„Wir sind der Partner, der die ganze Anlage versteht – nicht nur den Brenner“

Interview mit Lukas Schmees, Prokurist und Kaufmännische Leitung der SKS GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Schmees, wie ist die SKS GmbH entstanden und welche Entwicklung hat das Unternehmen seit der Gründung gemacht?

Lukas Schmees: SKS wurde 2003 von meinem Vater Heinz-Josef Schmees und seinem Geschäftspartner gegründet. Beide kamen aus der Brennertechnik und hatten die Idee, einen eigenen Gasbrenner zu entwickeln. Bereits 2005 konnten sie einen speziellen Brennerkopf patentieren lassen. Das war ein wichtiger Schritt, weil dieser Brenner besonders zuverlässig arbeitet. In den ersten Jahren wurde alles noch sehr klein organisiert. Aber mit steigender Nachfrage mussten wir schnell wachsen – zunächst mit einer größeren Produktionshalle, später mit weiteren Erweiterungen und einem eigenen Prüflabor. Heute haben wir uns über mehr als 20 Jahre als zuverlässiger Lieferant für industrielle Brennersysteme etabliert.

Wirtschaftsforum: Womit genau beschäftigt sich Ihr Unternehmen heute?

Lukas Schmees: Unser Ursprung liegt in der Gasbrennertechnik, aber wir verstehen uns inzwischen als Komplettanbieter. Wir liefern nicht nur den Brenner selbst, sondern auch die gesamte Gas- und Luftversorgung, Regelung, Steuerung und die dazugehörige Peripherie. Viele Kunden möchten eine Lösung aus einer Hand – von der Planung über Konstruktion und Fertigung bis zur Montage und Wartung. Genau das bieten wir. Das heißt: Wir begleiten Projekte vom ersten Aufmaß bis zur Inbetriebnahme und darüber hinaus im Service.

Wirtschaftsforum: Wer gehört typischerweise zu Ihren Kunden?

Lukas Schmees: Klassisch kommen wir aus der Keramik- und Ziegelindustrie. Dort werden große Ofenanlagen betrieben, und für diese liefern wir die Brennertechnik. Inzwischen arbeiten wir aber auch für die Metall- und Stahlindustrie, für die Lebensmittelindustrie oder für die Automobilbranche. Überall dort, wo industrielle Prozesse hohe Temperaturen benötigen, können unsere Systeme eingesetzt werden. Dadurch ist unser Kundenkreis heute deutlich breiter als noch vor einigen Jahren.

Wirtschaftsforum: Wie groß ist das Unternehmen heute?

Lukas Schmees: Wir beschäftigen derzeit 25 Mitarbeiter, darunter drei Auszubildende. Für uns ist wichtig, dass wir trotz unserer überschaubaren Größe sehr flexibel bleiben. Viele Kunden schätzen genau das: kurze Wege, direkte Ansprechpartner und schnelle Entscheidungen.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt der internationale Markt?

Lukas Schmees: Aktuell machen wir etwa 80% unseres Geschäfts in Deutschland. Rund 15% entfallen auf Europa und etwa 5% auf Märkte außerhalb Europas. Unser Ziel ist aber klar, international stärker zu wachsen. Gerade im europäischen Ausland sehen wir großes Potenzial, und Messen sind dafür eine wichtige Plattform. Deshalb präsentieren wir uns beispielsweise erstmals mit eigenem Stand auf der Ceramitec in München.

Wirtschaftsforum: Viele Industriebetriebe stehen derzeit unter Druck. Wie erleben Sie die wirtschaftliche Lage?

Lukas Schmees: Die vergangenen Jahre waren natürlich herausfordernd. Während der Pandemie sind wir vergleichsweise gut durchgekommen, weil wir zuvor stark in unseren Standort und unsere Technik investiert hatten. Aktuell merken wir jedoch die wirtschaftliche Zurückhaltung vieler Unternehmen. Es werden viele Angebote angefragt, Investitionen aber häufig verschoben. Anlagen werden länger betrieben, statt sie zu modernisieren.

Wirtschaftsforum: Gleichzeitig spielt Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Welche Bedeutung hat das für Ihr Geschäft?

Lukas Schmees: Eine sehr große. Moderne Brenneranlagen können den Energieverbrauch und damit auch den CO₂-Ausstoß erheblich reduzieren. Viele ältere Anlagen laufen seit Jahrzehnten und verbrauchen deutlich mehr Energie als nötig. Wenn wir diese modernisieren, profitieren sowohl unsere Kunden als auch die Umwelt.

Gleichzeitig achten wir auch intern auf Nachhaltigkeit – etwa durch eine Photovoltaikanlage, energieeffiziente Prozesse und zunehmend elektrifizierte Fahrzeuge.

Wirtschaftsforum: Wohin entwickelt sich Ihre Branche technologisch?

Lukas Schmees: Ein wichtiges Thema ist Wasserstoff. Unsere Brennersysteme sind bereits so ausgelegt, dass sie auch mit Wasserstoff betrieben werden können. Wenn dieser Energieträger künftig in größeren Mengen verfügbar ist, sind wir vorbereitet. Parallel beschäftigen wir uns mit elektrischen Beheizungstechnologien, etwa über Induktion. Die Energiewende wird industrielle Prozesse verändern – und wir wollen darauf vorbereitet sein.

Wirtschaftsforum: Was zeichnet die SKS GmbH im Wettbewerb besonders aus?

Lukas Schmees: Viele Hersteller liefern einzelne Komponenten. Wir dagegen verstehen uns als Partner für komplette Lösungen. Unsere Kunden bekommen bei uns nicht nur den Brenner, sondern das gesamte System – Planung, Konstruktion, Fertigung, Montage und Service. Dieser 360-Grad-Ansatz und unsere persönliche Erreichbarkeit sind für viele Kunden entscheidend. Genau darin liegt unsere Stärke.

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