate Testphase mit einer SEO-Agentur genügen für eine erste Einschätzung. Die vorgeschlagenen Domains lässt man sich besser vor der Buchung zeigen, dazu ein Reporting mit Live-URL und Veröffentlichungsdatum. Und die eigenen Rankings gehören vor dem Start notiert, sonst fehlt später der Vergleich.

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