Top Blumenqualität fängt bei den Jungpflanzen an

Interview mit Bart Sneek, Kaufmännischer Geschäftsführer HilverdaFlorist BV

Entstanden ist das heutige Unternehmen HilverdaFlorist 2020 aus der Fusion von zwei ehemals selbstständigen Firmen, die auf die Veredelung von Schnittblumen und Topfpflanzen spezialisiert waren: Hilverda Kooij und Florist De Kwakel, die jedoch beide der Familie Hilverda Eveleens gehörten. Hilverda Kooij hatte ein breites Sortiment unterschiedlicher Produkte an Schnittblumen und Topfpflanzen, während sich Florist De Kwakel ausschließlich auf Gerbera konzentrierte.

Gelungene Fusion

Mit der Fusion wurde das Angebot deutlich erweitert und konnten Synergien im Vertrieb und in der Veredelung genutzt werden. Außerdem wurde seit dem Zusammenschluss auch in eine neue Produktionsumgebung investiert. „Die Leidenschaft der Familie für Pflanzen ist sicherlich ein wesentlicher Grund für den Erfolg von HilverdaFlorist“, äußert der Kaufmännische Geschäftsführer. „Die Fusion der beiden Betriebe war eine große Herausforderung und ich bin stolz, dass wir sie so gut hinbekommen haben.“

Veredelung und Vermehrung

Heute macht die Veredelung und Vermehrung von Schnittblumen rund zwei Drittel des Umsatzes aus, ein Drittel entfällt auf Topf- und Gartenpflanzen. Bei den Schnittblumen umfasst das Sortiment Arten wie Gerbera, Alstroemeria, Carnation, Limonium, Gypsophila, Helleborus und Scabiosa. „In diesem Segment gehören wir weltweit zu den Top 3 und kreieren hier auch neue Rassen“, beschreibt Bart Sneek. Unterschiedlichste Varietäten von Gerbera und Alstroemeria bestimmen auch das Sortiment bei den Topf- und Gartenpflanzen, ergänzt durch Salvia und Helleborus. „Grundsätzlich konzentrieren wir uns auf die Steckvermehrung“, erläutert Bart Sneek.

Verkauf und Lizenzvergabe

Die Geschichte der Koninklijke Hilverda Groep, zu der auch HilverdaFlorist gehört, reicht zurück bis in das Jahr 1910. Das zu 100% in Händen von Familie Hilverda Eveleens befindliche Unternehmen bereitet gerade den Wechsel von der dritten auf die vierte Generation vor. Neben zwei Standorten am Firmensitz in De Kwakel unterhält das Unternehmen weitere Produktionsstandorte in Kolumbien und Kenia, eine Tochtergesellschaft in Kanada sowie das Joint Venture KF Bioplants in Indien. Insgesamt beschäftigt die Unternehmensgruppe weltweit rund 3.000 Mitarbeiter. Hinzu kommen weitere Kooperationen und Partnerschaften. „Unser Geld verdienen wir mit den Jungpflanzen“, erklärt der Kaufmännische Geschäftsführer. „Außerdem vergeben wir auch Lizenzen.“ Über ein weltweites Netzwerk organisiert HilverdaFlorist den Verkauf seiner Produkte in fast 100 Länder weltweit. Der Akquise neuer Kunden dient auch die Präsenz auf Fachmessen wie der IPM in Essen, der IFTF in Vijfhuizen oder der Proflora in Kolumbien.

Effizient agieren

Obwohl der Pflanzensektor eine konservative Branche ist, setzt HilverdaFlorist auf moderne Technologien. Bart Sneek: „Wir wollen schnell und effizient agieren und investieren deshalb in digitale Kundenportale und Bestellplattformen. Mit unseren Vertriebspartnern tauschen wir Informationen digital aus und auch in Produktion und Veredelung nutzen wir die Möglichkeiten der Digitalisierung und greifen hier auf umfangreiche Datenbanken zurück.“ Nicht minder wichtig ist die Nachhaltigkeit. „Mit unseren neuen Gewächshäusern verringern wir den Verbrauch fossiler Brennstoffe sicherlich um 20 bis 30%“, freut sich Bart Sneek. „Hinzu kommt, dass wir zunehmend auf biologische Schädlingsbekämpfung setzen und damit auch den Einsatz chemischer Produkte deutlich reduzieren konnten. Hier gibt es für uns noch viele große Themen, zu denen auch der Verbrauch von weniger Plastik und die Zucht trockenheitsresistenter Pflanzen gehören. Auch deshalb geben wir rund 20% unseres Etats für Forschung und Entwicklung aus.“

