Praxisnah statt Glitzerwelt

Interview mit Alexandra Dirrigl, Geschäftsführerin der Simmeth System GmbH

„Bei uns ist tatsächlich alles mit den Kunden gewachsen“, erklärt Alexandra Dirrigl, Geschäftsführerin der Simmeth System GmbH. 2002 startete der Supply Chain-Berater mit einem Tool zur Kennzahlenmessung für produzierende Unternehmen. Schritt für Schritt erweiterte sich das Portfolio: 2006 kam die Lieferantenbewertung hinzu, 2012 das Lieferantenmanagement mit Dokumentenverwaltung, 2016 ein Portal für die direkte Kommunikation mit Zulieferern. „Da ist nicht einer hingegangen und hat am Reißbrett etwas entwickelt, sondern es ist kontinuierlich aus Kundenideen entstanden“, betont Alexandra Dirrigl. 2021 folgte die komplette Neuentwicklung auf neuestem Cybersecurity-Standard, zertifiziert durch den TÜV IT. In diesem Jahr ergänzte das Unternehmen die Lösung um einen integrierten Shop und einen eigenentwickelten KI-Agenten.

KI mit Augenmaß

Während viele Anbieter schnell auf den KI-Zug aufspringen, verfolgt Simmeth System einen anderen Weg: Statt möglichst viele Features auf einmal zu präsentieren, schaltet das Unternehmen die Funktionen gezielt frei – und zwar nur für praxiserprobte Anwendungsfälle. „Das ist die DNA unseres Unternehmens: nicht einfach ganz schnell eine Glitzerwelt hinzustellen, die dann hintenrum doch wieder zusammenfällt“, betont Alexandra Dirrigl. Dieser Ansatz bedeutet nachhaltige Entwicklung statt schneller Effekte. Aktuell unterstützt die KI beispielsweise bei Risikoanalysen und erstellt automatisch Unternehmensprofile neuer Geschäftspartner.

Ambitionierte Ziele mit starkem Partner

Mit einem Jahresumsatz von rund 1,5 Millionen EUR und 15 Mitarbeitern hat die Simmeth System GmbH eine überschaubare Größe. Seit diesem Frühjahr gehört das Unternehmen jedoch zur Waterkant GmbH, Tochter der Chapters Group AG, einem Verbund aus über 40 kleineren und mittleren Softwareunternehmen. „Wir haben die Flexibilität eises Start-ups und das Netzwerk eines großen Konzerns“, beschreibt Alexandra Dirrigl die Vorteile. Die Kunden der Simmeth Systems GmbH kommen vorwiegend aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, vom 200-Mitarbeiter-Betrieb bis zum Großkonzern wie der Österreichischen Bundesbahn.„Wir haben Kunden, denen ich vor 20 Jahren mein erstes Access-Tool implementiert habe und die heute noch dabei sind“, sagt Alexandra Dirrigl. Für die nächsten beiden Jahre plant das Unternehmen eine Umsatzverdoppelung. Der Fokus liegt dabei weiterhin auf der DACH-Region und dem Ausbau des SC Managers zum Supply Chain Hub. „Es ist noch so viel vor der Haustür zu tun“, sagt Alexandra Dirrigl pragmatisch.

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