Wenn Stromsicherheit Vertrauen braucht

Interview mit Thomas Lipecky, Geschäftsführer der Lipecky Notstromtechnik GmbH

Vom Familienbetrieb zum verlässlichen Partner für kritische Infrastrukturen

Die Lipecky Notstromtechnik GmbH ist ein klassisches Familienunternehmen – und das im besten Sinne. Gegründet wurde das Unternehmen von Rüdiger Lipecky, zunächst als Personengesellschaft, später als GmbH. Über viele Jahre blieb der Betrieb bewusst überschaubar, bis 2008 mit Thomas Lipecky die zweite Generation in das Unternehmen eintrat. „Wir waren damals vier Leute – und sind dann Schritt für Schritt gewachsen, ohne uns zu verbiegen“, erinnert sich Thomas Lipecky.

Als gelernter Elektroingenieur und Kfz-Elektriker brachte er technisches Know-how und neue Perspektiven ein. Zehn Jahre lang führte er das Unternehmen gemeinsam mit seinem Vater, bevor er 2018 die alleinige Verantwortung übernahm. Heute beschäftigt das Unternehmen 21 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und hat seinen Sitz in Alsbach-Hähnlein im Rhein-Main-Gebiet.

Auch Thomas Lipeckys Ehefrau Julia ist seit 2018 in dem Familienunternehmen tätig. Seit 2019 arbeitet sie dort als Prokuristin und ist seit 2022 gleichberechtigte Gesellschafterin.

„Wir haben unser Wachstum nie erzwungen – es kam, weil wir gute Arbeit gemacht haben“, sagt der Geschäftsführer und bringt damit die Haltung des Unternehmens auf den Punkt.

Service, Nähe und Verantwortung statt lauter Technikversprechen

Das Tätigkeitsfeld der Lipecky Notstromtechnik GmbH reicht weit über die reine Wartung von Notstromanlagen hinaus. Zwar bildet der Service – Wartung, Reparatur und Instandhaltung von Dieselstromerzeugungsanlagen – weiterhin das Fundament, doch das Portfolio ist über die Jahre gewachsen. Kunden profitieren von einem breiten Leistungsangebot rund um sichere Energieversorgung, ergänzt durch Partnerlösungen, etwa bei USV- oder DC-Anlagen.

Besonders wichtig ist Thomas Lipecky dabei der persönliche Anspruch an Servicequalität. „Wir ziehen uns bewusst geografische Grenzen, weil wir nur dort arbeiten wollen, wo wir unseren Service auch wirklich liefern können“, erklärt er. Diese Nähe zum Kunden ist Teil des Erfolgsrezepts. Statt aggressiver Akquise setzt das Unternehmen auf Bestandskunden, Vertrauen und langfristige Beziehungen. „Wir haben keinen klassischen Vertrieb – das Geschäft kommt zu uns, weil man uns kennt“, erläutert der Diplom-Ingenieur nüchtern, aber nicht ohne Stolz.

Menschlichkeit als Erfolgsfaktor und kontrolliertes Wachstum als Ziel

Was das Unternehmen besonders prägt, ist seine Kultur. Flache Hierarchien, Augenhöhe und Flexibilität bestimmen den Alltag. „Wir fahren kein starres Programm – wir suchen Lösungen, auch außerhalb der Reihe“, beschreibt der Firmenchef die Arbeitsweise. Dieses Verständnis zeigt sich nicht nur im Umgang mit Kunden, sondern auch mit den eigenen Mitarbeitenden. Gute Ausstattung, Vertrauen und ein respektvolles Miteinander gehören zum Selbstverständnis.

Auch Themen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit werden pragmatisch angegangen. Papierlose Prozesse, moderne Software und ein energieeffizienter Firmenstandort sind für Thomas Lipecky keine Schlagworte, sondern logische Schritte. „Wir wollen wachsen, aber in einem Rahmen, der zu uns passt“, betont er mit Blick auf die Zukunft. Geplant sind eine behutsame Erweiterung der Kapazitäten und weitere Optimierung interner Abläufe – nicht um jeden Preis, sondern mit Augenmaß.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Eurozone und Staatsschulden: Warum Deutschland anders investieren könnte

Eurozone und Staatsschulden: Warum Deutschland anders investieren könnte

Frankreichs Schuldenprobleme werfen eine grundsätzliche Frage auf: Sollte Deutschland seine vergleichsweise hohe Kreditwürdigkeit ausschließlich zur Begrenzung der Staatsverschuldung nutzen? Ein ungewöhnlicher Vorschlag sieht vor, mit zusätzlichen Krediten produktive Vermögenswerte im…

Japans Zinswende: Warum steigende Zinsen die Weltbörsen belasten könnten

Japans Zinswende: Warum steigende Zinsen die Weltbörsen belasten könnten

Japan hebt seinen Leitzins auf den höchsten Stand seit 31 Jahren. Was zunächst wie eine nationale geldpolitische Entscheidung aussieht, könnte internationale Folgen haben. Denn über Jahrzehnte haben Investoren günstige Yen-Kredite…

Mentale Gesundheit für Executives: Die unsichtbare Krise erkennen

Mentale Gesundheit für Executives: Die unsichtbare Krise erkennen

Sie treffen Entscheidungen, die das Leben vieler Menschen berühren. Sie tragen Druck, den andere kaum sehen. Über das, was dieser Druck mit ihnen macht, sprechen sie selten. Bei Führungskräften zeigt…

Aktuellste Interviews

Software für den Praxisalltag

Interview mit Fabian Gundlach, Geschäftsführer der ergosoft GmbH

Software für den Praxisalltag

Aus einer Abrechnungssoftware für Psychotherapeuten ist bei ergosoft über drei Jahrzehnte eine umfassende Lösung für den Praxisalltag entstanden. Geschäftsführer Fabian Gundlach setzt auf Spezialisierung, engen Kundenkontakt und neue Technologien wie…

Schnell reagieren können

Interview mit Steven Herpichböhm, CTO der Gramß GmbH Kunststoffverarbeitung

Schnell reagieren können

Wie wird aus einem kleinen Familienbetrieb ein hochmoderner Kunststoffspezialist mit 150 Maschinen? Steven ­Herpichböhm, CTO der Gramß GmbH in Spechtsbrunn bei Sonneberg, kennt die Antwort. Im Interview spricht er über…

„Die ESA sagte uns, was wir machen, sei unmöglich!“

Interview mit Tom Segert, Mitgründer und CEO der Berlin Space Technologies GmbH

„Die ESA sagte uns, was wir machen, sei unmöglich!“

Kaum ein Unternehmen dürfte derart komplex zu gründen und zu skalieren sein wie ein Satellitenhersteller: Tom Segert und seine Partner haben es dennoch getan – mit beachtlichen Erfolgen, die sich…

TOP