NEW bauhaus 2026: Wie KI, Robotik und neue Baustoffe das Bauen verändern

Der Veranstaltungsort ist dabei bewusst gewählt. Weimar gilt als Geburtsort des historischen Bauhauses. NEW bauhaus greift dessen interdisziplinären Ansatz auf und überträgt ihn auf aktuelle Fragen rund um Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung. Die Themen reichen von nachhaltigen Baustoffen und Kreislaufwirtschaft über Digitalisierung bis zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformation der gebauten Umwelt.

Diese Programmpunkte stehen im Fokus

Am 2. September spricht Sascha Lobo darüber, was der digitale Fortschritt für eine Branche bedeutet, die vielerorts noch von analogen Strukturen geprägt ist. Robotik und Automatisierung werden unter anderem mit KUKA diskutiert. Unter dem Titel „Pilze statt Zement, Holz statt Beton" geht es um Materialien und Bauweisen, die den Ressourcenverbrauch verändern könnten. Weitere Panels befassen sich mit bezahlbarem Wohnraum, neuen Geschäftsmodellen und der Frage, wie Städte und ländliche Regionen künftig aussehen sollen. Politisch ist die Veranstaltung immerhin mit Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt besetzt. Bundesbauministerin Verena Hubertz hat die Schirmherrschaft übernommen, zur Eröffnung schickt sie Staatssekretär Olaf Joachim.

Thüringer Staatspreis für Baukultur

Die Preisverleihung findet am 3. September statt und bildet einen der abschließenden Programmpunkte.

Wenn die Baustelle zur Produktionsstätte wird

Besonders deutlich wird der Wandel beim Thema Automatisierung. Mit KUKA beteiligt sich 2026 erstmals ein internationaler Robotik- und Automatisierungsspezialist als Partner. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Erfahrungen aus der industriellen Fertigung stärker auf das Bauen übertragen werden können. Konkret geht es um Vorfertigung: Wände und Decken entstehen unter kontrollierten Produktionsbedingungen, werden dann auf der Baustelle montiert. Digitale Planung und automatisierte Fertigung könnten Bauzeiten verkürzen und Abläufe planbarer machen. Angesichts fehlender Fachkräfte und gestiegener Kosten ist Industrialisierung längst keine Zukunftsvision mehr, sondern eine Rechenfrage.

KI muss in der Bauwirtschaft praktisch werden

Auch Künstliche Intelligenz erhält viel Raum. Sascha Lobo stellt am ersten Festivaltag die digitale Entwicklung der Realität in Bau und Immobilien gegenüber: Was hat Technologie versprochen, was hat sie geliefert? Verantwortung und Transparenz beim KI-Einsatz stehen dabei ausdrücklich auf der Agenda. Weitere Programmpunkte widmen sich BIM und digitalen Planungsprozessen. Die Leitfrage, die sich durch diese Blöcke zieht: nicht ob KI eingesetzt werden kann, sondern wo sie Prozesse tatsächlich verbessert.

Nachhaltigkeit beginnt beim Material

Technologischer Fortschritt allein löst die Probleme der Branche nicht. Auch der Ressourcenverbrauch des Bauens muss sich verändern. Das Programm greift deshalb Kreislaufwirtschaft, neue Materialien und den Umgang mit bestehenden Gebäuden auf. Ein Programmpunkt stellt Holz und alternative Materialien klassischen Bauweisen gegenüber. Damit rückt auch die Frage in den Mittelpunkt, ob künftig weniger neu gebaut und stärker mit dem vorhandenen Gebäudebestand gearbeitet werden muss. Ökologische Anforderungen treffen dabei unmittelbar auf Kosten, Finanzierung und wirtschaftliche Machbarkeit. Genau diese Verbindung unterschiedlicher Perspektiven gehört zum Konzept des Festivals.

Bauen wird zur gesellschaftlichen Frage

NEW bauhaus beschränkt sich deshalb bewusst nicht auf Technik. Am 2. und 3. September stehen ebenso bezahlbares Wohnen, Stadtentwicklung, ländliche Räume, Mobilität und gesellschaftliche Teilhabe auf dem Programm. Diskutiert wird unter anderem, wer die Transformation finanziert und welche Geschäftsmodelle die Bauwirtschaft künftig tragen können. Das NEW bauhaus Festival findet am 2. und 3. September 2026 in Weimar statt. Es richtet sich unter anderem an Projektentwickler, Architekten, Bauunternehmen, Wohnungswirtschaft, Kommunen, Wissenschaft und Start-ups. Baukosten, Wohnraummangel und Klimaziele erhöhen den Handlungsdruck, KI und Automatisierung eröffnen neue Möglichkeiten. In Weimar soll deshalb nicht nur darüber gesprochen werden, wie das Bauen der Zukunft aussehen könnte. Entscheidend wird die Frage sein, welche Ideen bereits heute praktisch und wirtschaftlich umsetzbar sind.

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