Vom Studi-Wohnheim zur Marktführerschaft im E-Mail-Marketing

Interview mit Peter Ziras, Geschäftsführer der Inxmail GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Ziras, die Inxmail GmbH ist heute ein renommiertes Unternehmen im E-Mail-Marketing. Wie begann diese beeindruckende Reise?

Peter Ziras: Die Reise begann im Studi-Wohnheim. Martin Bucher und ich waren damals auf der Suche nach einer Geschäftsidee im Softwarebereich. Auf der CeBIT 2000 präsentierten wir uns als Java-Softwarehaus und stießen damit auf großes Interesse. Im Laufe unserer Selbständigkeit haben wir für die Festigung unserer Kundenbeziehungen nach einem Newsletter-Tools gesucht und festgestellt, dass es nichts Brauchbares auf dem Markt gab. Das war die Geburtsstunde unserer eigenen Newsletter-Software Inxmail.

Wirtschaftsforum: Das klingt nach einem spannenden Start. Wie hat sich Inxmail im Laufe der Jahre weiterentwickelt?

Peter Ziras: Unsere Anfänge waren geprägt von Softwareentwicklung für die Medizintechnik-Branche. Mit der Zeit erkannten wir jedoch das Potenzial unseres Newsletter-Software und konzentrierten uns immer mehr auf den Ausbau unseres Produktes Inxmail. Damit die E-Mails unsere Kunden auch bei den Empfängern im Posteingang ankommen, haben wir uns frühzeitig sehr intensiv mit Zustellbarkeit und Spam-Richtlinien auseinandergesetzt. Uns war klar, dass wir das nur leisten können, wenn wir die E-Mails von unseren eigenen Servern versenden. Deshalb haben wir unsere Lösung als gehosteten ASP-Service angeboten. Erfolgreiches E-Mail-Marketing erreicht man nur wenn die Empfänger die E-Mails erwarten. Um genau diesen Gedanken im Markt zu verbreiten – also kein SPAM zu versenden –haben wir die Certified Senders Alliance mitgegründet.

Wirtschaftsforum: Die letzten Jahre waren global gesehen turbulent. Wie hat sich Inxmail während der Corona-Pandemie und den geopolitischen Spannungen positioniert?

Peter Ziras: Die Pandemie und die geopolitischen Herausforderungen waren sicherlich nicht einfach. Aber dank unserer robusten Infrastruktur konnten unsere Kunden ihre Dienste ohne Unterbrechung weiter nutzen. Während einige Branchen Rückschläge erlitten, sahen wir in anderen Bereichen, insbesondere im Online-Segment, einen Aufschwung.

Wirtschaftsforum: Inxmail hat sich trotz der Übernahmewelle in der Branche seine Unabhängigkeit bewahrt. Wie sehen Sie Ihre Position im Markt?

Peter Ziras: Genau, wir sind stolz darauf, einer der wenigen unabhängigen Anbieter in unserer Größenordnung zu sein. Unser Alleinstellungsmerkmal ist die Kombination aus einer leistungsstarken Software und einem persönlichen Service. Unsere Kunden wissen, dass sie nicht nur ein Produkt kaufen, sondern auch einen Partner an ihrer Seite haben.

Wirtschaftsforum: Inxmail legt zudem großen Wert auf Nachhaltigkeit. Können Sie uns mehr darüber erzählen?

Peter Ziras: Nachhaltigkeit ist für uns kein bloßes Schlagwort, sondern ein zentrales Anliegen. Wir beziehen 100 Prozent Ökostrom und haben das Team GAIA ins Leben gerufen, das aktiv nachhaltige Projekte im Unternehmen fördert. Unsere Klimazertifizierung durch Climate Partner zeigt, dass wir uns ernsthaft für den Umweltschutz engagieren.

Wirtschaftsforum: Welche Pläne hat Inxmail für die Zukunft?

Peter Ziras: 2024 steht unser 25-jähriges Jubiläum an, das wir gebührend feiern möchten. Langfristig streben wir die Marktführerschaft in unserem Segment an und planen, unser Angebot stetig zu erweitern.

Wirtschaftsforum: Zum Abschluss: Was würden Sie anderen Unternehmern mit auf den Weg geben, die in der digitalen Branche Fuß fassen möchten?

Peter Ziras: Bleiben Sie flexibel und hören Sie immer auf die Bedürfnisse Ihrer Kunden. In unserer schnelllebigen Branche ist Stillstand der größte Feind. Innovation, Anpassungsfähigkeit und ein starkes Team sind der Schlüssel zum Erfolg.

Inxmail GmbH
Wentzingerstr. 17
79106 Freiburg
Deutschland
+49 761 296979-0
+49 761 296979-9
info@inxmail.de
www.inxmail.de

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Eurozone und Staatsschulden: Warum Deutschland anders investieren könnte

Eurozone und Staatsschulden: Warum Deutschland anders investieren könnte

Frankreichs Schuldenprobleme werfen eine grundsätzliche Frage auf: Sollte Deutschland seine vergleichsweise hohe Kreditwürdigkeit ausschließlich zur Begrenzung der Staatsverschuldung nutzen? Ein ungewöhnlicher Vorschlag sieht vor, mit zusätzlichen Krediten produktive Vermögenswerte im…

Japans Zinswende: Warum steigende Zinsen die Weltbörsen belasten könnten

Japans Zinswende: Warum steigende Zinsen die Weltbörsen belasten könnten

Japan hebt seinen Leitzins auf den höchsten Stand seit 31 Jahren. Was zunächst wie eine nationale geldpolitische Entscheidung aussieht, könnte internationale Folgen haben. Denn über Jahrzehnte haben Investoren günstige Yen-Kredite…

Mentale Gesundheit für Executives: Die unsichtbare Krise erkennen

Mentale Gesundheit für Executives: Die unsichtbare Krise erkennen

Sie treffen Entscheidungen, die das Leben vieler Menschen berühren. Sie tragen Druck, den andere kaum sehen. Über das, was dieser Druck mit ihnen macht, sprechen sie selten. Bei Führungskräften zeigt…

Aktuellste Interviews

Software für den Praxisalltag

Interview mit Fabian Gundlach, Geschäftsführer der ergosoft GmbH

Software für den Praxisalltag

Aus einer Abrechnungssoftware für Psychotherapeuten ist bei ergosoft über drei Jahrzehnte eine umfassende Lösung für den Praxisalltag entstanden. Geschäftsführer Fabian Gundlach setzt auf Spezialisierung, engen Kundenkontakt und neue Technologien wie…

Schnell reagieren können

Interview mit Steven Herpichböhm, CTO der Gramß GmbH Kunststoffverarbeitung

Schnell reagieren können

Wie wird aus einem kleinen Familienbetrieb ein hochmoderner Kunststoffspezialist mit 150 Maschinen? Steven ­Herpichböhm, CTO der Gramß GmbH in Spechtsbrunn bei Sonneberg, kennt die Antwort. Im Interview spricht er über…

„Die ESA sagte uns, was wir machen, sei unmöglich!“

Interview mit Tom Segert, Mitgründer und CEO der Berlin Space Technologies GmbH

„Die ESA sagte uns, was wir machen, sei unmöglich!“

Kaum ein Unternehmen dürfte derart komplex zu gründen und zu skalieren sein wie ein Satellitenhersteller: Tom Segert und seine Partner haben es dennoch getan – mit beachtlichen Erfolgen, die sich…

TOP