„Unsere Möbel überdauern Generationen“

Interview mit Monica Riva, General Manager der Riva Industria Mobili S.p.A.

Wirtschaftsforum: Frau Riva, Ihr Unternehmen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Wie hat sich Riva Industria Mobili entwickelt?

Monica Riva: Ursprünglich waren wir ein klassischer Handwerksbetrieb. Mein Großvater hat Möbel für private Kunden gefertigt, ganz traditionell in der Werkstatt. Später haben mein Vater und mein Onkel das Unternehmen weitergeführt. Ein großer Wendepunkt kam Mitte der 1980er-Jahre, als wir beschlossen haben, eine eigene Kollektion zu entwickeln und sie auf der Möbelmesse in Mailand zu präsentieren. Von da an hat sich vieles verändert – wir sind international gewachsen, aber unsere handwerklichen Wurzeln sind geblieben.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt die Familie heute im Unternehmen?

Monica Riva: Ich arbeite seit mehr als 20 Jahren im Unternehmen und habe vor etwa fünf Jahren die Geschäftsführung übernommen. Mein Vater ist weiterhin sehr aktiv, und mein Sohn beschäftigt sich bereits intensiv mit Design und Stilfragen. Wir sind mittlerweile in der 4. Generation – und vielleicht kommt irgendwann sogar eine 5. dazu.

Wirtschaftsforum: Was zeichnet Ihre Möbel besonders aus?

Monica Riva: Das wichtigste Element ist echtes Massivholz. Wir verwenden keine Spanplatten, keine künstlichen Beschichtungen und auch keine Lacke. Stattdessen arbeiten wir mit natürlichen Ölen und Materialien. Unsere Möbel sollen gesund für das Zuhause sein – frei von Formaldehyd oder anderen schädlichen Stoffen. Gleichzeitig legen wir großen Wert auf traditionelle Verarbeitungstechniken, die heute kaum noch angewandt werden. Das sind Details, die man nicht immer sofort sieht, die aber dafür sorgen, dass ein Möbelstück wirklich lange hält.

Wirtschaftsforum: Nachhaltigkeit spielt bei Ihnen ebenfalls eine große Rolle. Welchen Ansatz verfolgen Sie konkret?

Monica Riva: Für uns bedeutet Nachhaltigkeit vor allem, Materialien respektvoll zu nutzen. Ein Beispiel sind die sogenannten Briccole aus der Lagune von Venedig. Das sind Holzpfähle, die für die Navigation im Wasser stehen. Wenn sie ausgetauscht werden, nehmen wir sie und fertigen daraus Möbel. Auch alte Weinfässer oder sehr alte Kauri-Hölzer aus Neuseeland finden bei uns eine neue Verwendung. Es geht da­rum, Holz nicht einfach zu verbrauchen, sondern ihm ein zweites Leben zu geben.

Wirtschaftsforum: Welche Produkte gehören zu Ihrem Sortiment?

Monica Riva: Unser Sortiment umfasst Möbel für fast alle Räume im Haus – vom Tisch über die Küche bis hin zu großen Schranksystemen. Der Tisch war lange unser wichtigstes Produkt, aber inzwischen haben wir das Angebot stark erweitert. Die meisten unserer Kunden sind Privatpersonen, die sich bewusst für hochwertige Möbel entscheiden. Gleichzeitig wächst der Anteil an Projekten für Hotels, Restaurants oder andere öffentliche Räume.

Wirtschaftsforum: In welchen Märkten ist Ihr Unternehmen besonders stark?

Monica Riva: Traditionell ist die DACH-Region sehr wichtig für uns. Dort wurde unsere Philosophie der Nachhaltigkeit schon früh sehr positiv aufgenommen. Natürlich ist auch Italien ein wichtiger Markt. Und in den letzten Jahren haben wir in den USA starkes Wachstum gesehen.

Wirtschaftsforum: Was unterscheidet Ihre Möbel von anderen Produkten auf dem Markt?

Monica Riva: Unsere Möbel sind nicht dafür gemacht, nach ein paar Jahren ersetzt zu werden. Sie sollen sehr lange halten – idealerweise ein Leben lang. Oft passiert es, dass Möbel von Eltern an ihre Kinder weitergegeben werden. Für uns ist das ein schönes Zeichen dafür, dass ein Produkt wirklich Bestand hat.

Wirtschaftsforum: Wie erleben Sie die aktuelle Marktsituation?

Monica Riva: Die letzten Jahre waren nicht einfach. Während der Pandemie hatten wir eine Phase mit sehr viel Nachfrage, weil die Menschen mehr Zeit zu Hause verbracht haben und in ihr Zuhause investiert haben. Danach hat sich der Markt deutlich beruhigt. Inflation und wirtschaftliche Unsicherheit führen dazu, dass viele Kunden heute vorsichtiger sind – das spüren wir natürlich auch in unserer Branche.

Wirtschaftsforum: Welche Ziele verfolgen Sie für die Zukunft?

Monica Riva: Unser wichtigstes Ziel ist es, unserer Philosophie treu zu bleiben. Gerade in schwierigen Zeiten könnte man versucht sein, günstigere Materialien zu verwenden oder Kompromisse bei der Qualität einzugehen. Das wollen wir bewusst nicht tun. Wir setzen weiterhin auf Echtholz, Design und handwerkliche Qualität – genau das hat unsere Marke stark gemacht. Gleichzeitig möchten wir neue Märkte erschließen und unsere internationale Präsenz weiter ausbauen. Dabei geht es uns aber nicht um schnelles Wachstum, sondern darum, langfristig und nachhaltig zu arbeiten und unsere Identität als Familienunternehmen zu bewahren.

Riva Industria Mobili S.p.A.
Via Milano 137
22063 Cantù (CO)
Italien
+39 031 733094
info@riva1920.it
www.riva1920.it

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