Whisky & more: Vom Feld in die Flasche

Interview mit Doris Farthofer, Geschäftsführerin der Destillerie Farthofer GmbH

Es ist eine Geschichte wie aus dem Bilderbuch: Josef Farthofer machte sein Hobby zum Beruf, als er 2003 mit seinem kleinen Unternehmen startete, in einem Raum, den er dafür angemietet hatte. Dann ging es nur noch bergauf. 2007 erfolgte die erste räumliche Erweiterung und 2012 der Durchbruch.

Seine Frau Doris Farthofer, Geschäftsführerin der Destillerie Farthofer, berichtet: „Wir waren zum ersten Mal bei der ProWein als Aussteller, und dort ist etwas ganz Fantastisches passiert: Wir wurden von den Preisrichtern angesprochen und haben spontan am Wettbewerb teilgenommen. Dann haben wir nicht nur Gold gewonnen, sondern unser Wodka wurde sogar als Bester aus 96 Ländern ausgezeichnet. Das hat für Furore gesorgt, und auf einmal wurden wir in Feinkostläden gelistet.“

Von Anfang an nichts als Bio

Von Beginn an legten die Farthofers Wert darauf, ausschließlich biologisch zu arbeiten, obwohl Biospirituosen Anfang der 2000er-Jahre auf dem Markt eigentlich noch kein Thema waren. Auf Farbstoffe und Konservierungsmittel wurde gänzlich verzichtet.

„Diesen Weg sind wir konsequent gegangen und keinen Millimeter davon abgerückt“, betont Doris Farthofer. Das Unternehmen besteht heute aus zwölf Mitarbeitern und exportiert auch ins Ausland. Polen ist derzeit sein wichtigster Markt.

Das Herz schlägt für Whisky

Mittlerweile liegt der Fokus der Destillerie auf Edelbränden. 2023 wurde neu gebaut, mit eigener Mälzerei sowie einer Whisky-Destillerie. Eine Spezialität ist der im Fass gelagerte Birnendessertwein Mostello. Daneben finden sich im Sortiment neben weiteren Spirituosen Fruchtbrände und Liköre.

„Unser Herz schlägt aktuell vor allem für Whisky. Die Nachfrage an Getreidespirituosen wie Whisky, Wodka, Rum und Gin ist gestiegen. Hier arbeiten wir mit Urgetreidesorten, die eigentlich am Markt verschwunden waren“, erzählt Doris Farthofer. Aktuell leidet das Unternehmen darunter, dass die Menschen weniger Geld zur Verfügung haben.

„Bio wird weniger gekauft, obwohl die Preise eigentlich konstant geblieben sind“, sagt sie. Dennoch kann sich die Destillerie auf einen Kundenstamm verlassen, der die Qualität und Arbeitsweise von Farthofer schätzt. Verlassen können sich die Farthofers auch auf die besonderen Stärken ihres Unternehmens: „Wir haben immer an uns als Produzenten und an unsere Qualität geglaubt. Wir sind offen für Neues, schauen über den Tellerrand und lassen uns inspirieren. Und nicht zuletzt sind wir experimentierfreudig, 08/15 ist nicht unsere Sache“, so die Geschäftsführerin.

Wissen woher: Rohstoffe vom eigenen Feld

‘Vom Feld in die Flasche’ lautet das Motto der Destillerie Farthofer. Sie betreibt eine eigene 50 ha große Landwirtschaft im Mostviertel. „Den Konsumenten können wir die gesamte Wertschöpfungskette zeigen und den kompletten Lebenslauf unserer Produkte abbilden“, betont Doris Farthofer.

Das Unternehmen hat zehn Whisky-Transparenz-Gebote entwickelt. Von Beginn an hat das Unternehmen eine Kreislaufwirtschaft betrieben und setzt insgesamt auf Nachhaltigkeit. So verfügt die Destillerie Farthofer über eine eigene Wasserquelle und eine PV-Anlage. Geheizt wird mit Elefantengras, Reststoffe werden als Dünger verwendet und generell Upcycling genutzt, wo es möglich ist. Mit Blick auf die Zukunft sagt Doris Farthofer: „Ein Fokus wird darauf liegen, unsere Whiskykompetenz noch stärker auszubauen.“

Destillerie Farthofer GmbH
Mostviertelplatz 6
3362 Öhling
Österreich
+43 7475 53674
office@destillerie-farthofer.at
www.destillerie-farthofer.at

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