Ausgeprägter Teamgeist

„Unsere Mitarbeiter und auch die Eigentümerfamilie stehen mit beiden Beinen auf dem Boden“, beschreibt der Kaufmännische Geschäftsführer die Atmosphäre bei HilverdaFlorist. „Wir pflegen eine no-nonsense-Kultur mit flachen Hierarchien und einem ausgeprägten Teamgeist. Dass alle mit Leidenschaft bei der Sache sind zeigt sich auch an unseren vielen langjährigen Mitarbeitern.“ Kontrolliertes Wachstum, und effizientere Veredelungstechniken sind die wichtigsten Ziele für die kommenden Jahre. „Außerdem wollen wir noch mehr in Automatisierung, E-commerce und Nachhaltigkeit investieren“, lautet der Anspruch von Bart Sneek.

HilverdaFlorist BV
Dwarsweg 15
1424 PL De Kwakel
Niederlande
+31 297 328229
info@hilverdaflorist.com
www.hilverdaflorist.com

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Eurozone und Staatsschulden: Warum Deutschland anders investieren könnte

Eurozone und Staatsschulden: Warum Deutschland anders investieren könnte

Frankreichs Schuldenprobleme werfen eine grundsätzliche Frage auf: Sollte Deutschland seine vergleichsweise hohe Kreditwürdigkeit ausschließlich zur Begrenzung der Staatsverschuldung nutzen? Ein ungewöhnlicher Vorschlag sieht vor, mit zusätzlichen Krediten produktive Vermögenswerte im…

Japans Zinswende: Warum steigende Zinsen die Weltbörsen belasten könnten

Japans Zinswende: Warum steigende Zinsen die Weltbörsen belasten könnten

Japan hebt seinen Leitzins auf den höchsten Stand seit 31 Jahren. Was zunächst wie eine nationale geldpolitische Entscheidung aussieht, könnte internationale Folgen haben. Denn über Jahrzehnte haben Investoren günstige Yen-Kredite…

Mentale Gesundheit für Executives: Die unsichtbare Krise erkennen

Mentale Gesundheit für Executives: Die unsichtbare Krise erkennen

Sie treffen Entscheidungen, die das Leben vieler Menschen berühren. Sie tragen Druck, den andere kaum sehen. Über das, was dieser Druck mit ihnen macht, sprechen sie selten. Bei Führungskräften zeigt…

Aktuellste Interviews

Software für den Praxisalltag

Interview mit Fabian Gundlach, Geschäftsführer der ergosoft GmbH

Software für den Praxisalltag

Aus einer Abrechnungssoftware für Psychotherapeuten ist bei ergosoft über drei Jahrzehnte eine umfassende Lösung für den Praxisalltag entstanden. Geschäftsführer Fabian Gundlach setzt auf Spezialisierung, engen Kundenkontakt und neue Technologien wie…

Schnell reagieren können

Interview mit Steven Herpichböhm, CTO der Gramß GmbH Kunststoffverarbeitung

Schnell reagieren können

Wie wird aus einem kleinen Familienbetrieb ein hochmoderner Kunststoffspezialist mit 150 Maschinen? Steven ­Herpichböhm, CTO der Gramß GmbH in Spechtsbrunn bei Sonneberg, kennt die Antwort. Im Interview spricht er über…

„Die ESA sagte uns, was wir machen, sei unmöglich!“

Interview mit Tom Segert, Mitgründer und CEO der Berlin Space Technologies GmbH

„Die ESA sagte uns, was wir machen, sei unmöglich!“

Kaum ein Unternehmen dürfte derart komplex zu gründen und zu skalieren sein wie ein Satellitenhersteller: Tom Segert und seine Partner haben es dennoch getan – mit beachtlichen Erfolgen, die sich…

TOP